Coronavirus

Daten, Zahlen und Grafiken: Der Verlauf der Corona-Pandemie in Selm

Die vierte Welle rollt an, wie auch die Zahlen in Selm zeigen. Wie sich das Infektionsgeschehen in der Stadt entwickelt hat, auch während der Wellen zwei und drei, haben wir Grafiken aufbereitet.

Ende August sind die ersten Auswirkungen der vierten Welle schon zu spüren. Die Infektionszahlen steigen deutschlandweit, auch in Selm werden nach einem sehr ruhigen Monat im Juli täglich wieder mehr neue Corona-Fälle gemeldet.

Das zeigen auch die Daten über den Verlauf der Pandemie in Selm, die das Gesundheitsamt aus Unna an jedem Wochentag veröffentlicht. Wir haben die Daten in Grafiken zusammengefasst und werfen hier einen Blick auf den Verlauf der Pandemie in Selm.

Infektionen, Gesundete und aktuelle Fälle

Ein Blick auf die aufsummierten Fallzahlen, Gesundeten und aktuellen Fälle lässt den Verlauf der zweiten Welle Ende 2020 und dritten Welle im Frühjahr 2021 schon erkennen.

Auch die vierte Welle ab Ende Juli zeichnet sich hier schon ab. Weil die Gesamtzahl aller Fälle nicht wieder sinken kann, lässt sich das Infektionsgeschehen nur daran ablesen, dass die Zahlen steigen oder, im Optimalfall, gleich hoch bleiben. Viele Menschen werden nach einer Infektion aber wieder gesund. Dieser Wert verhält sich ähnlich zur Gesamtzahl der Fälle, mit einer zeitlichen Verzögerung von einigen Wochen.

Aktive Fälle in Selm

Deutlicher wird der wellenförmige Verlauf der Infektionszahlen beim Blick auf die aktiven Fälle in Selm. Also die Zahl der Menschen, die zum aktuellen Zeitpunkt als Infizierte gemeldet sind. Den höchsten Wert erreichte Selm während der zweiten Welle rund um Weihnachten 2020. Am 17. Dezember waren 208 aktive Fälle in der Stadt gemeldet. Kurz danach, ab dem 27. Dezember begannen die ersten Impfungen von mobilen Impfteams in Altenheimen.

Den Gipfel der dritten Welle markierte der 27. April, mit 160 infizierten Selmerinnen und Selmern. Nach einem sehr ruhigen Monat im Juli, mit zeitweise nur einer aktiven Infektion in der Stadt, sind, Stand 27. August, wieder 28 aktuelle Fälle in Selm bekannt.

Bis zu 35 neue Infektionen pro Tag

Ähnlich zeigt sich der Verlauf der neu gemeldeten Infektionen in Selm pro Tag. Die meisten Fälle innerhalb eines Tages gab es währende der zweiten Welle am 21. Dezember mit 35 neuen Meldungen in Selm vom Gesundheitsamt. Den höchsten Wert währende der dritten Welle gab es am 21. April. Hier wurden 19 neue Fälle in Selm gemeldet.

In der ersten Welle (nicht grafisch dargestellt) hatte es noch verhältnismäßig wenige Infektionen in Selm gegeben. Der höchste Wert lag bei fünf neue gemeldeten Fällen am 24. März 2020.

Covid-19-Patienten im Krankenhaus

Ein entscheidender Faktor im Kampf gegen Corona ist die Auslastung der Krankenhäuser, in denen Patienten mit Covid-19 behandelt und teils beatmet werden müssen. Konkrete Zahlen von schweren Verläufen in Selm gibt es nicht. Das Gesundheitsamt veröffentlicht hier lediglich Zahlen auf Kreisebene.

Hier ist klar zu erkennen: Die meisten Patienten im Krankenhaus gab es während der zweiten und dritten Welle. Der höchste Wert bislang war am 7. Dezember 2020 erreicht, als 166 Menschen im Kreis Unna stationär behandelt werden mussten. Während der dritten Welle im Frühjahr erreichte die Zahl nur die Hälfte dieses Wertes, mit 84 Patienten in stationärer Behandlung am 26. April. Bis zum 11. Juli sanken die Zahlen immer weiter bis auf Null. Stand 27. August gibt es im Kreis Unna neun Patienten die im Krankenhaus behandelt werden müssen.

34 Tote innerhalb von 12 Monaten

Das Coronavirus hat auch in Selm Tote gefordert. Von den insgesamt 36 Selmerinnen und Selmern die im Zusammenhang mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stammen 34 Fälle aus den vergangenen zwölf Monaten (27. August 2020 bis 27. August 2021). Den ersten Todesfall in Selm hatte das Gesundheitsamt am 13. April 2020 gemeldet, den zweiten am 23. April 2020 (nicht grafisch dargestellt).

Am 28. Dezember 2020 gab es mit fünf neuen Todesfällen, die meisten Meldungen innerhalb eines Tages. Seitdem sind immer mehr Menschen mit besonders hoher Gefahr eines schweren oder tödlichen Verlaufs geimpft worden. Die Zahl der Todesfälle in Selm ging im gleichen Zeitraum immer weiter zurück. Die bislang letzte Meldung über eine Tote im Zusammenhang mit Corona in Selm, eine 96-jährige Frau, gab es am 3. Mai, vor fast fünf Monaten.

Lokale 7-Tages-Inzidenz in Selm

Einer der am häufigsten genannten und diskutierten Werte in der Corona-Pandemie ist die 7-Tages-Inzidenz pro 100.000 Einwohner. Die Zahl entschied über lange Zeit, welche Einschränkungen eingeführt oder gelockert wurden. Aktuell ist in Selm entscheidend, ob der Wert im Kreis Unna über oder unter 35 liegt. Berechnen lässt sich die Inzidenz aber auch auf lokaler Ebene in Selm.

Hierbei handelt es, weil die Stadt nur rund 26.000 Einwohner hat, allerdings um eine Hochrechnung. Vereinfacht ausgedrückt schlägt eine neue Infektion in etwa mit dem Faktor vier in der Inzidenz zu Buche. Auf Grundlage der gemeldeten Neuinfektionen des Kreis-Gesundheitsamts erreichte die lokale Inzidenz in Selm ihren höchsten Wert bislang am 23. Dezember 2020 mit 358,7. Aktuell liegt die Inzidenz für Selm bei 54 (Stand 27. August). Die entscheidende Inzidenz im Kreis Unna liegt laut RKI bei 94,3.

Kaum lokale Zahlen über Impfungen

Entscheidend für den weiteren Verlauf der Pandemie ist laut Ärzten und Forschern auch der Fortschritt bei den Impfungen. Lokale Zahlen für Selm gibt es nicht, die kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe veröffentlich Zahlen auf Kreisebene. Laut Impfbericht vom 27. August sind im Kreis Unna 228.270 Menschen vollständig geimpft.

Impfungen in Krankenhäusern, von Betriebs- und Privatärzten werden hierbei aber nicht berücksichtigt. Diese Zahlen erhalten ausschließlich das RKI erklärt die KVWL auf ihrer Homepage. Auf dem Impfdashboard des RKI wiederum finden sich lediglich Zahlen auf Landesebene. Der aktuelle Stand (28. August) der Impfungen in NRW: 62,9 Prozent der Bevölkerung sind vollständig geimpft, 69 Prozent haben mindestens eine Impfung erhalten.

Über den Autor
Beruflicher Quereinsteiger und Liebhaber von tief schwarzem Humor. Manchmal mit sehr eigenem Blick auf das Geschehen. Großer Hang zu Zahlen, Statistiken und Datenbanken, wenn sie denn aussagekräftig sind. Ein Überbleibsel aus meinem Leben als Laborant und Techniker. Immer für ein gutes und/oder kritisches Gespräch zu haben.
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Matthias Stachelhaus

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