Das sind die häufigsten Todesursachen

Statistik für Selm

Das Leben ist endlich. Während bundesweit die meisten Menschen an einem kranken Herzen sterben, liegt in Selm eine andere Krankheit vorne.

Selm

, 07.02.2018, 17:09 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die meisten Selmer sterben an Lungenkrebs.

Die meisten Selmer sterben an Lungenkrebs. © Wilco Ruhland

In Selm sind mit 312 Todesfällen 2015 rund elf Prozent mehr Menschen gestorben als ein Jahr zuvor. Das kann mit der gestiegenen Bevölkerungszahl zusammenhängen. Die Reihenfolge der Todesursachen blieb aber gleich.

Nach den Zahlen von IT.NRW, der amtlichen Statistikstelle des Landes, starben im Jahr 2015 27 Selmer an Lungen- oder Bronchialkrebs: Das sind 8,6 Prozent aller Todesfälle. Zum Vergleich: Im Kreis Unna liegt der Anteil bei 5,6 Prozent.

Während er auf Kreisebene im Vergleich zum Vorjahr gesunken ist, stieg er in Selm noch. 2014 waren 19 Selmer der „Bösartigen Neubildung der Bronchien und der Lunge“ erlegen, wie die amtliche Bezeichnung nach der international üblichen Diagnoseklassifikation ICD heißt. Auch 2014 lag diese Krebsart damit ganz vorne in der Liste der Selmer Todesursachen – 2006 ebenfalls.

Der Anteil der Menschen, die einem Krebsleiden erliegen, liegt in Selm mit 29,8 Prozent ohnehin über dem Landesdurchschnitt von 24,9 Prozent. Landesweit sterben die meisten Menschen an einer Krebserkrankung der Verdauungsorgane, erst dann folgt Lungenkrebs.

Ob es am Rauchen liegt oder an der Tatsache, dass viele Selmer im Bergbau tätig waren und dadurch Steinstaub ausgesetzt waren, können die Düsseldorfer Statistiker nicht beantworten. Fest steht: Nicht nur bei den Krebserkrankungen sind die Atemwege besonders betroffen. Auch Atemwegserkrankungen wie COPD oder Lungenfibrose sind bei den Selmern oft die Todesursache. 2014 war die „Sonstige chronische obstruktive Lungenkrankheit“ sogar die dritthäufigste Todesursache in Selm– hinter Lungenkrebs und Herzinsuffizienz.

Die vier häufigsten Todesursachen in Selm 2015 waren Lungenkrebs mit 27 Verstorbenen gefolgt von Herzinsuffizienz mit 23 Toten, Demenz (12) und die chronische ischämische Herzkrankheit (10).

Anders als auf Bundes- und Landesebene findet sich in Selm damit die Demenz unter den häufigsten Todesursachen. In den Vergleichszeiträumen 2014 und 2006 tauchte laut IT.NRW die organische Hirnschädigung, die einen Verlust geistiger Funktionen wie dem Denken und Erinnern nach sich zieht, noch nicht in dem Selmer Ranking auf. Die zehn häufigsten Todesarten stellen die Statistiker auf Bundes- und Landesebene jedes Jahr zusammen – mit Verzögerung.

Die aktuellsten Angaben stammen aus dem Jahr 2015. Herzkrankheit, Herzinfarkt und Herzschwäche liegen bundesweit auf den ersten drei Plätzen. Erst auf Rang vier folgt in der deutschen Todesursachenstatistik der Lungen- und Bronchialkrebs, der in Selm an der Spitze liegt.

Totenscheine als Grundlage für die Statistik
  • In Deutschland werden die Todesursachen aller Verstorbenen in den Statistischen Landesämtern erfasst, sie fließen anschließend in die Todesursachenstatistik des Bundes und der Länder ein.
  • Die Statistischen Landesämter erfassen die Todesursachen anhand der Totenscheine (auch als Leichenschauschein bezeichnet).
  • Diese werden von dem Arzt ausgefüllt, der den Tod bei der Leichenschau feststellt.
  • Die Analyse der international vergleichbaren Daten der Todesursachenstatistik soll laut Deutschem Institut für Medizinische Dokumentation und Information den Lebenden nutzen.
  • Aus den Ergebnissen werden Handlungsempfehlungen und Strategien für Forschung und Prävention, Gesundheitsplanung und Gesundheitspolitik abgeleitet.
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