Dülmener Düb verwandelt sich in XXL-Spaßbad

Umstrittenes Projekt

Fast acht Millionen Euro nimmt die Stadt Dülmen in die Hand, um das Freizeitbad Düb fit für die Zukunft zu machen und den Besuchern neue Perspektiven zu eröffnen. Das Projekt ist in der Stadt umstritten - vor allem mit Blick auf die Kosten. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

DÜLMEN

, 29.04.2017, 07:04 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vor der geheimen Abstimmung am Donnerstagabend im Stadtrat hatte sich Bürgermeisterin Lisa Stremlau für die „Variante II“ – den ursprünglichen Plan – mit einem Kostenrahmen von rund 5,8 Millionen ausgesprochen – vergeblich. Die Variante, die der Stadtrat jetzt beschlossen hat, wird deutlich teurer. Was kommt jetzt? Diese und weitere Fragen beantworten wir hier.

Was hat die Kosten in die Höhe getrieben?

In einer Bürgerversammlung Mitte Mai hatten sich die Wasserfreunde für ein sogenanntes Aktivbecken stark gemacht. Einer Forderung, der sich in der Ratssitzung die CDU anschloss. Gebaut werden soll jetzt ein 8 mal 10 Meter großes Becken mit einem Hubboden. Es ist vor allem für die Schwimmerziehung vorgesehen. Damit steigen allerdings die Kosten um rund zwei Millionen von 5,8 auf 7,8 Millionen Euro.

Hat es auch eine deutlich preiswertere Variante gegeben?

Insbesondere die SPD favorisierte eine Grundsanierung des Düb' type='' href='http://www.dueb.de/. Die „Variante 1“ sah vor, Umkleiden, Fliesen im Bad, die Duschen und Küche zu sanieren. Im Kostenrahmen von 4,7 Millionen Euro enthalten war auch die Errichtung eines Bistros im Relax-Bereich.

Wie bewerteten Experten diese Pläne?

Aus Sicht von Architekt Christoph Keinemann und Unternehmensberater Dieter Vatheuer von der Prova – sie begleitet das Düb von Anfang an – hätte ein saniertes Bad, also Umsetzung der Variante 1, keine Perspektive. Freizeitbäder in der Nachbarschaft würden nach ihrer Einschätzung auf Sicht das Düb abhängen. Eine Einschätzung, die Vertreter von SPD, Grünen, FDP und Linke in der Ratssitzung kritisierten.

Wie sah konkret die ursprüngliche Sanierungsvariante aus, was sollte sich ändern?

Alle Vorschläge der Variante 1 sollten in der Variante 2 ebenfalls umgesetzt werden. Allerdings sahen die Pläne zusätzlich eine Gastronomieerweiterung im Bad, einen erweiterten Sprung- und Kletterbereich, eine zusätzliche Rutsche sowie eine Panoramasauna für den Relaxbereich vor. Vor allem Kinder und Jugendliche anziehen soll das „Johnny-Düb-Kinderland“. Hier gibt es ein gestrandestes Piratenschiff, eine Rutsche mit Lichteffekten, eine Strandlandschaft mit Wasserspielen für Kleinkinder, gemütliche Bambushütten, einen Kletter- und Sprungturm mit Wasserfall und vieles mehr.

Wie waren am Ende die Mehrheitsverhältnisse im Dülmener Stadtrat?

Nach langer Diskussion im Rat und einer Beratungspause wurde geheim über die drei Varianten abgestimmt. Dabei gab es eine deutliche Mehrheit – 25 Ja-Stimmen – für die teuerste Variante (inclusive Kinderland und Aktivbecken). 13 Ratsmitglieder stimmten dagegen, zwei Ratsmitglieder enthielten sich.

Wann sollen die Pläne umgesetzt werden?

Ziel der Stadt ist, in wenigen Wochen mit den Arbeiten zu beginnen. „Wir wollen die Sommersaison nutzen“, sagt auf unsere Anfrage Stadtsprecherin Nina Wischeloh. Bis zum Ende der Freibadsaion werden die Arbeiten aber auf keinen Fall beendet sein. Das wäre auch bei der Sanierung der Fall gewesen.

Warum hat es überhaupt eine Diskussion über das düb gegeben?

Besucher des Bades kennen die großen Schäden bei den Fliesen, auch an anderen Stellen ist der dringende Sanierungsbedarf deutlich. Düb-Geschäftsführer Georg Bergmann hatte deshalb Ende 2016 eine acht- bis zehnmonatige Schließung des Bades angekündigt.

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