Dunkle Wolken über dem Selmer Frauennetzwerk

SELM Droht dem Selmer Frauen-Netzwerk e.V. das Aus? Dunkle Wolken schwebten über der Jubiläumsfeier zum 20-jährigen Bestehen dieser Frauenhilfsorganisation im Gasthaus Suer. "Wenn wir unser Büro bei Reckers verlieren, wird das Netzwerk wohl aufgelöst werden", fürchtete Ulla Theil, eine der Gründerinnen.

von Von Antje Pflips

, 19.10.2008, 14:11 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Frauen der "ersten Stunde" Ulla Theil, Marion Strassmann, Margret Fistler und Karin Goddinger mit Egon Schmidt und der zweiten Vorsitzenden, Anja Blum (v.l.).

Die Frauen der "ersten Stunde" Ulla Theil, Marion Strassmann, Margret Fistler und Karin Goddinger mit Egon Schmidt und der zweiten Vorsitzenden, Anja Blum (v.l.).

Ungewiss ist die weitere Verwendung des Hauses. Deswegen sucht das Frauennetzwerk dringend nach neuen Räumen. "Wir können allerdings nur eine geringe Miete zahlen, da wir keine Zuschüsse mehr erhalten", erklärte Marion Strassmann, die als Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Selm 1988 dieses Projekt mit ins Leben rief.

Gleichstellung

Damals gab es noch Zuschüsse, mit denen einige Projekte angegangen werden konnten. Mit Karin Goddinger, Margret Fistler und Ulla Theil gründete Marion Strassmann das Frauennetzwerk. "Aus den Erfahrungen als Gleichstellungsbeauftragte kristallisierte sich der Bedarf," so Strassmann. Die Wunschzettelaktion "Frauen wissen, wo der Schuh drückt" gab dazu genügend Anhaltspunkte. Als Beispiel nannte sie die im August 1991 angemietete Frauenwohnung für minderjährige Mütter, die mit viel Engagement der ehrenamtlich tätigen Frauen und durch große Unterstützung von Selmer Gewerbetreibenden eingerichtet werden konnte. Leider musste diese Wohnung aus Kostengründen wieder aufgegeben werden.

Beitragsfinanzierung

"Wir finanzieren uns nur durch die Beiträge der Mitglieder," erklärte Anja Blum, zweite Vorsitzende. Weiterhin stehen hilfesuchenden Frauen das Schreibbüro, der Nähtreff, der Treff für Alleinerziehende und der Frühstückstreff zur Verfügung. Dort haben sie die Möglichkeit, ihre Probleme zur Sprache zu bringen. Das Frauenhaus in Unna wird ebenso unterstützt. Frauen der Arbeiterwohlfahrt, Caritas, Diakonie, Familienbildungsstätte und der Politik arbeiten im Frauennetzwerk zusammen. Hinzu kommen das Jugendamt und eine Psychologin.Zehn europäische Nationen Einen Höhepunkt in der 20-jährigen Geschichte bildete 1991 der Besuch einer Delegation mit Frauen aus zehn europäischen Nationen, die sich über das Selmer Frauennetzwerk informierten. Sollte das alles jetzt an fehlenden Räumen scheitern? Vielleicht haben die Vertreter aus Politik und der Kirche, die die Arbeit des Frauennetzwerkes lobten und Geldgeschenke verteilten, hier Hilfsangebote.

Zum gemeinsamen Frühstück gab es musikalische Darbietungen und Märchen von Ina Niehaus.

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