Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Die Selmer Drogenküche war wieder in Betrieb

Erneut Rauschgift gefunden

„Amphetamin-Drehkreuz Selm – die neue Staffel.“ Wäre es eine TV-Serie, könnte man sie so nennen. Es ist aber Realität. Denn schon wieder ermitteln deutsche Behörden in einem umfangreichen Rauschgiftverfahren, bei dem eine der Spuren nach Selm führt. Dort wurden erneut sieben Kilo Amphetamin gefunden.

SELM

28.11.2016 / Lesedauer: 2 min

Die Spur führt zur Halle eines 46-jährigen Rockers in der Nähe des Hellweg-Baumarktes an der Lüdinghausener Straße. In dieser Halle fand die Polizei bei einer Razzia Ende September erneut sieben Kilogramm Amphetamin. Das hielten die Ermittler zunächst geheim, um die weiteren Untersuchungen nicht zu gefährden.

Diesmal wurde die Polizei im Auftrag ihrer Kollegen aus Würzburg aktiv. Das bestätigte Thomas Röwekamp, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde Unna, auf Anfrage unserer Redaktion. Im Zusammenhang mit dem erneuten Drogenfund an der Lüdinghausener Straße nahmen die Beamten einen jungen Selmer fest, der jetzt in Untersuchungshaft sitzt.

Vater soll bis nach Finnland mit Drogen gehandelt haben

Dabei soll es sich um den Sohn des 46-jährigen Selmer Rockers handeln. Hauptkommissar Röwekamp will das aus ermittlungstechnischen Gründen nicht bestätigen, aber auch nicht dementieren.

Am 1. Juli war der 46-jährige zusammen mit fünf weiteren Rockern im Bandidos-Prozess am Landgericht Münster zu acht Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden. Für die Strafkammer stand fest, dass der Selmer in seiner Halle große Mengen Amphetamin produziert hatte. Zusammen mit anderen Bandidos soll er damit einen schwunghaften Handel bis nach Finnland betrieben haben.

Das Urteil gegen die Rocker ist noch nicht rechtskräftig. Ihre Anwälte legten dagegen Revision beim Bundesgerichtshof ein. Eine Entscheidung darüber fällt frühestens im März 2017.

Vier Männer im Gefängnis

Parallel zum Bandidos-Verfahren lief in Münster noch ein weiterer Prozess gegen einen 27-jährigen Selmer sowie drei andere Drogenhändler aus Lüdinghausen, Rietberg und Sendenhorst. Er endete ebenfalls mit mehrjährigen Gefängnisstrafen.

Jetzt lesen

Auch in diesem Verfahren hatten zwei der Angeklagten vom Selmer Drogenlabor berichtet. Die meisten Rauschgift-Übergaben an untergeordnete Dealer fanden auf Selmer Supermarkt-Parkplätzen statt.

Und nun schon wieder sieben Kilo in der Halle an der Lüdinghausener Straße. Selm scheint also tatsächlich so etwas wie ein regionaler Amphetamin-Umschlagplatz zu sein. 

Lesen Sie jetzt