Kreis bestätigt: Ein Coronafall in Selm, ein Verdachtsfall

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Einen Tag, nachdem bekannt wurde, dass das Coronavirus auch Selm erreicht hat, herrschen zunächst weiterhin Unklarheiten zur Fallzahl. Die Stadt hat derweil Handlungsempfehlungen herausgegeben.

Selm

, 13.03.2020, 15:21 Uhr / Lesedauer: 2 min

Einen Tag nachdem bekannt wurde, dass auch in Selm einen Coronafall gibt, ist zunächst noch vieles unklar. So hatten Bürgermeister Mario Löhr und Dezernent Stephan Schwager am Donnerstag von zwei Fällen gesprochen. Der Kreis Unna bleibt aber dabei: „Wir haben die gesicherte Zahl von einem Fall“, sagt Sprecher Max Rolke am Freitagnachmittag. Allerdings, so sagt Rolke, gebe es einen Verdachtsfall aus Selm. „Der hat sich aber bislang nicht bestätigt“, sagt Rolke.

Nähere Details zu dem Fall aus Selm, zum Beispiel darüber, wie sich die betroffene Person infiziert hat, kann Kreissprecher Max Rolke nicht nennen. „Es ist für uns nicht mehr möglich, in jedem Fall die Infektionswege zu benennen“, sagt Rolke. Angesichts der steigenden Fallzahl im Kreis sei das nicht mehr leistbar. Im Kreis Unna sind bislang 14 Corona-Fälle bestätigt. Am Donnerstag war die Zahl zunächst auf 15 gestiegen gewesen, ein Fall aus Werne hatte sich aber nicht bestätigt. Im Kreis Coesfeld gibt es 33 bestätigte Fälle.


Schulen und Kitas geschlossen

Unklarheit herrschte am Freitag zunächst auch der Kita St. Johannes in Cappenberg. Die Kindertagesstätte ist seit Freitag geschlossen, weil bei einem Elternteil der Kita Covid-19 diagnostiziert wurde. „Wir haben noch keine weiteren Informationen erhalten, wie es mit den Öffnungszeiten der Kita weitergeht“, sagte Leiterin Juliane Breer noch am Mittag. Sie und einige Kolleginnen warteten am Freitagmittag in der Kindertagesstätte auf weitere Informationen.

Am Freitag gab NRWs Ministerpräsident Armin Laschet bekannt, dass Kitas und Schulen ab Montag geschlossen sein werden. Diese Regelung gilt bis zum 19. April. „Das schließt auch Berufskollegs und Förderschulen mit ein“, präzisierte Kreissprecher Max Rolke, die Regelung gilt also auch für das Förderzentrum Nord in Bork.

Bis Dienstag werde der Schülerspezialverkehr - also Busverkehr - aufrecht erhalten, zudem werde bis einschließlich Dienstag in den Schulen auch die Schülerbetreuung sichergestellt, so Rolke.

Wie die Situation bei der Betreuung durch Tageseltern aussieht, konnte Stadtsprecher Malte Woesmann am Freitag noch nicht sagen, dazu gebe es noch Beratschlagungen.

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Fälle über 100 Personen werden nicht freigegeben

Dezernent Stephan Schwager sagte in der Ausschuss-Sitzung am Donnerstag, dass sich bei der Stadt eine Task-Force gebildet habe, die sich zum Umgang mit dem Coronavirus regelmäßig im Austausch befinde. Diese habe zum einen zum Ziel, die Handlungsfähigkeit der Verwaltung sicherzustellen sowie auch die Bevölkerung zu schützen. „Das Ziel muss sein, die Infizierungen auf ein Maß zu reduzieren, damit es für das Gesundheitssystem verträglich bleibt“, sagt Schwager.

Die Stadt appelliert nun an alle Bürgerinnen und Bürger, soziale Kontakte in den kommenden Wochen auf das notwendige Minimum zu reduzieren. „Denken Sie bitte vor allem an Risikogruppen wie ältere oder kranke Menschen, die bei einer Ansteckung mit dem Coronavirus sehr gefährdet wären“, erklärt Bürgermeister Mario Löhr. Die Stadtverwaltung habe die Situation vor Ort und in der Region im Blick und stehe mit den zuständigen Stellen im Austausch.

Die Stadt hat auf ihrer Internetseite nun Handlungsempfehlungen veröffentlicht. Dort wird darauf hingewiesen, dass Veranstaltungen über 100 Personen aktuell nicht mehr genehmigt werden. Die städtischen Veranstaltungen waren bereits bis Ostern abgesagt worden.

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