Die ersten Flüchtlinge beziehen Unterkunft in Selm

Zehn Personen pro Woche

Selm setzt bei der Flüchtlingsunterbringung auf eine große Unterkunft - die neue Einrichtung steht an der Industriestraße und soll Platz für 200 Menschen bieten. Am Mittwoch ist der erste Flüchtling eingezogen, am Donnerstag folgen neun weitere. Damit füllt sich die Unterkunft langsamer, als ursprünglich geplant.

SELM

, 26.04.2017, 17:58 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die neue Flüchtlingsunterkunft an der Industriestraße wird sich langsamer füllen als erwartet. Wohnräume, Sanitäreinrichtungen, Betreuungsräume und Verpflegung sind dort in Containern untergebracht.

Die neue Flüchtlingsunterkunft an der Industriestraße wird sich langsamer füllen als erwartet. Wohnräume, Sanitäreinrichtungen, Betreuungsräume und Verpflegung sind dort in Containern untergebracht.

Jetzt zieht Leben ein in die neue Flüchtlingsunterkunft an der Industriestraße. Für Mittwoch war die Ankunft des ersten Flüchtlings angekündigt, am Donnerstag sollen nach Aussage der Selmer Stadtverwaltung neun weitere Personen folgen. Sie sind die ersten Bewohner der neuen Einrichtung. „Mit der Bezirksregierung ist vereinbart, dass Selm dann jede Woche zehn Personen zugewiesen werden“, sagte die Beigeordnete Sylvia Engemann auf unsere Anfrage.

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So sieht es in den neuen Wohncontainern für Flüchtlinge aus

So sieht es in den neuen Wohncontainern für Flüchtlinge aus
05.04.2017
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Fünf Personen sollen pro Container in Doppelstockbetten schlafen. Dazu gibt es noch einen Tisch und Stühle in den Containern.© Foto: Jessica Hauck
Politiker und Vertreter des Flüchtlingsrates des Kreises Unna haben sich am Dienstag die Flüchtlingsunterkunft an der Industriestraße angesehen. Wohnräume, Sanitäreinrichtungen, Betreuungsräume und Verpflegung sind dort in Containern untergebracht.© Foto: Jessica Hauck
Politiker und Vertreter des Flüchtlingsrates des Kreises Unna haben sich am Dienstag die Flüchtlingsunterkunft an der Industriestraße angesehen. Rund 30 Personen sahen sich die Container an.© Foto: Jessica Hauck
Jutta Röttger, Leiterin Zentrale Dienste, erklärte den Politikern das Farb-System der Unterkunft. Die Wohncontainer zum Beispiel haben gelbe Türen, die Kinderbetreuung orange.© Foto: Jessica Hauck
Politiker und Vertreter des Flüchtlingsrates des Kreises Unna haben sich am Dienstag die Flüchtlingsunterkunft an der Industriestraße angesehen. Wohnräume, Sanitäreinrichtungen, Betreuungsräume und Verpflegung sind dort in Containern untergebracht.© Foto: Jessica Hauck
In jedem Wohncontainer steht ein Kühlschrank bereit, in dem Lebensmittel aufbewahrt werden können. Die Mahlzeiten werden aber von einen Caterer im Speisesaal serviert. Dazu gibt es noch Container mit Teeküchen.© Foto: Jessica Hauck
In jedem Schrank liegt ein Paket mit Bettwäsche und Hygieneartikel bereit.© Foto: Jessica Hauck
Politiker und Vertreter des Flüchtlingsrates des Kreises Unna haben sich am Dienstag die Flüchtlingsunterkunft an der Industriestraße angesehen. Wohnräume, Sanitäreinrichtungen, Betreuungsräume und Verpflegung sind dort in Containern untergebracht.© Foto: Jessica Hauck
Bis zu 200 Personen sollen in den Wohncontainern wohnen. Je fünf Personen pro Container. Drei Doppelstockbetten stehen darin, das sechste Bett soll aber als Ablagefläche dienen.© Foto: Jessica Hauck
Die Pforte wird von einem Sicherheitsdienst bewacht. Auch mit Polizei und Feuerwehr sind die Einrichtungen der Unterkunft schon besprochen worden.© Foto: Jessica Hauck
Politiker und Vertreter des Flüchtlingsrates des Kreises Unna haben sich am Dienstag die Flüchtlingsunterkunft an der Industriestraße angesehen. Die sanitären Einrichtungen haben blaue Türen.© Foto: Jessica Hauck
Dusch- und Toilettenbereiche sind für Männer und Frauen getrennt. Auch für Umkleidebereiche, in denen die Bewohner vor Blicken geschützt sind, solle gesorgt werden, so Sylvia Engemann.© Foto: Jessica Hauck
Die Versorgungsleitungen werden unter den Containern im Asphalt verlegt. Im Hintergrund ist der Speisesaal zu sehen.© Foto: Jessica Hauck
Politiker und Vertreter des Flüchtlingsrates des Kreises Unna haben sich am Dienstag die Flüchtlingsunterkunft an der Industriestraße angesehen. Wohnräume, Sanitäreinrichtungen, Betreuungsräume und Verpflegung sind dort in Containern untergebracht.© Foto: Jessica Hauck
Am Speisesaal wird noch gearbeitet. 150 Personen sollen dort Platz finden.© Foto: Jessica Hauck
Rollrasen sorgt für einen grünen Bolzplatz. Hier fehlen noch Tore, dann kann Fußball gespielt werden. Die Stadt will für viele Beschäftigungsangebote in der Unterkunft sorgen, sagte der neue Leiter der Einrichtung, Thomas Kirschner.© Foto: Jessica Hauck
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Ursprünglich war verabredet, dass mit der Fertigstellung der Unterkunft wöchentlich 20 Flüchtlinge neu nach Selm kommen. Weil aber die Zahl neuer Flüchtlinge insgesamt geringer ist als erwartet, ist die Zahl vor rund drei Wochen in Absprache zwischen der Bezirksregierung und der Stadt halbiert worden.

Quoten müssen noch erfüllt werden 

Die Zahl würde wohl noch niedriger ausfallen, wenn die Stadt in der Vergangenheit wegen der Notunterkunft nicht von Zuweisungen ausgeklammert worden wäre. „So haben wir unsere Quoten noch nicht erfüllt“, betont Engemann. Das gelte übrigens für beide Gruppen – Flüchtlinge mit hoher Bleibeperspektive (mit Wohnaufsitzauflage) und Flüchtlinge mit nicht so großer Bleibeperspektive.

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Bis Mittwoch (also ohne die zehn Zuweisungen) lebten 171 Asylbewerber in Selm. Diese Personen stammen aus 31 Nationen: Aserbaidschan, Afghanistan, Algerien, Ägypten, Albanien, Armenien, Bangladesch, China, Eritrea, Georgien, Ghana, Guinea, Iran, Irak, Indien, Kosovo, Kamerun, Kongo, Libanon, Marokko, Mongolei, Mali, Nigeria, Pakistan, Russische Föderation, Serbien, Somalia, Syrien, Sri Lanka, Tadschikistan und Türkei.

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