Der Delfin schwimmt weiter

SELM Nach der Feststellung der Sprachfähigkeit vierjähriger Kinder hat die Förderung in Selm vor kurzem begonnen. Delfin 4 hieß der Test, der im Frühjahr in ganz NRW durchgeführt wurde. Die erste Stufe fand in den Kindergärten, die zweite in den Grundschulen statt. In der Stadt Selm wurden bei insgesamt 34 Jungen und Mädchen im Alter von vier Jahren sprachliche Defizite festgestellt.

von Von Matthias Münch

, 13.11.2007 / Lesedauer: 2 min
Der Delfin schwimmt weiter

Im Siloah-Kindergarten führt die Erzieherin Bärbel Rahn die Sprachförderung schon seit längerer Zeit durch. Nun fördert sie die Kinder speziell nach dem Delfin 4-Programm.

Davon wohnen drei Kinder im Ortsteil Bork und kein einziges in Cappenberg.

Geschultes Personal

Alle 34 Kinder werden nun so intensiv gefördert, dass sie in zwei Jahren möglichst problemlos eingeschult werden können. Nur zwei dieser Kinder besuchen keinen Kindergarten. Sie müssen aber für die Sprachförderung ein- oder zweimal pro Woche zu einer der Tageseinrichtungen kommen. Denn dort finden die Kurse mit entsprechend geschultem Personal statt. 340 Euro bezahlt das Land jährlich pro Kind. Davon werden die Honorarkräfte, Fortbildungen und pädagogisches Material finanziert, wie Claudia Schulz vom Schulamt der Stadt erklärt.

Förderung im Verbund

In Selm werden die Kurse in folgenden Kitas durchgeführt (in Klammern die Zahl der dort geförderten Kinder): Drachenstark (4), Siloah (6), St. Josef (3) und St. Martin (8). Die Kindergärten St. Fabian und Sebastian, St. Ludger und das Familienzentrum Mittendrin haben einen Verbund für zehn Kinder gebildet. Sie werden von Claudia Becker-Bollerott in den Kindergärten St. Ludger und Mittendrin gefördert.

In den drei Borker Kindergärten St. Trinitatis, St. Marien und St. Stephanus hat jeweils nur ein Kind Förderbedarf. Deshalb wurde in Bork kein Kurs eingerichtet. Vielmehr werden die Kinder in den Einrichtungen gefördert. Von den Landesmitteln bezahlen die Träger der Kindergärten Materialien und die Qualifizierung von Erzieherinnen für die spezielle Sprachförderung.

Unerwünschte Konsequenzen

Allerdings ist nicht alles Gold was glänzt. Engagierte Sprachförderung gab es auch schon vor Delfin 4 in den Kindergärten. Der Test selbst war umstritten. Nun hat er auch unerwünschte Konsequenzen, wie Erzieherin Claudia Becker-Bollerott kritisch feststellt: "Die alte Förderung läuft aus. Geld gibt es nur noch nach Delfin 4. Jetzt müssen wir Kinder fördern, die in dem Test nichts sagen wollten, eigentlich aber gut sprechen können." Umgekehrt gebe es keinen Cent mehr für Kinder, die tatsächlich Förderbedarf haben.

  

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