Der Bahnübergang im Nierfeld soll sicherer werden

Fuß- und Radweg

Er ist einer der kleinsten Bahnübergänge im Stadtgebiet. Und einer der gefährlichsten – zumindest nach Überzeugung der Deutschen Bahn: der Fuß- und Radweg im Nierfeld. Ab Anfang Dezember soll er sicherer gemacht werden. Wir verraten, wie.

BORK

, 24.11.2016, 11:39 Uhr / Lesedauer: 1 min

Zurzeit halten von jeder Seite des Weges jeweils zwei Sperren Passanten ab, zu eilig auf den Schienenstrang zu gelangen, der Dortmund und Enschede miteinander verbinden. Für Autos jeder Art ist der Weg, der die Gleise kreuzt gesperrt.

Beides sind Maßnahmen, die im Jahr 2000 umgesetzt wurden, wie sich der Bezirksbeamte der Polizei, Heinz-Willi Quante, noch genau erinnert. „Damals war es zu einem schrecklichen Unfall gekommen“, sagte er im Gespräch mit unserer Redaktion. Der Zug habe einen 16-jährigen Radler erfasst – und getötet.

Landesweit werden Übergänge modernisiert

Jetzt setzt die Bahn in Sachen Sicherheit noch einmal nach – nicht in Folge eines weiteren Unfalls, sondern im Zuge eines landesweiten Modernisierungsprogramms. „Wir hatten da keine weiteren Forderungen gestellt“, sagt Stadtsprecher Malte Woesmann auf Anfrage.

Dass die Schranke, die sich automatisch schließt, wenn ein Zug kommt, sinnvoll ist, bestätigte am Montagabend eine Joggerin, die in der nahen Siedlung wohnt. „Ich höre im Garten regelmäßig das Warnsignal des Zuges“, sagte sie während einer Verschnaufpause. Für sie ein untrügliches Zeichen, dass sich wieder spielende Kinder zu nah an die Gleise gewagt hätten.

Zwei Tage helfen Streckenposten aus

Seit Anfang der Woche stehen die neuen Andreaskreuze – Warnschilder, die auf den Bahnübergang hinweisen – neben den alten. Die Vorrichtungen für die Schranken sind aufgebaut, aber die rotweißen Schlagbäume fehlen noch.

Am 5. Dezember solle das Nebeneinander von Alt und Neu beendet sein, kündigt der Bahnsprecher an. Dann werde die alte Blinklichtanlage abgeschaltet. Bis die neue Fußgängerschranke mit Blinklicht einwandfrei funktioniert, sind Streckenposten – also Schrankenwärter aus Fleisch und Blut – zwei Tage lang für die Sicherheit zuständig. 

So funktioniert der Bahnübergang
Der Zug befährt eine sogenannte Einschaltstelle auf den Gleisen. An dieser Stelle beträgt der Bremsweg des Zugs bis zum Bahnübergang noch etwas mehr als einen Kilometer.
Das Überwachungssignal zeigt weißes Standlicht: für den Lokführer das Signal, dass der Bahnübergang gesichert ist.
Die Lichtzeichen an der Schrankenanlage leuchten gelb und kurz darauf rot: das Signal für alle Passanten, sofort stehen zu bleiben.
Die Halbschranken schließen als Barrieren zusätzlich zu den Lichtzeichen.
Der Zug befährt den Ausschalteabschnitt auf den Gleisen. Die Schranken öffnen sich wieder, und die Lichter erlöschen.

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