Diese Ecke der Ludgeristraße ärgert die Anwohner

Schlecht einsehbar

Die Ludgeristraße ist so etwas wie die Ader der Altstadt. Allerdings ist die Straße nicht die breiteste, schlängelt sich durch das Dorf und ist dicht bebaut. An der Einmündung der Straße Am Wällchen kommt es deshalb immer wieder zu gefährlichen Situationen - die Anwohner sind verärgert.

SELM

, 04.05.2017, 18:40 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Anwohner der Straße Am Wällchen beschweren sich, dass sie nur schlecht Radfahrer und Fußgänger erkennen können, wenn sie auf die Ludgeristraße abbiegen wollen.

Die Anwohner der Straße Am Wällchen beschweren sich, dass sie nur schlecht Radfahrer und Fußgänger erkennen können, wenn sie auf die Ludgeristraße abbiegen wollen.

Wollen die Anwohner mit dem Auto von der Straße Am Wällchen auf die Ludgeristraße abbiegen, sehen sie nicht richtig, ob Autos, Radfahrer oder Fußgänger kommen, beklagt Franz-Josef Schwenke, „wir können nicht um die Ecke gucken.“

Das Problem besteht schon lange. Der Saal des ehemaligen Gasthauses Knipping ist bis weit an die Ludgeristraße gebaut. Der Bürgersteig macht dort einen Knick. Die Ecke des ehemaligen Saals nimmt den Abbiegern die Sicht.

Ein Umstand, den man nun hätte ändern können, findet Schwenke. Denn Haus Knipping wird umgebaut. Bereits im Januar 2016 hat Schwenke einen Brief an Bürgermeister Mario Löhr geschrieben und das Problem geschildert. Über zehn Anwohner der Straße Am Wällchen hätten unterschrieben, erzählt Schwenke.

Sorge um Schulkinder

Zwei sei der Ort kein Unfallschwerpunkt, doch die Anlieger erlebten „fast täglich gefährliche Begegnungen mit anderen Verkehrsteilnehmern“, heißt es in dem Anschreiben. Besonders sorgt sich Franz-Josef Schwenke um Kinder auf dem Schulweg, die mit dem Rad auf dem Gehweg fahren.

Erst wenn er mit dem Auto längst auf dem Gehweg stehe, könne er um die Ecke gucken. Parkende Autos behinderten die Sicht zusätzlich. Ein Spiegel auf der anderen Straßenseite helfe bei dem Problem nicht richtig weiter.

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Nur einige Wochen später, im Februar oder März 2016 gab es dann einen Ortstermin. Zwar ohne Anwohner, aber Vertreter des Bauamts, der Verwaltung und der Investor, der das Haus umbaut, schauten sich die Ecke an. Daraus entstand der Vorschlag, den Saal um etwa einen Meter zurückzubauen.

Kosten zwischen 20.000 und 25.000 Euro

Werner Wetekamp, der Haus Knipping gerade umbaut, hätte die dafür benötigte Fläche der Stadt zur Verfügung gestellt. Den Abriss der Ecke sollte aber die Stadt bezahlen. Das hätte wohl 20.000 bis 25.000 Euro gekostet, schätzt Wetekamp.

So dringlich schätzte die Stadt den Handlungsbedarf aber nicht ein. Es handele sich nicht um einen Unfallschwerpunkt, heißt es im Protokoll des Ortstermins. „Dringender Handlungsbedarf besteht nicht.“ Das sieht die Stadt noch heute so. „Es ist nicht optimal, aber ausreichend“, sagt Stadtsprecher Malte Woesmann auf Anfrage.

Warum der Vorschlag, die Ecke abzureißen nicht umgesetzt wurde, konnte er am Donnerstag nicht beantworten, da Bürgermeister Mario Löhr auswärts bei einem Termin war.

Ärger bei den Anwohnern

Die Anwohner ärgern sich, dass sie keine Antwort bekommen haben. Und trauern der vertarnen Gelegenheit hinterher. „Ein Meter hätte uns gereicht“, sagt Franz-Josef Schwenke. „Jetzt war die Möglichkeit, etwas zu ändern.“  

Umbau bis September
-Der Umbau des ehemaligen Hotels Knipping zu einem Wohnhaus soll im September abgeschlossen sein, sagt der Investor Werner Wetekamp.
-Nach einem Nachtragsbauantrag wird das Gebäude nun zweistöckig gebaut. 20 Wohnungen entstehen, 19 sind laut Wetekamp bereits verkauft, privat und an Investoren.
-Zu einer Hausführung lädt der Investor alle Interessenten ein, die sehen wollen, wie sich die ehemalige Gaststätte verändert hat. Treffpunkt ist am Montag, 8. Mai, um 18 Uhr auf dem Hinterhof von Haus Knipping, Ludgeristraße 32.

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