Das sind die Umbaupläne für die Pestalozzischule

Neue Flüchtlingsunterkunft

Die Notunterkunft des Landes NRW in Bork schließt, nun muss Selm wieder mehr Geflüchtete und Asylbewerber kommunal unterbringen. Dafür wird die Pestalozzischule umgebaut. Wie die Umbaupläne bislang aussehen und was sich für Sportvereine und Selmer Kinder dadurch ändert, lesen Sie hier.

SELM

, 21.04.2016, 16:03 Uhr / Lesedauer: 3 min

Bei der Informationsveranstaltung für Bürger am Mittwochabend stellte Mario Löhr vorläufige Umbaupläne für die Pestalozzischule vor. Im Erdgeschoss soll Platz für 76, im Obergeschoss für 90 Flüchtlinge geschaffen werden. In der Turnhalle ist die Unterbringung von 44 Personen vorgesehen. „Auf dem Schulgelände werden wir weitere Wohn- und auch Sanitärcontainer aufstellen“, so der Bügermeister.

Das Erdgeschoss:

Im Schulgebäude sollen aus einem Klassenzimmer jeweils drei Einheiten für jeweils vier Personen werden. Die Fläche der Einheiten wird 6,50 mal 3 Meter betragen. Die einzelnen Einheiten werden durch Wände abgetrennt. Geschaffen werden müssen für jeden Klassenräume zwei neue Eingänge. In den Räumen sind zwei Etagenbetten vorgesehen.

Das 1. Obergeschoss:

Zur Einrichtung gehören Schränke, ein Tisch und Stühle. Im Obergeschoss ist auch eine Einheit für bis zu acht, sowie zwei Einheiten für drei Personen vorgesehen. Im Erdgeschoss wird es einen großen Gemeinschaftsraum geben. Dort wird sich auch die Küche und die Mensa befinden.

Die Zimmereinrichtung:

Die Verwaltung soll im jetzigen Bereich der Schulleitung untergebracht werden. In der Turnhalle sollen elf Einheiten für ebenfalls vier Personen entstehen. Noch nicht geklärt ist, über welchen Weg die Anlieferung für die Unterkunft erfolgen soll. Auch der Bereich für den Eingang in die Unterkunft für die Bewohner steht noch nicht genau fest.

Die Turnhalle:

Mario Löhr: „Bei der Versammlung für die Anwohner werden wir mehr sagen können.“ Die Verwaltung möchte nun schnell die Bauanträge stellen. Mit den Umbaumaßnahmen wird in den Sommerferien begonnen. Wie Mario Löhr bei der Informationsveranstaltung am Mittwoch erklärte, habe die Verwaltung eigentlich andere Pläne mit dem Gelände der Pestalozzischule gehabt. „Wir haben an ein kleines Baugebiet gedacht“, so der Bürgermeister. Es sei aber nun das einzige Gebäude, dass für die Unterbringung von Flüchtlingen in Frage komme. 

Jetzt lesen

So wirkt sich die neue Nutzung von Schule und Turnhalle für Vereine aus:

Benötigt für die Flüchtlingsunterkunft wird auch die Turnhalle. Davon ist die TG Einigkeit, die VHS, die Fabi, der FC Funnestrand und auch der Selmer Karnevalsvereien betroffen. Beigeordnete Sylvia Engemann erklärte auf Anfrage, man sei zurzeit dabei, mögliche Zeiten in anderen Sporthallen den Vereinen zur Verfügung zu stellen. Engemann: „Es wird ein neuer Belegungsplan gefertigt." Sie denke, man müsse zwar näher zusammenrücken, doch könne man allen Gruppen Zeiten an andere Stelle anbieten.

War auf dem Schulhof nicht das Kinderferienprogramm geplant?

Vom Umbau der Pestalozzischule, er soll zu Beginn der Sommerferien beginnen, ist auch das Ferienprogramm „selympia“ vom 1. bis zum 19. August betroffen. Dies sollte eigentlich wie in den letzten Jahren auf dem Gelände der Pestalozzischule stattfinden. „Wir prüfen zurzeit zwei alternative Standorte“, so Beigeordnete Sylvia Engemann auf Anfrage der Redaktion. Das Programm soll aber auf jeden Fall an einer Schule durchgeführt werden.

Für das Ferienprogramm nicht zur Verfügung wird die Arche stehen. Sie wird zwar in Zukunft einen neuen Standort erhalten, doch für das Programm wird sie wohl nicht umgesetzt. Wie Sylvia Engemann erklärte, habe das Team der Pestalozzischule darum gebeten, die Arche an dem neuen Standort der Schule in Bork aufzustellen. Dort werde sie einen neuen Platz im großen Atrium auf dem Schulgelände finden.

Jetzt lesen

Wer soll die neue Unterkunft überhaupt betreiben?

Für die Flüchtlingsunterkunft auf dem Gelände der Pestalozzischule wird es einen Betreiber geben. Wie Mario Löhr erklärte, solle sich der Betreiber um die Betreuung, die Verpflegung und den Sicherheitsdienst kümmern. „Wir haben ein erstes Gespräch mit dem DRK geführt.“

Das DRK betreut zurzeit die Landeseinrichtung in Bork. „Wenn das DRK die Einrichtung übernimmt, gebe es auch Möglichkeiten für die Beschäftigten, eine neue Aufgabe zu finden“, wie der Bürgermeister betonte. Aber alle in Bork beschäftigten DRK-Mitarbeiter würden in der Pestalozzischule keine neue Aufgabe bekommen. Bis zu 100 Mitarbeiter arbeiten in der Borker Einrichtung. Gibt es in Bork bis zu 1000 Plätze, sollen auf dem Schulgelände bis zu 300 Flüchtlinge untergebracht werden.

Löhr: „Im Gegensatz zu der Landeseinrichtung in Bork wird die Stadt mit dem Betreiber einen Vertrag schließen.“ Mario Löhr erklärte, er hoffe bei der Informationsveranstaltung für die Anwohner am 10. Mai weitere Details nennen zu können.

Lesen Sie jetzt