Darum hat das LaSiSe seine Teststrecken gekauft

Zentrum für Ladungssicherung in Selm

Seit 2014 betreibt das Forschungs- und Technologiezentrum für Ladungssicherung Selm (LaSiSe) auf dem Gelände Auf der Koppel Teststrecken. Zuvor war es Pächter des Geländes, jetzt hat die gGmbH es gekauft. Wir erklären, was das für die Einrichtung bedeutet.

SELM

, 10.01.2017, 15:31 Uhr / Lesedauer: 2 min
Darum hat das LaSiSe seine Teststrecken gekauft

Das Zentrum für Ladungssicherung in Selm hat das von ihr beheimatete Gelände gekauft, das sie zuvor nur gepachtet hat.

Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben hat der gemeinnützigen F&T LaSiSe gGmbH das Gelände im Dezember 2016 verkauft, „zu den für die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben allgemein üblichen Bedingungen“, wie es von der Pressestelle der Bundesanstalt auf Anfrage heißt.

Auf Nachfrage, wie hoch der Verkaufspreis genau sei, bat die Pressestelle um Verständnis, dass sie „aus Gründen des Vertrauensschutzes zur Höhe des Kaufpreises keine Angaben machen“ könne.

LaSiSe-Geschäftsführer Bernhard Schröder ist jedenfalls froh über den Eigentumserwerb: „Das ist für uns und unsere Gesellschafter auch langfristige Standortsicherung.“

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Aber was hat die Gesellschaft vom Kauf des Areals Auf der Koppel? „Das ist mit einem Haus zu vergleichen, in dem man zur Miete wohnt“, antwortet Schröder. „Man investiert und baut was auf, weiß aber nicht, ob man in fünf Jahren noch dort wohnen darf.“ Es habe keinen langfristigen Pachtvertrag mit der Bundesanstalt gegeben. Nun sei es dank der Gesellschafter und der Hausbank gelungen, das Gelände zu kaufen. „Jetzt haben wir die Sicherheit, etwas aufbauen zu können.“

"Jedes Unternehmen muss erstmal investieren"

Dass die Gesellschaft seit Gründung 2013 bei rund 4,5 Millionen Landesförderung zwei Millionen Euro Verluste eingefahren habe, wie der WDR berichtet, macht Bernhard Schröder keine Sorgen: „Für ein Startup (ein kürzlich gegründetes Unternehmen, Anm. d. Red.) sind das normale Anlaufverluste.“ Jedes Unternehmen müsse ja schließlich auch erst mal investieren, erklärte der Geschäftsführer.

Bis zum Auslaufen der Förderphase im Dezember 2015 habe die Gesellschaft aufgrund der Förderrichtlinien keine Gewinne erzielen dürfen. „2016 haben wir uns positiv entwickelt“, versichert Schröder. „Ein Unternehmen wie unseres braucht zwei, drei Jahre, um sich vernünftig aufzustellen.“

Und was bringt die Zukunft auf der nun im Eigentum der Gesellschaft befindlichen Fläche? „Wir werden hier jetzt nichts Neues bauen“, antwortet der Geschäftsführer. „Wir wollen das machen, was wir bisher auch gemacht haben.“ Es gebe aber neue Projekte mit dem Handwerk, in Sachen Arbeitssicherheit und eine Zusammenarbeit mit dem Institut für Zweiradsicherheit.

Auch 2017 werde sich das Unternehmen zudem auf nationalen und internationalen Messen präsentieren und nach wie vor mit dem NRW-Wirtschaftsministerium zusammenarbeiten.

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Nichts Neues unterdessen gibt es laut Bernhard Schröder in Sachen Ermittlung der Staatsanwaltschaft gegen mehrere Personen wegen Subventionsbetruges: „Die Unterlagen liegen bei der Staatsanwaltschaft und wir sind auch in guten Gesprächen. Aber die Staatsanwaltschaft hat so viel zu tun, so dass das noch nicht zum Abschluss gebracht werden konnte.“

Landesregierung und NRW-Bank prüfen Vorwürfe gegen das LaSiSe

Parallel zur Staatsanwaltschaft hatten Landesregierung und NRW-Bank die Vorwürfe gegen das LaSiSe überprüft. „Wir haben mittlerweile das Abschlussprotokoll in Sachen Fördergelder ohne Anlass zu Bedenken erhalten“, berichtet Bernhard Schröder.

Was ist das LaSiSe?
Im Februar 2014 wurde das Forschungs- und Technologiezentrum Ladungssicherung Selm eröffnet.
Ziel ist es, die Verkehrssicherheit bei Transporten zu erhöhen.
Die Gesamtfläche des Zentrums beträgt rund 13 Hektar.
Drei Teststrecken stehen für Forschung und Schulungen zur Verfügung.
Gefördert wurde das LaSiSe mit 4,5 Millionen Euro von Land und EU.

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