Altes Amtshaus in Bork bekommt einen Aufzug und einen Anbau: Das wird teuer

rnAmtshaus Bork

Stufen machen den Weg ins Alte Amtshaus beschwerlich. Ein Aufzug soll Abhilfe schaffen: eine Investition, die nur möglich wird, weil andere Ausgaben im Borker Zentrum zurückgestellt werden.

Bork

, 16.10.2019, 17:21 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Weg ins mehr als 100 Jahre alte Amtshaus in Bork ist - zumindest für alle, die schlecht Stufen steigen können - mühsam. Da hilft es auch nicht, dass der 1970 eröffnete Verwaltungsneubau gleich nebenan ebenerdig zu erreichen ist, wie Verwaltung und Rat meinen.

Sie haben sich bereits 2017 dafür ausgesprochen, dass der unter Denkmalschutz stehende Altbau einen Aufzug bekommen soll: eine Maßnahme, die weitere Ausgaben nach sich zieht - mehr als ursprünglich gedacht.

Ein Aufzug nimmt einiges an Platz weg: Platz, den die Verwaltung dringend benötigt. „Dort befindet sich zurzeit der Wartebereich des Bürgerbüros“, sagt Jutta Röttger. Leiterin Zentrale Dienste bei der Stadtverwaltung. Der neue Wartebereich müsse sich also verschieben: eine Kettenreaktion.

Der Aufzug verdrängt den Wartebereich nach hinten und der wiederum den Bürgerservice. Das sogenannte Backoffice - ein Büro, das für Vier-Augen-Gespräche genutzt wird - falle ganz weg, so Röttger. Von daher sei klar: „Wir brauchen mehr Platz“: einen Anbau nach hinten raus zum Parkplatz.

Die Denkmalbehörde habe für den Eingriff in den historischen Baukörper bereits grünes Licht gegeben, so Röttger. Alles schien bereits in trockenen Tüchern zu sein, wenn nicht der Brandschutz wäre.

Stadt: „Brandschutz sorgt für Mehrkosten“

„Da gibt es neue Auflagen“, so Röttger. Und zudem: sehr teure. Der Stadtrat hatte nicht mehr die Grundsatzentscheidung zu treffen für Aufzug und Anbau, sondern über Mehrkosten zu befinden - und die sind erheblich.

Mit 460.000 Euro hatte die Stadt die Investition bislang beziffert. Das reiche nicht mehr aus, hieß es jetzt. „Das zwischenzeitlich vorliegende Brandschutzkonzept verlangt im Wesentlichen mit Blick auf den Einbau des Aufzugs zahlreiche zusätzliche Maßnahmen des Brandschutzes“, lautet die Begründung der Verwaltung, ohne dabei in die Details zu gehen.

Konkret wird es wieder bei den Zahlen: „Insgesamt wird mit Mehrkosten von 200.000 Euro gerechnet.“ Im Haupt- und Finanzausschuss gab es dazu keinen Beschluss. Dafür, so hatte Maria Lipke (UWG) argumentiert, müsse sie erst einen Plan sehen von der Maßnahme. Den lieferte Jutta Röttger während der Ratssitzung nach und bekam dafür die Zustimmung der Politik.

Einsparungen an anderer Stelle in Bork

Mehrausgaben an der einen Stelle sind für die hochverschuldete Stadt nur möglich, wenn sie an anderer Stelle entsprechend spart: in diesem Fall wieder in Bork.

Aus dem Kauf eines letzten Hauses am Borker Kirchring wird vorerst nichts. Die Stadt hatte dort bereits Gebäude erworben, um dadurch die Möglichkeit zu haben, dort ein Begegnungszentrum einzurichten oder den Raum ganz anders zu nutzen - je nachdem, zu welchem Ergebnis die laufende Ortsteilentwickungsplanung kommt.

„Der Ankauf des letzten Grundstücks in diesem Bereich erfolgt erst in künftigen Jahren“, heißt es in der Beschlussvorlage etwas vage: „Diese Mittel werden dann neu veranschlagt.“

Weiterer Aufzug im Amtshaus ist geplant

Nicht nur in Sachen Kirchring wird vermutlich der neue Stadtrat - am 13. September 2020 wird gewählt - die nächsten Beschlüsse fassen. Auch das Thema Barrierefreiheit im Amtshaus wird das Gremium weiter beschäftigen.

Für 2023 ist der Bau eines weiteren Aufzugs vorgesehen - dieses Mal im fast 50 Jahre alten Neubau des Amtshauses. Dort gibt es zwar schon einen Aufzug, der sei nach heutigen Vorgaben aber zu klein. Mit 120.000 Euro ist die Investition eingepreist - erst einmal.

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