Einzelhandel in Selm: Manche Konzepte könnten auch nach Corona bleiben

rnCoronavirus

Im „Lockdown Light“ setzt der Handel auf bewährte Maßnahmen. Selmer Geschäfte ziehen aus der Lage ein positives Fazit: Sie können sich manche Konzepte für die Zukunft weiter vorstellen.

Selm, Bork

, 21.11.2020, 18:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der zweite Lockdown bringt für die Kunden und Kundinnen vielleicht wieder einige Unsicherheiten. Für die Händlerinnen und Händler bleibt es aber dabei: Pro zehn Quadratmeter Verkaufsfläche darf nur ein Kunde anwesend sein. So lautet auch die aktuelle Corona-Schutzverordnung. Selmer Geschäfte setzen die Kontrollmaßnahmen wie gehabt um.

„Seit März hat sich an unseren Konzepten nicht viel verändert“, sagt Nicole Reuter, Sprecherin der Geschäfte in der Selmer Altstadt und Vorstand in der Werbegemeinschaft. In ihrem Laden „Second Hand Mondeule“ stehen Einkaufskörbe und Desinfektionsmittel zur Verfügung. Gibt es keine Körbe mehr, muss man draußen warten.

Reuter erklärt, dass sie selbst über den Sommer kein Risiko eingehen wollte. „Deshalb haben wir die Konzepte durchweg beibehalten.“ Diese werden aber mittlerweile von den Kunden als normal angesehen. Und mehr als das: „Die meisten Kunden wollen uns Geschäfte natürlich unterstützen und halten sich vorbildlich an die Regeln.“

Gute Resonanz der Kunden, positives Fazit

Nicht nur die gute Resonanz der Kunden ist Reuter aufgefallen. Sie zieht ein weiteres positives Fazit aus der Pandemie-Situation: „Der Respekt voreinander ist groß - und es wäre schön, wenn das über die Corona-Zeit hinaus so bleibt.“

Statt Drängelei im Geschäft gibt es eine angenehme Einkaufs-Atmosphäre und einen wertschätzenden Umgang. Reuter könne sich durchaus vorstellen, das ein oder andere in der Zeit nach Corona beizubehalten. Die Einkaufskörbe zum Beispiel.

Auch Martin Humpert, Marktleiter von Edeka Humpert, ist positiv überrascht. „Die Leute haben sich im Laufe der Monate einfach daran gewöhnt, die Maßnahmen werden als normal angesehen“, berichtet er über die Lage in seinem Markt.

Keine Wagenpflicht, weil kleiner Andrang

Im Edeka Humpert gibt es keine Wagenpflicht - denn der Andrang ist einfach nicht so groß. Humpert erklärt: „95 Kunden dürfen in den Laden. Im Durchschnitt haben wir pro Stunde um die 85 Kunden. Es ist einfach nicht nötig, eine Wagenpflicht einzuführen.“

Das einzige, das ihm negativ aufgefallen sei: Es gibt immer mehr Maskenverweigerer. Viele Kunden würden das Aufsetzen der Maske auch einfach mal vergessen und sofort aufsetzen, wenn man sie darauf hinweist, sagt Humpert. „Aber ein Verweigerer ist sogar mal gegangen. Er meinte: ‚Für ein Päckchen Käse setze ich doch keine Maske auf.‘ Das ist aber ein Einzelfall.“

Markus Kaluza, Pressebeauftragter des Handelsverbands Nordrhein-Westfalen, bestätigt ebenfalls den positiven Gesamteindruck: „Die Kunden halten sich gut an die Regeln und agieren mit Verständnis und Rücksichtnahme sowohl gegenüber den Mitarbeitern als auch gegenüber anderen Kunden.“

Jetzt lesen

Selmer halten „Ihren“ Geschäften die Treue

Erfreulich sei zudem, „dass die Selmer Kunden „Ihren“ Geschäften die Treue halten“, so Kaluza. Es falle jedoch auf, dass Menschen gezielt einkaufen und nicht mehr flanieren oder spontan kaufen gehen.

Die Geschäfte, die ungebrochen gut besucht werden, sind Supermärkte, Discounter und Drogerien. Lieferengpässe wie im ersten Lockdown wird es aber nicht geben. Kaluza: „Auch in den Logistischen Ketten des Handels wurden umfangreiche Maßnahmen getroffen, damit die pünktliche und vollständige Warenversorgung der Filialen sichergestellt ist.“

Neben diesen Geschäften sind vor allem Baumärkte in diesem Jahr die Gewinner. „Wir merken, dass es sich die Menschen in ihren vier Wänden schön machen wollen.“

Lesen Sie jetzt