Das Stadtfest war ein Highlight - und sonst? Taxi Unger zeigt seine Juni-Umsätze am Abend

rnTaxi-Versorgung

Lohnt sich in Selm eine bessere Taxi-Versorgung? Das ist die Frage, mit der Dirk Unger von Taxi Unger beim Taxi-Test angetreten ist. Die Zahlen vom Juni geben für ihn bereits eine Antwort.

Selm

, 04.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Keine Taxi-Versorgung am Abend, das kritisieren viele Selmer. Unter anderem Maria Lipke von der UWG, die im Rat gesagt hatte, so könne es nicht weitergehen. Eine Nachfrage dafür gibt es aber nicht, sagen hingegen Taxi-Unternehmer wie Dirk Unger.

Deshalb hat sich Unger nach einer Anfrage von Bürgermeister Mario Löhr bereit erklärt, an einem Taxi-Test teilzunehmen. Der Deal: von Mitte Mai bis Ende Juli bietet er unter der Woche Fahrten bis 24 Uhr an, am Wochenende stellt er mehr Fahrzeuge zur Verfügung. Zuvor war an Werktagen schon ab 20 Uhr kein Fahrzeug mehr zu bekommen, am Wochenende wurden lange Wartezeiten kritisiert.

Unserer Redaktion stellt Unger die Zahlen zur Verfügung, um zu zeigen, ob wie das Interesse wirklich ist. ist. Oder anders: Ob vielleicht mehr Interesse entstehen könnte, wenn das Angebot wieder da ist und entsprechend kommuniziert wird. Unger selbst war von Anfang an skeptisch. Die Zahlen der ersten Zwischenauswertung von Mitte bis Ende Mai haben ihm recht gegeben.

Stadtfest ist das Highlight

Doch wie sah es im Juni aus? Das Wetter ist besser als im Mai und dann ist da auch noch das Stadtfest. Die Antwort: Das Stadtfest selbst macht sich bemerkbar. „Wenn gute Schlagerstars am Samstag da sind, dann merke ich das“, sagt Unger. 56 Fahrten hat Taxi Unger am Stadtfest-Samstag, 15. Juni, gemacht. 800,36 Euro standen hinterher auf dem Abrechnungszettel von Dirk Unger. Am Stadtfest-Freitag mit der DJ-Party sind es 17 Fahrten und 210,50 Euro. Aber: „Das sind die Highlights“, sagt er. Stadtfest, Karneval und dann höre es auch schon auf.

Exemplarisch dafür ist zum Beispiel der 5. Juni, ein Mittwoch. Vier Fahrten und 58,40 Euro stehen auf dem Zettel. „Da habe ich wenigstens meine Kosten gedeckt sagt Unger. An vielen anderen Tagen sieht das anders aus. Zum Beispiel am 4. Juni, da gab es eine Fahrt für 7 Euro. „Und das in sechs Stunden“, erklärt Unger. Der Tiefpunkt des Monats ist der 24. Juni. Da gibt es zwischen 18 und 24 Uhr keinen einzigen Anruf.

Wenig Feedback von Kneipenbesuchern

Und wie sieht es aus mit den Kneipenbesuchern? Die Kritik von Selmer Gastonomen hatte geheißen, dass ihre Gäste am Abend kein oder nur sehr schwer ein Taxi bekommen würden. Von Kneipenbesuchern habe er in diesem Monat in den fraglichen Stunden vielleicht fünfmal eine Fahrt entgegen genommen, so Unger. Das sei deutlich zu wenig. „Die Zeiten ändern sich“, meint Unger, für die Gastronomie und auch für die Taxiunternehmen.

Unger wird das Experiment auch noch im Juli fortsetzen. Allerdings glaubt er nicht, dass die Zahlen im Juli besser aussehen werden. Dann wäre für ihn aber endgültig bewiesen, dass sich spätere Fahrten in der Woche und mehr Fahrer am Wochenende nicht lohnen. „Am Ende muss nicht eine Null stehen, sondern ein Plus“, sagt Unger. Und aktuell steht für ihn bei den späten Fahrten nur ein Minus.

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