Darum ist der Borker Kreisverkehr so gefährlich

Gespräch mit ADFC-Experten

Radweg oder kein Radweg, das ist hier die Frage. Denn wo man als Fahrradfahrer im Borker Kreisverkehr an der Netteberger Straße / B236 richtig fährt, das ist nicht so offensichtlich. Wir haben mit Christian Jänsch, Sprecher vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club (ADFC) Selm, gesprochen.

SELM

, 24.04.2017, 19:02 Uhr / Lesedauer: 2 min
Darum ist der Borker Kreisverkehr so gefährlich

Christian Jänsch vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club (ADFC) Selm prangert den Kreisverkehr in Bork an der Netteberger Straße/B 236 an. Für Fahrradfahrer gebe es hier keine klaren Regelungen, die auf Anhieb ersichtlich sind.

Selbst passionierter Fahrradfahrer, sagt Christian Jänsch: „Der Kreisverkehr muss umgebaut werden“. Aber warum? Erst einmal ist es die Pflasterung der Gehwege. Oder sind es Radwege? Mal weiß, mal rot, mal gemischt: Ob und wann Fahrradfahrer den Gehweg mitbenutzen dürfen, ist nicht deutlich geregelt. Auch durch Schilder nicht.

Zudem sind die Wege rund um den Kreisel sehr schmal. Ein kombinierter Rad- und Fußweg müsse aber laut Jänsch mindestens 2,50 Meter breit sein. Ein Maß, das hier nicht eingehalten wird.

Also rauf auf die Straße mit den Radlern? Ja, aber nicht immer. Auch die Beschilderung gibt hier keine Klarheit. Theoretisch müssen die Radfahrer in den Kreisverkehr und sich dort verhalten, wie andere Verkehrsteilnehmer auch – und beim Ausfahren den Arm raushalten.

Wechsel von Straße auf Bürgersteig verwirrt Radfahrer

An einigen Stellen kommen die Radler aber auf dem Bürgersteig am Kreisverkehr an und müssten dann korrekterweise auf die Straße wechseln. Verwirrend. Woran liegt das? „Von der Bauart her ist der Kreisverkehr ein außerörtlicher, und das, obwohl er mitten im Ort liegt“, so Jänsch. „Das ist ein Einzelstück in ganz Deutschland“.

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So verwirrend ist der Kreisverkehr in Bork

Mal auf dem Radweg, mal auf der Straße: Radfahrer in Bork müssen echt aufpassen, wenn sie diesen Kreisverkehr nutzen. Warum, sehen Sie in unserer Fotostrecke.
24.04.2017
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Christian Jänsch vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club (ADFC) Selm prangert den Kreisverkehr in Bork an der Netteberger Straße/B 236 an. Für Fahrradfahrer gebe es hier keine klaren Regelungen, die auf Anhieb ersichtlich sind.© Foto: Jennifer von Glahn
Für Fahrradfahrer ist es nicht sofort ersichtlich, wo sie fahren dürfen, und wo nicht.© Foto: Jennifer von Glahn
Für Fahrradfahrer ist es nicht sofort ersichtlich, wo sie fahren dürfen, und wo nicht.© Foto: Jennifer von Glahn
Christian Jänsch vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club (ADFC) Selm prangert den Kreisverkehr in Bork an der Netteberger Straße/B 236 an. Für Fahrradfahrer gebe es hier keine klaren Regelungen, die auf Anhieb ersichtlich sind.© Foto: Jennifer von Glahn
Christian Jänsch vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club (ADFC) Selm prangert den Kreisverkehr in Bork an der Netteberger Straße/B 236 an. Für Fahrradfahrer gebe es hier keine klaren Regelungen, die auf Anhieb ersichtlich sind.© Foto: Jennifer von Glahn
Für Fahrradfahrer ist es nicht sofort ersichtlich, wo sie fahren dürfen, und wo nicht.© Foto: Jennifer von Glahn
Für Fahrradfahrer ist es nicht sofort ersichtlich, wo sie fahren dürfen, und wo nicht.
Für Fahrradfahrer ist es nicht sofort ersichtlich, wo sie fahren dürfen, und wo nicht.© Foto: Jennifer von Glahn
Für Fahrradfahrer ist es nicht sofort ersichtlich, wo sie fahren dürfen, und wo nicht.© Foto: Jennifer von Glahn
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Und das ist nicht positiv gemeint. Da der Kreisverkehr zur B236 gehört, ist Straßen.NRW für den Bau zuständig. „Wir haben hier vier verschiedene Seiten mit vier verschiedenen Regelungen“, so Jänsch über die Zufahrten zum Kreisel. Zudem führt eine internationale Radroute von Amsterdam nach Prag mitten durch Bork und über besagten Kreisverkehr. Und mit dem Bau des Discounters würde das Verkehrsaufkommen zudem auch nicht weniger. Allein deshalb sieht Jänsch Handlungsbedarf.

Auch Radfahrerin Heidi Krämer findet, dass dringend etwas verändert werden müsse am Kreisel. Angrenzende Schulen und Kitas führen täglich viele Kinder auf ihrem Weg durch den Kreisel. „Zumindest Zebrastreifen müssen her, damit die Autos anhalten müssen“, so die langjährige Anwohnerin. So wie beispielsweise in Selm. Dort führt der Radweg, kombiniert mit dem Fußweg, Radler und Läufer via Zebrastreifen sicher durch den Kreisverkehr.

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