Die Suche nach einem neuen Namen fürs Gymnasium: Diese vier Vorschläge sind im Rennen

rnGymnasium Selm

Städtisches Gymnasium Selm. Ein Name, der bekannt ist. Während der jüngsten Projektwoche nahmen sich Schüler jedoch vor, mal nach einem neuen Namen zu suchen. Mit überraschenden Ergebnissen.

Selm

, 28.09.2019, 12:01 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wie ist die Namenssuche während der Projektwoche eigentlich abgelaufen? Birgit Kaufmann, Lehrerin am Gymnasium und Projektleiterin, beschreibt das Prozedere so: „Als erstes haben wir uns angeschaut, welche Namen andere Schulen in unserer Stadt und in einigen Nachbarstädten haben. Dabei haben wir diskutiert, welche Wirkung mit einem konkreten Namen verbunden ist und welche Motivation vermutlich hinter der Namensgebung gestanden haben mag. Anschließend haben wir herausgearbeitet, wofür unser Gymnasium steht, welche Schwerpunkte wir haben und was uns an unserer Schule besonders wichtig ist.“

Zwei thematische Schwerpunkte

Von den vier gebildeten Schülerteams haben sich unabhängig voneinander dann zwei für den Schwerpunkt „Umweltschutz und Nachhaltigkeit“ und zwei für den Schwerpunkt „Schule ohne Rassismus: Für Frieden und Gleichberechtigung“ entschieden. „Alle vier Gruppen haben jeweils einen konkreten Vorschlag zur Namensgebung erarbeitet und hierzu mit großem Arbeitseinsatz einen Trailerfilm erstellt“, erzählt Birgit Kaufmann. Diese Filme haben die Schüler dann während der Projektpräsentation zum Abschluss der Projektwoche gezeigt.

Was passiert jetzt mit den Ergebnissen? Wie kommen die Namen bei den anderen Schülern an? Und welche vier Namensvorschläge gibt es überhaupt? Fragen, die Ulrich Walter, Leiter des Selmer Gymnasiums, beantwortet.

Prozess ohne Zeitdruck

Das Thema Schulname hat Walter auf die Tagesordnung der jüngsten Schulpflegschaftssitzung gesetzt. „Einige Eltern haben gesagt, dass man durchaus die Frage nach dem Namen stellen kann“, berichtet Walter aus der Sitzung. „Sie haben aber auch erklärt, dass man das als Prozess verstehen sollte, mit dem sich die Schulgremien ohne Zeitdruck befassen sollen.“

Andere Eltern hätten gefragt, wieso es nun eine Diskussion um den Schulnamen geben soll. „,SGS ist doch in aller Munde‘, es bestehe kein Bedarf, haben diese Eltern gesagt“, berichtet Walter.

Er habe dann angeregt, eine Arbeitsgruppe aus Eltern und Schülern zu bilden, sagt der Leiter des Gymnasiums. Diese Gruppe solle sich der Frage annehmen, ob und wenn ja, wie der Prozess der Namensfindung ablaufen soll.

Die vier Namensvorschläge: Das steckt dahinter
  • Rosa Parks (geboren am 4. Februar 1913 in Tuskegee, Alabama; gestorben am 24. Oktober 2005 in Detroit, Michigan) war eine US-amerikanische Bürgerrechtlerin. Die Afroamerikanerin war am 1. Dezember 1955 in Montgomery, Alabama festgenommen worden, weil sie sich geweigert hatte, ihren Sitzplatz im Bus für einen weißen Fahrgast zu räumen. Die dadurch ausgelösten Proteste gelten als Anfang der Afroamerikanischen Bürgerrechtsbewegung.
  • Greta Thunberg (geboren am 3. Januar 2003 in Stockholm) ist eine schwedische Klimaschutzaktivistin. Ihr Einsatz für eine konsequente Klimapolitik findet weltweit Beachtung. Die von ihr initiierten „Schulstreiks für das Klima“ sind inzwischen zur globalen Bewegung „Fridays for Future“ gewachsen.
  • Nelson Mandela (geboren am 18. Juli 1918 in Mvezo, Transkei; gestorben am 5. Dezember 2013 in Johannesburg), war ein führender südafrikanischer Aktivist und Politiker im Jahrzehnte andauernden Widerstand gegen die Apartheid sowie von 1994 bis 1999 der erste schwarze Präsident seines Landes. Aufgrund seiner Aktivitäten gegen die Apartheidpolitik in seiner Heimat musste Mandela von 1963 bis 1990 insgesamt 27 Jahre als politischer Gefangener in Haft verbringen.
  • Leonardo DiCaprio (geboren am 11. November 1974 in Los Angeles, Kalifornien) ist ein US-amerikanischer Filmschauspieler, Produzent, Oscar-Preisträger und Umweltschützer.

Während der Projektwoche hatten Schüler die Gelegenheit, für die vier Namensvorschläge der Projektgruppe zu stimmen. Laut Ulrich Walter hat es folgendes, nicht repräsentative Ergebnis gegeben:

Keine Unterschrift für Greta Thunberg

Für den Namen Rosa-Parks-Gymnasium habe es 35 Unterschriften gegeben. Der Namensvorschlag Greta-Thunberg-Gymnasium habe keine Unterschrift erhalten.

Sieben Unterschriften gab es für den Vorschlag Nelson-Mandela-Gymnasium.

Für den Namen „DiCaprio-Gymnasium“ votierten vier Schüler per Unterschrift.

Aus Sicht des Schulleiters sind verschiedene Aspekte bei der Suche nach einem neuen Namen für das Städtische Gymnasium Selm zu berücksichtigen. Und zwar unter der Prämisse, dass die Schüler ja sich mit der Frage auseinandergesetzt hätten, wofür das Gymnasium eigentlich steht: „Man muss die Frage stellen, ob es jemanden aus unserem Kulturkreis gibt, der für Werte wie Miteinander und Engagement stehen.“ Und: „Der Name muss über viele Jahrzehnte tragen.“

Das ist wohl auch einer der Gründe dafür, dass die Eltern laut Ulrich Walter gebeten haben, „nicht auf die Zeitschiene zu gucken“. Wann der Prozess der Namensfindung abgeschlossen sein könnte, sei ungewiss. „Ob in fünf oder in zehn Jahren - alles ist möglich.“

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