Das sind die beliebtesten Babynamen in Selm

Auswertung für 2017

Nicht jeder Babyname, der gefällt ist auch erlaubt. Marie und Paul allerdings schon. Sie sind laut Gesellschaft der deutschen Sprache die beliebtesten Vornamen 2017. In Selm lagen andere Namen vorne.

Selm

, 05.01.2018 / Lesedauer: 4 min
Das sind die beliebtesten Babynamen in Selm

Das sind die beliebtesten Babynamen in Selm. © picture alliance / dpa

Monatelang dauert es oft, bis werdende Eltern sich auf den Namen für ihren Nachwuchs einigen. Sie blättern in Ratgebern, streiten sich beim Frühstück und wecken sich nachts abwechselnd gegenseitig auf, um die ultimative Idee nicht am nächsten Morgen vergessen zu haben.

Erstaunlich oft kamen dabei im Jahr 2017 offenbar zwei Namen heraus: Marie und Paul. Diese beiden sind nach Angaben der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) wohl die beliebtesten Vornamen des Jahres 2017. In einer Stichprobe werteten die Sprachforscher für ihre Prognose über ganz Deutschland verteilt die Daten von elf Standesämtern aus. Erst- und Folgenamen wurden dabei gleichwertig erfasst. Die endgültige Auswertung von rund 800 Standesämtern stellt die GfdS im Februar vor.

Auch der Namensforscher Knud Bielefeld gibt jedes Jahr eine Liste der beliebtesten Vornamen heraus. Er wertet dafür die Daten von Geburtskliniken, Geburtshäusern und Standesämtern aus 494 Städten aus. In seiner Auswertung liegen Emma und Ben vorne.

Das sind die beliebtesten Babynamen in Selm

Grafik: Martin Klose

Ben ist auch der Favorit unter den Jungennamen in Selm. Bei den Mädchen ist es Amelie. Unter den 117 Jungen, die 2017 mit Wohnsitz Selm geboren worden sind, folgen die Namen Mats (oder Mads), Felix, David und Oskar. Bei den 103 Mädchen kommen nach Amelie auf Platz 1 die Namen Ida, Mia und Lotta.

Klassische Wahl

Die Namenswahl der Selmer ist eher klassisch, findet auch Hebamme Franziska Knierim von der Borker Hebammerei. „Man hat immer mehr ältere Namen wie Fritz oder auch Lotta“, sagt sie. Besonders exotische Namen seien ihr allerdings nicht begegnet.

Bei exotischen Namenswünschen der Eltern können die Standesämter ein Gutachten der GfdS-Sprachforscher anfordern. Grünes Licht gaben die Experten 2017 unter anderem für Mecky, Lovely, Eleyson, Libelle und Zabel. Abgelehnt haben sie etwa Lucifer, Ohlove, vom Meer, Batman oder Motte. „Für Mecky als Vornamen gibt es Belege in Büchern und Datenbanken“, sagt Rüdebusch. Zabel sei eine Ableitung von Sabel, einem althergebrachten Namen. Das letzte Wort haben im Streitfall die Gerichte.

Wie in Mode und Musik



Mit Vornamen sei es wie mit Mode und Musik, sagt die Sprachwissenschaftlerin Frauke Rüdebusch – alle zehn Jahre schlägt sich der Zeitgeist auch in der Wahl des Vornamens wieder. Seit 1977 gibt die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) jährlich eine Liste der beliebtesten Vornamen heraus. Damals ganz oben: Stefanie und Christian. Es gibt auch Namen, die jeder Mode trotzen: Seit Jahren konstant beliebt ist etwa der Vorname Maria bei Mädchen und Alexander bei Jungen.

Bei der Namenswahl – so beobachten es die Sprachforscher aus Wiesbaden – achten Eltern vermehrt auf ästhetische Gesichtspunkte: Klingt der Name schön, lässt er sich gut aussprechen, passt er zum Nachnamen? „Die Bedeutung eines Namens spielt bei der Wahl nur noch eine untergeordnete Rolle“, sagt Rüdebusch, die auch GfdS-Vornamenberaterin ist.

Namen mit E

Als wohlklingend empfinden Eltern heutzutage offenbar Namen, die mit dem Buchstaben „E“ beginnen: So seien beispielsweise bei den Mädchen Vornamen wie Emma, Ella und Elisabeth im Kommen. Erstmals unter die Top Ten könnte es im Jahr 2017 Charlotte schaffen.

Bei den Jungen zeichnet sich ein Retro-Trend ab: So werden ältere Namen wie Jakob, Emil und Felix wieder beliebter. Heiß begehrt waren 2017 auch Karl, Anton und Oskar.

Auch regionale Vorlieben gibt es: „Während in Norddeutschland nordische Namen sehr beliebt sind, ist Süddeutschland durch die katholischen Klassiker geprägt“, sagt Frauke Rüdebusch.

Nachname als Vorname

Und was sagen die Betroffenen selbst, diejenigen die mit der Namenswahl der Eltern leben müssen? Auch dazu hat die Gesellschaft für deutsche Sprache eine Umfrage gemacht. Drei von vier Befragten gaben an, dass sie mit ihrem Vornamen sehr zufrieden sind. Und wenn nicht? Eine spätere Änderung des Vornamens ist nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich: Der Gesetzgeber sieht vor, dass dafür ein „wichtiger Grund“ vorliegen muss. Dazu zählen beispielsweise permanente Hänseleien in der Schule, im Beruf oder im Privatleben, die psychisch belastend sind. Das muss dann aber durch ein ärztliches Attest nachgewiesen werden.

Nach den Worten von Rüdebusch wollen manche Eltern den Nachnamen von Vater oder Mutter als Vornamen eintragen lassen – wenn dieser unterschiedlich ist. Für alle Kinder einer Familie gilt per Gesetz, dass sie entweder den Nachnamen der Mutter oder des Vaters tragen müssen – den sogenannten Familiennamen. „Vielleicht wollen diese Familien nach innen und nach außen Gemeinsamkeit demonstrieren“, vermutet Rüdebusch. So sollte ein Kind 2017 mit Zweitnamen „Rabowski“ heißen – für die Sprachexperten geht das jedoch gar nicht.

mit Material von dpa

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