Aufgaben für drei Wochen - Selmer Schulen haben sich für die Corona-Schließung vorbereitet

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Die erste Kita in Selm musste am Freitag wegen der Corona-Gefahr geschlossen bleiben. Ab Montag gilt das für alle Schulen und Kitas in NRW. Wie ist die Vorbereitung in Selm?

Selm

, 13.03.2020, 17:39 Uhr / Lesedauer: 3 min

Christine Jücker, die Leiterin der Overbergschule, wartete schon den ganzen Freitagmorgen auf die Nachricht. Bayern hatte bereits bekannt gegeben, dass die Schulen geschlossen werden, dann Niedersachsen. Um 13.30 Uhr kam schließlich auch die Nachricht aus dem Schulministerium NRW, die Ministerpräsident Armin Laschet eine Stunde später verkünden würde: Ab Montag werden die Schulen und Kindertagesstätten in ganz NRW geschlossen - bis zum 19. April, dem Ende der Osterferien.

Alle Schulen im Kreis Unna werden bis einschließlich Dienstag eine Betreuung anbieten, wie Kreissprecher Max Rolke sagt. Auch die Schulbusse fahren dann bis einschließlich Dienstag weiterhin. Unklar ist allerdings, wie es dann ab dem Mittwoch weitergeht. „Wir müssen erst noch mal warten, ob es neue Informationen dazu gibt“, sagte Selms Stadtsprecher Malte Woesmann dazu auf Anfrage. „Das weitere Vorgehen, wie lange Notgruppen eingerichtet bleiben, wird am Montag mit den zuständigen Stellen und den Trägern der Kindertageseinrichtungen geklärt“, hieß es am Abend außerdem in einer Pressemitteilung der Stadt.

„Bei den Tagespflegestellen werden in Selm am Montag und Dienstag ebenfalls Kinder betreut, für die keine andere Betreuung sichergestellt werden kann. Auch die Schulen sowie der Offene Ganztag in Selm hatten erklärt, dass eine Notbetreuung am Montag und Dienstag gewährleistet ist“, heißt es darin außerdem.

„Unser Bestreben ist nun, alles dafür zu unternehmen, dass das Virus sich nicht weiter in Selm verbreitert, beziehungsweise dass die Ausbreitung verlangsamt wird“, teilte Bürgermeister Mario Löhr am Freitag mit.

Notfallbetreuung wird eingerichtet

Auch Christine Jücker wartete auf weitere Nachrichten des Ministeriums. Am Freitag trafen von diesem mehrere Mails ein. Es gebe noch einige Fragen, die geklärt werden müssten. „Es geht ja darum, dass die Mobilität eingeschränkt wird“, sagt Jücker. Deswegen ist die Notfallbetreuung auch wirklich nur eine Notfallbetreuung: Armin Laschet hatte klar gemacht, dass sie nur für Kinder von Personen gelten würde, die zum Beispiel im Gesundheitsbereich oder bei der Feuerwehr arbeiten. „Aber wir fragen uns noch, ob man dafür vielleicht einen Nachweis sehen muss“, sagt Jücker.

Sie geht aktuell davon aus, dass es etwa 20 Kinder sein werden, die in die Notfallbetreuung gehen. Dann würden zwei Lehrer sowie auch sie als Schulleiterin vor Ort sein. Am Donnerstag hatte die Schule bereits begonnen, alle Mailadressen der Eltern zu sammeln. Die Schüler seien so organisiert, dass sie Materialien für die Arbeit zu Hause erhalten. „Die erste Klasse ist zum Beispiel für die nächsten drei Wochen versorgt“, sagt Jücker.

Ansprechpartner für alle Jahrgangsstufen

Ulrich Walter, Schulleiter am Gymnasium in Selm sagt, dass bis einschließlich Dienstag der Unterricht theoretisch noch wie geplant stattfinden könne - sofern die Eltern keine andere Betreuungsmöglichkeit haben. Ab Mittwoch gelte, dass es in jeder Klasse zwei Ansprechpartner gebe. Schüler in den höheren, Eltern für die unteren Jahrgangsstufen, die die Aufgaben an alle weiterleiten. Aufgabenstellungen und Lösungsblätter stünden für alle Stufen und alle Fächer zur Verfügung so Walter. „Wir haben das im Griff“, sagt er. Er sei einfach froh, dass es nun eine einheitliche Regelung gebe.

Die Selma-Lagerlöf-Sekundarschule teilt zum Beispiel mit, dass die Schülerinnen und Schüler über die Lernplattform-Moodle mit Aufgaben versorgt sein werden. Das Sekretariat sei weiterhin besetzt, über E-Mail oder Telefon könnten Eltern das Sekretariat erreichen. Ein Notbetreuungsplan werde vorbereitet.

Das Selmer Gymnasium teilt mit, dass die vorzeitige Einstellung des Unterrichts grundsätzlich keine Auswirkungen auf die Terminsetzungen bei den bevorstehenden Abiturprüfungen habe.

Am Freitag war auch die erste Kindertageseinrichtung in Selm aufgrund der Corona-Gefahr geschlossen geblieben. Ein Elternteil der Kita St. Johannes in Cappenberg hatte sich infiziert. Dies war gleichzeitig auch der erste Covid-19-Fall in Selm. Aktuell gebe es noch einen zweiten Verdachtsfall, wie Kreissprecher Max Rolke sagte. Die Stadt hatte zunächst von zwei Corona-Fällen in Selm gesprochen.

Wir haben die Erstversion dieses Artikels im Laufe des Abends aktualisiert und um Informationen ergänzt.

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