Das sind die derzeitigen Pläne für die Burg Botzlar

In Selm

Nach vielen Gesprächen und Abstimmungen hat die Bürgerstiftung Stadt Selm am Montagabend den derzeitigen Planungsstand für den Umbau der Burg Botzlar vorgestellt. Welche Funktionen welche Etage haben soll und wie sich die Burg optisch verändern wird, ist weitgehend geplant. Nun sind die Selmer Bürger gefragt.

SELM

, 25.01.2017, 05:34 Uhr / Lesedauer: 3 min

Viele Gespräche haben die Planer von der Bürgerstiftung, der das Gebäude gehört, der Kölner Architekt, die Mitarbeiter des Landesprogramms, das die Finanzierung sichert, und die Denkmalschützer in den vergangenen Monaten geführt. Der Zwischenstand im Überblick:

 

Veränderungen von außen Größte optische Veränderung ist wohl der Turm, der auf der Rückseite der Burg angebaut werden soll. Er soll einen Aufzug beherbergen, außerdem eine Küche im Kellergeschoss und Toiletten im Erdgeschoss und ersten Geschoss. Der Turm enthält künftig die Haustechnik und die neue Heizung. Von außen wird er deutlich anders gestaltet als die Burg. Das verlange der Denkmalschutz so, erklärte Michael Reckers vom Vorstand der Bürgerstiftung. Welches Material verwendet wird, steht noch nicht fest. Auf dem Dach werden die Fenstergauben entfernt, sie gehören nicht zum ursprünglichen Aussehen der Burg, so Reckers. Dachfenster sorgen für Licht im Dachgeschoss. Ansonsten soll sich von außen wenig ändern.

 

Barrierefreiheit Das gesamte Gebäude wird barrierefrei zu erreichen sein. Vorne wird eine Rampe bis in den Keller führen. Sie endet seitlich neben der Eingangstreppe. „Alle Menschen sollen die Burg von vorne betreten können“, sagte Martin Potschadel aus dem Vorstand der Bürgerstiftung. Ein weiterer Zugang ist über den Fahrstuhl im Turm möglich.

 

Veränderungen von innen Im Erdgeschoss entsteht ein großzügiges Foyer. Es wird der Raum, der am häufigsten zugänglich sein soll. Er könnte auch als Anlaufpunkt für Touristen dienen. Der Gewölbekeller wird mit einem ehemaligen Heizungskeller verbunden für Veranstaltungen. Im ersten Stock werden zwei Räume zu einem verbunden. Es entsteht ein Thekenbereich. Der große Ratssaal soll neue Tische und Stühle bekommen. Er bietet künftig Plätz für bis zu 199 Personen. Damit grenze sich die Burg als Veranstaltungsort für eher kleinere Gruppen, Konzerte und Ausstellungen ab vom Bürgerhaus, das für große Veranstaltungen da ist, erklärte Reckers. Es solle keine Konkurrenz zwischen den Gebäuden entstehen.

Die Holzbalken der Decke im Ratssaal, laut Bürgerstiftung ein Blendwerk in den 80er-Jahren eingebaut, wird verschwinden. Für das umzubauende Dachgeschoss muss die Decke nämlich verstärkt werden. Es entstehen zwei größere Workshop-Räume, ein Büro und Archiv für den Heimatverein. Vereine können sich hier treffen oder proben.

 

Das inhaltliche Konzept Die Burg soll „ein Bauwerk mit identitätsstiftendem Charakter sein“, so Michael Reckers. Wie die Burg mit Leben gefüllt wird, von den Bürgern genutzt werden kann und wie von ihr neue Impulse für die ganze Stadt ausgehen können, das muss nun noch in einem Konzept dargelegt werden. Das ist Voraussetzung für die Förderung durch ein Landesprogramm namens „Initiative ergreifen“.

Drei Säulen soll das inhaltliche Konzept haben – es gibt drei Arbeitsgruppen: Kultur, nächste Generation und Stadtidentität. „Das sind offene Gruppen“, erklärt Reckers, die sich schon getroffen haben und noch mehrfach treffen werden. In einem kontinuierlichen Prozess sollen sie das Projekt und den Nutzen der Burg mit diesen drei Sichtweisen vorantreiben. Dabei geht es weniger um die Nutzung der Räume als um Veranstaltungen und Projekte, die Ausstrahlung auf das gesamte Stadtleben haben sollen. Jeder, der Interesse hat sich mit seinen Ideen einzubringen, könne noch mitmachen. „Je mehr, desto besser“, sagt Reckers.

 

Die Finanzierung Der Burg-Umbau ist Bestandteil der „Aktiven Mitte“, die durch die Regionale 2016 gefördert wird. Da das Projekt ein Sonderfall ist und durch „Initiative ergreifen“ gefördert werden soll, muss das Projekt einen Qualifizierungsprozess durchlaufen.

Der Umbau soll zu 80 Prozent vom Land NRW finanziert werden. 10 Prozent zahlt die Stadt. Sie ist für den Umbau des Außengeländes verantwortlich. Die restlichen 10 Prozent der Kosten trägt die Bürgerstiftung. Die Summe der Kosten ist gedeckelt. Wie hoch die Summe ist, konnte die Bürgerstiftung noch nicht sagen.

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Der Zeitplan Die Bürgerstiftung geht davon aus, noch 2017 das endgültige OK des Beirats von „Initiative ergreifen“ zu bekommen, sagte Michael Reckers. Dann können die einzelnen Arbeiten in diesem Jahr noch ausgeschrieben werden. Baubeginn soll 2018 sein, der Umbau eineinhalb Jahre dauern.  

Selmer Bürger können helfen
Wer an der inhaltlichen Konzeption der Burg mitarbeiten möchte, kann sich bei der Bürgerstiftung melden.
Bürger aus allen Stadtteilen und allen Bereichen sind angesprochen. Sie können jeden der drei Bereiche Kultur, nächste Generation, Stadtidentität auswählen – egal aus welchem Bereich sie kommen.
Es wird einen weiteren Termin für einen Workshop der drei Gruppen geben. Das Datum steht noch nicht fest. Mehr Infos unter

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