Drogenprozess: Gab es in Selm ein Speed-Labor?

Vor dem Landgericht Münster

Gab es in Selm ein Amphetamin-Labor oder nicht? Das war Mittwoch am Landgericht Münster eine der strittigen Fragen im Drogenprozess gegen vier Männer aus Selm, Lüdinghausen, Sendenhorst und Rietberg. Alle haben die ihnen zur Last gelegten Taten bereits weitgehend gestanden.

SELM

06.04.2016, 18:07 Uhr / Lesedauer: 1 min
Drogenprozess: Gab es in Selm ein Speed-Labor?

Vor dem Landgericht Münster wurden am Mittwoch im Betrugsprozess gegen einen Ex-Banker die Plädoyers gehalten.

Ausführlich sagte ein Beamter der Zollfahndung aus Essen über die von ihm geführten Ermittlungen aus. Sehr häufig war dabei von Drogenübergaben in Selm die Rede. Die Geschäfte liefen meist nach dem gleichen Schema ab: Der 49-jährige Lüdinghausener bekam eine Amphetamin-Bestellung von dem Rietberger Dealer.

Der gab den Auftrag an seinen 27-jährigen Selmer Lieferanten weiter und veranlasste die Übergabe des Rauschgifts auf dem Parkplatz des Hellweg-Baumarktes oder des K+K-Marktes in Selm. Viermal sei auch der im parallel laufenden Bandidos-Prozess angeklagte 46-jährige Selmer Rocker als Lieferant des Amphetamins genannt worden.

"Existenz des Labors nicht erwiesen"

Und in einer Vernehmung, so der Zollfahnder, erzählte ihm der Rietberger von einer Fahrt mit dem Lüdinghausener zur Halle des Selmer Bandidos. Er habe ihm dort das Selmer Amphetamin-Labor zeigen wollen. Das ging dem Rechtsanwalt des 27-jährigen Selmers aber entschieden zu weit. Der Anwalt, der im Bandidos-Prozess ebenfalls als Verteidiger auftritt, betonte, dass die Existenz eines solchen Labors in Selm nicht erwiesen sei.

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Im weiteren Verlauf der Verhandlung am Mittwoch trug ein Arzt seine Gutachten über drei der Angeklagten vor. Er sollte unter anderem feststellen, ob die Beschuldigten selbst drogenabhängig waren. Ob sie also Rauschgifthandel betrieben, um damit die eigene Sucht zu finanzieren. Vor allem für die beiden Beschuldigten aus Selm und Lüdinghausen geht es dabei um viel: Ihnen droht je nachdem eine Gefängnisstrafe oder die Einweisung in eine Entzugsklinik.

Hang zum Rauschgift

Dem Selmer gesteht der Gutachter einen Hang zum Rauschgift zu. Für den Lüdinghausener soll dies am kommenden Mittwoch geklärt werden. Danach sollen der Staatsanwalt und die vier Verteidiger ihre Plädoyers halten. Und eventuell wird dann die 3. Große Strafkammer bereits die Urteile verkünden.

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