Das sind die Pläne für Haus Knipping in Selm

Investor zum Konzept

Das ehemalige Hotel Knipping in Selm steht seit kurzem nicht mehr leer: Die Gastwirtschaft ist vorübergehend ein Lager und eine Annahmestelle geworden für Sachspenden, mit denen Flüchtlingen geholfen werden soll. 2016 aber soll groß umgebaut werden. Was ist der Stand heute und was ist geplant? Fragen und Antworten.

SELM

, 24.08.2015, 12:44 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das sind die Pläne für Haus Knipping in Selm

Was wird aus Haus Knipping? Investor Werner Wetekamp erklärt, wie er Gebäude und Gelände nutzen will.

Wie kam es dazu, dass hier nun Spenden für Flüchtlinge angenommen werden? 

Vergangene Woche hatte die Spenden-Annahmestelle ihre ersten Öffnungstage: Am Mittwoch und Donnerstag bestand von 15 bis 18 Uhr die Möglichkeit für Selmer, Kleidung, Handtücher, Spielzeug oder Ähnliches abzugeben. Die Öffnung als Annahmestelle zweimal die Woche ist wichtig, aber vor allem die Möglichkeit der Lagerung war für die Flüchtlingshelfer bisher ein Problem. Denn Spendensammlungen gab es in den vergangenen Wochen schon mehrere. Nur die Frage danach, wohin mit den Dingen, war ungeklärt. Nun ergriff dem Vernehmen nach Hans Hoppe die Initiative und fragte bei seinem Nachbarn Werner Wetekamp an. Der hatte Anfang des Jahres Haus Knipping gekauft, um hier ein Wohnungsbau-Projekt zu realisieren. „Ich habe natürlich zugesagt“, so Wetekamp gegenüber unserer Redaktion. Aus dem Urlaub habe er dann aus der Distanz verfolgt, dass in der vergangenen Woche schon einiges los gewesen sei. 

Wie lange steht das Gebäude zur Verfügung? 

Naja, so lange, wie hier nicht gebaut wird. Und das, so Werner Wetekamp, erwarte er nicht vor 2016. Bis dahin ist auch weitere Abhilfe geschaffen: Denn schon in gut zwei Wochen will die Stadt den ehemaligen Coop-Markt in Bork am Marktplatz, eine ebenfalls leer stehende Immobilie, als Spendenlager öffnen. 

Was ist im Hotel Knipping danach geplant?

Das Baukonzept von Werner Wetekamp steht. Dazu habe es vor etwa zwei Monaten ein Gespräch mit Bürgermeister Mario Löhr und dem Bauamt der Stadt gegeben. Vor rund vier Wochen stellte Wetekamp den Bauantrag. Er will einen Mehrgenerationenkomplex mit Eigentumswohnungen herrichten. Die Wohnungen umgeben laut Planung den ruhig gelegenen zentralen Wohn- und Begegnungshof auf dem Platz des früheren Biergartens – mit Terrassen und Balkonen der Wohnungen ausgerichtet auf diesen Innenhof. Im alten Saal, Hotel und der Gaststätte sollen so 20 Wohnungen entstehen. Sie sollen unterschiedliche Interessen bedienen: Die Größen liegen zwischen 45 und 115 Quadratmetern. Einige sollten altengerecht sein, einige familliengerecht und über zwei Etagen. 17 der 20 Wohnungen werden nach Planung einen eigenen Eingang haben, alle einen Balkon oder eine Terrasse. 

Wird der alte Baubestand abgerissen und neu gebaut?

Nein. Sicher wird es äußere Veränderungen geben. Aber es werde nicht abgerissen, so Werner Wetekamp. „Einen neuen roten Klotz wird es hier nicht geben“, verspricht er den Kritikern an der Architektur des neuen Ärzte- und Geschäftshauses in der Altstadt, das der Bauverein Lünen hier errichtete. Im Innern des Gebäudes wird aber alles neu gemacht: Die alten Bäder aus den Hotelzimmern verschwinden und werden komplett erneuert, das Gebäude wird gedämmt, Leitungen werden neu verlegt. 

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Ist für Wohnungen hier denn ein Bedarf da? 

Die Lage an der Ludgeristraße ist gut – in Altstadt-Nähe, auch nah an diversen Geschäften der Nahversorgung und auch noch in der Nähe der entstehenden „Aktiven Mitte“ auf dem Seiland-Feld und entlang des Sandforter Weges. Der Bedarf, so scheint es, ist tatsächlich gegeben: Allein acht mündliche Interessenten habe er schon, mit denen Wetekamp einen Handschlag-Vertrag gemacht habe. „Einen echten Kaufvertrag kann man ja vor Genehmigung des Bauantrages noch nicht schließen“, so Wetekamp.  

Was ist mit anderen Gerüchten im Dorf?

Man spricht zum Teil hinter vorgehaltener Hand von den Plänen, hier ein Bordell einzurichten – das ist nicht der Plan. Auch eine Flüchtlings-Unterkunft wird hier nicht einziehen, sagt Werner Wetekamp. Ebenso wenig denkt er an das Wiederauflebenlassen der Gaststätten-Tradition: keine Kneipe geplant, sagt er. 

Warum geht es nicht schon früher los? 

Werner Wetekamp, der als Professor der Betriebswirtschaftslehre an der Fachhochschule Dortmund arbeitet, sagt, er wolle erst ein ähnliches Bauprojekt in Essen abschließen. Dieses ist aber etwas kleiner als das, was er in Selm vor hat: In Essen entstehen derzeit sechs Wohnungen in einer Alt-Immobilie.

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