Darum kann sich der Hausbau in Selm hinziehen

Fragen und Antworten

Der Eigenheimbau ist teuer, und jetzt gibt es für die Bauherren auch noch eine zusätzliche Hürde, die übersprungen werden muss: die Kampfmittelfreiheit von Grundstücken. Die muss nämlich zuerst von der Bezirksregierung Arnsberg bescheinigt werden. Wir klären mit Stadtsprecher Malte Woesmann die wichtigsten Fragen.

SELM

09.01.2017, 18:16 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bauherren müssen einen Antrag beim Ordnungsamt stellen, der an die Bezirksregierung Arnsberg weitergeleitet wird, um Auskunft über mögliche Kampfmittel zu bekommen. Bei der Bezirksregierung schauen die Mitarbeiter mithilfe von Luftaufnahmen ganz genau hin, ob sich unter dem Grundstück alte Gefahren befinden könnten. Das ist nicht neu. Neu ist allerdings die lange Wartezeit, mit der Antragsteller derzeit rechnen müssen.

Bauherren müssen einen Antrag beim Ordnungsamt stellen, der an die Bezirksregierung Arnsberg weitergeleitet wird, um Auskunft über mögliche Kampfmittel zu bekommen. Bei der Bezirksregierung schauen die Mitarbeiter mithilfe von Luftaufnahmen ganz genau hin, ob sich unter dem Grundstück alte Gefahren befinden könnten. Das ist nicht neu. Neu ist allerdings die lange Wartezeit, mit der Antragsteller derzeit rechnen müssen.

Was bedeutet überhaupt Kampfmittelfreiheit von Grundstücken?

„Dabei geht es um die Lokalisierung von Kampfmitteln aus dem Zweiten Weltkrieg“, erklärt Stadtsprecher Malte Woesmann. Erst wenn ein Grundstück frei von Kampfmitteln ist, sei dieses laut Bauordnung NRW für eine Bebauung geeignet.

 

Wen betrifft die Regelung?

Einen Antrag auf Kampfmittelfreiheit müssen alle Bauherren und Architekten stellen. Also die Menschen, die vorhaben ein Haus zu bauen. „Wir empfehlen jedem, sich frühzeitig zu kümmern, da es momentan zu Verzögerungen kommt“, rät Woesmann.

 

Wie läuft das Prozedere vom Antrag bis zur Genehmigung ab?

Der Grundstückseigentümer stellt einen Antrag auf Überprüfung von Kampfmitteln direkt beim Ordnungsamt der Stadt Selm, Adenauerplatz 2, Zimmer 138, Tel. 69226 oder 69216. „Der Antrag kann aber auch bereits vor dem eigentlichen Bauantrag beim Ordnungsamt gestellt werden“, so der Tipp von Malte Woesmann. Damit sei es möglich, die Wartezeiten zu verringern. Das Ordnungsamt leite den Antrag schließlich an die zuständige Bezirksregierung, in diesem Fall Arnsberg, weiter. Erst wenn diese nach einer Luftbildauswertung keine Kampfmittel findet, gibt es grünes Licht für eine Bebauung. Sollten allerdings Kampfmittel entdeckt werden, heißt es erst einmal „Baustopp“.

 

Aber ist ein Fall von Kampfmitteln in Selm überhaupt schon aufgetreten?

Erst vor Kurzem ist im neuen Baugebiet an der Bahnhofstraße in Bork ein solcher Fall aufgetreten. „Dort kam es bekanntlich in Folge der Auswertung von Luftbildern zu einem Verdachtsmoment. Dieser Verdacht bestätigte sich: Es wurde eine Fliegerbombe gefunden, die entschärft werden musste“, schildert Malte Woesmann den Vorfall.

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Also ist es sinnvoll, dass es solche Anträge gibt?

„Da in Bork während des Zweiten Weltkrieges eine Munitionsanstalt stand, war der Ort häufig Ziel von Bombenangriffen“, mahnt der Pressesprecher. Daher sei mit versteckten Blindgängern im Erdreich durchaus auch in Selm zu rechnen.

 

Was kostet den Eigentümer der Antrag auf Kampfmittelfreiheit?

„Es entstehen keinerlei Kosten für die Antragstellung“, versichert Malte Woesmann.

 

Wo liegt momentan das Problem bei der Antragstellung?

Für Selm komme es derzeit zu starken Verzögerungen in der Antragsbearbeitung. „So sind Anträge aus August 2016 zurzeit sogar unbeantwortet“, sagt Malte Woesmann. Das hat vor allem mit der Auftragslage der Bezirksregierung Arnsberg zu tun: Die kommt nämlich mit der Bearbeitung der Fälle nicht hinterher. Auf der Homepage heißt es: „Aufgrund der baukonjunkturell bedingt hohen Anzahl von Anträgen auf Luftbildauswertung kann eine Bearbeitung von Vorgängen im gewohnten Zeitrahmen derzeit nicht sichergestellt werden.“ Auch Pressesprecher der Bezirksregierung Benjamin Hahn bestätigt: „Die wirtschaftliche Lage ist so gut, dass es sich viele leisten können, ein Haus zu bauen. Daher seien neue Stellen bereits eingeplant.

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Was sollten Hausbauer tun?

Um dem entgegenzuwirken sei es sinnvoll bei der Aufstellung eines Bebauungsplanes für ein neues Baugebiet bereits vorab einen Antrag auf Überprüfung von Kampfmitteln zu stellen, damit diese direkt von der Bauaufsicht an das Ordnungsamt weitergeleitet werden können, rät Woesmann. 

 

Service-Tipp
Den Antrag beim Ordnungsamt sollte man am besten schon vor dem eigentlichen Bauantrag stellen, rät Stadtsprecher Malte Woesmann.

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