Im Frühjahr dieses Jahres ist die Solawi Lippeauen in Bork an den Start gegangen. Das Konzept der solidarischen Landwirtschaft, das dort gelebt wird, läuft „total gut“, wie Anne Reygers sagt.

Bork

, 19.06.2019 / Lesedauer: 4 min

Eigentlich könnten Petra Kleemann (52) und ihr Mann Udo Kleemann (62) an diesem Freitagmorgen - es ist gerade einmal 7 Uhr - auch noch im Bett liegen. Die beiden haben Urlaub, erzählen sie, während sie mitten auf einem Acker stehen. Die Hände schmutzig von der Erde, zu der sie sich gerade noch heruntergebückt haben, die Wangen leicht gerötet von der frischen Luft und der Sonne, die trotz der frühen Stunden schon warm auf das Feld scheint.

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Ein Erntetag bei der Solawi Lippeauen in Bork

Seit dem Frühjahr 2019 baut die Solidarische Landwirtschaft (Solawi) Lippeauen auf einem Hektar Land Gemüse an. Jetzt kann sie die Früchte ihrer Arbeit ernten.
18.06.2019
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Die Solawi in Bork kann - nicht nur sprichwörtlich - jetzt die ersten Früchte ihrer Arbeit ernten.© Marie Rademacher
Die Solawi in Bork kann - nicht nur sprichwörtlich - jetzt die ersten Früchte ihrer Arbeit ernten.© Marie Rademacher
Die Solawi in Bork kann - nicht nur sprichwörtlich - jetzt die ersten Früchte ihrer Arbeit ernten.© Marie Rademacher
Die Solawi in Bork kann - nicht nur sprichwörtlich - jetzt die ersten Früchte ihrer Arbeit ernten.© Marie Rademacher
Die Solawi in Bork kann - nicht nur sprichwörtlich - jetzt die ersten Früchte ihrer Arbeit ernten.© Marie Rademacher
Die Solawi in Bork kann - nicht nur sprichwörtlich - jetzt die ersten Früchte ihrer Arbeit ernten.© Marie Rademacher
Die Solawi in Bork kann - nicht nur sprichwörtlich - jetzt die ersten Früchte ihrer Arbeit ernten.© Marie Rademacher
Die Solawi in Bork kann - nicht nur sprichwörtlich - jetzt die ersten Früchte ihrer Arbeit ernten.© Marie Rademacher
Die Solawi in Bork kann - nicht nur sprichwörtlich - jetzt die ersten Früchte ihrer Arbeit ernten.© Marie Rademacher
Die Solawi in Bork kann - nicht nur sprichwörtlich - jetzt die ersten Früchte ihrer Arbeit ernten.© Marie Rademacher
Die Solawi in Bork kann - nicht nur sprichwörtlich - jetzt die ersten Früchte ihrer Arbeit ernten.© Marie Rademacher
Die Solawi in Bork kann - nicht nur sprichwörtlich - jetzt die ersten Früchte ihrer Arbeit ernten.© Marie Rademacher
Die Solawi in Bork kann - nicht nur sprichwörtlich - jetzt die ersten Früchte ihrer Arbeit ernten.© Marie Rademacher
Die Solawi in Bork kann - nicht nur sprichwörtlich - jetzt die ersten Früchte ihrer Arbeit ernten.© Marie Rademacher
Die Solawi in Bork kann - nicht nur sprichwörtlich - jetzt die ersten Früchte ihrer Arbeit ernten.© Marie Rademacher
Die Solawi in Bork kann - nicht nur sprichwörtlich - jetzt die ersten Früchte ihrer Arbeit ernten.© Marie Rademacher
Die Solawi in Bork kann - nicht nur sprichwörtlich - jetzt die ersten Früchte ihrer Arbeit ernten.© Marie Rademacher
Die Solawi in Bork kann - nicht nur sprichwörtlich - jetzt die ersten Früchte ihrer Arbeit ernten.© Marie Rademacher
Die Solawi in Bork kann - nicht nur sprichwörtlich - jetzt die ersten Früchte ihrer Arbeit ernten.© Marie Rademacher
Die Solawi in Bork kann - nicht nur sprichwörtlich - jetzt die ersten Früchte ihrer Arbeit ernten.© Marie Rademacher

Der Freitag - für die Solawi Lippeauen in Bork ist das der Erntetag der Woche. Von 7 bis 11 holen die Mitglieder der Solidarischen Landwirtschaft - dafür steht die Abkürzung Solawi - das Gemüse ein, das sie seit diesem Frühjahr auf dem einen Hektar großen Acker angebaut haben. „Heute sind wir echt fix“, sagt Anne Reygers und blickt über das Feld, auf dem rund zehn Ernteteiler freiwillig mithelfen.

Stein Solawi Lippeauen kam Ende des vergangenen Jahres ins Rollen

Anne Reygers ist Agrar-Betriebswirtin mit Fachrichtung Öko-Landbau. Zusammen mit ihren Mitbewohnern auf dem Hof an der Waltroper Straße - angrenzend an das Naturschutzgebiet Lippeauen - und einer Gruppe Verbrauchern aus Waltrop hat sie Ende des vergangenen Jahres den Stein Solawi ins Rollen gebracht. Kurz erklärt geht es dabei darum, dass sich eine Gemeinschaft aus Erzeugern und Verbrauchern zusammentut. Die Verbraucher - auch Ernteteiler genannt - zahlen monatlich einen Betrag an die Erzeuger auf dem Hof. Im Gegenzug teilen die Erzeuger die Ernte vom Solawi-Acker in gleichen Teilen in der Gemeinschaft auf.

Die Idee hat in Bork und der Umgebung schnell viele Menschen angesprochen: So ist die Erfahrung von Anne Reygers, die anfangs fast überwältigt war von der Nachfrage nach ihrer Solawi. In 85 Ernteteile ist die Solawi jetzt aufgeteilt, erklärt sie. „Wir haben ein Jahresbudget ausgerechnet und dies dann durch 12 Monate und die Ernteteiler geteilt. Dadurch haben wir einen monatlichen Durchschnitt (78,95 Euro) errechnet, jeder Ernteteiler zahlt aber so viel wie er kann. Dies wurde bei der Bieterrunde im Februar ermittelt. Wichtig ist aber nur, dass das Jahresbudget in der Gesamtsumme gedeckt ist“, erläutert Anne Reygers.

Wetter bereitet die meisten Probleme

Der Start war dennoch nicht ganz so einfach. Was nicht mit den Menschen, sondern eher mit dem Wetter zusammenhing. „Im März hat es so viel geregnet“, sagt die Landwirtin. Der Acker war noch zu nass für den Anbau. Das hat sich mittlerweile wieder ins Gegenteil gewandelt. „Es ist viel zu trocken. Wir spüren jetzt immer noch die Trockenheit des vergangenen Jahres“, sagt Anne Reygers. Hinzu kamen auf dem Acker Probleme mit Schädlingen wie der Kohlfliege, die ganz ohne Insektizide, sondern mit Netzen überwunden wurden.

Alles in allem, so sagt sie aber, „läuft jetzt alles total gut.“ Wie in Kisten verpackte kleine Beweise dafür liegen an diesem Freitag verschiedene Gemüsesorten auf dem Mittelweg des Ackers. Kohlrabi und Frühlingszwiebeln, Salat. Oder Mairübchen, die Anja Hanschke (50) und Beate Lucas (46) aus der Erde ziehen. Auch sie sind Ernteteiler der Solawi, die an diesem Morgen freiwillig helfen.

„Mairübchen kannte ich vorher auch nicht“, sagt Anja Hanschke und lacht.

„Es geht um mehr als nur um Gemüse“: Erste Bilanz der Solawi Lippeauen in Bork

Reiche Ernte: Einen ganzen Hänger voll Gemüse fährt Landwirtin Anne Reygers am Freitag vom Solawi-Acker zum Hof. © Marie Rademacher

Auch das ist ein Ansatz der Solawi: Gemüse anbauen, das hier gut wächst, aber nicht - oder nicht mehr - so bekannt ist. Auch Umweltbildung, so sagt es Anne Reygers, spielt in der Solawi, die jetzt auch als gemeinnütziger Verein eingetragen ist, eine Rolle. So sei zum Beispiel auch geplant, in Zukunft Kindergartengruppen oder Schulklassen für kleine Lehrgänge einzuladen.

Auch beim Tag der Stadtnatur am 6. Juli macht die Solawi mit: Ab 12 Uhr bis 16.30 Uhr gibt es dann Feldführungen und ein Ackercafé.

Aus Solawi ist eine Gemeinschaft entstanden

„Es geht“, so sagt es Anne Reygers, „hier um mehr als Gemüse.“ Das bezieht sie vor allem auf die Gemeinschaft, die durch die Solawi entstanden ist. Ein Beispiel dafür seien beispielsweise die vielen freiwilligen Helfer, die am frühen Morgen das Gemüse auf dem Acker ernten. „Das ist total toll“, sagt auch Anja Hanschke. „Die Luft, die Weite hier“, erklärt sie und deutet - mit ihren von der Erde schmutzigen Fingern - auf die Lippeauen.

„Es geht um mehr als nur um Gemüse“: Erste Bilanz der Solawi Lippeauen in Bork

Udo Kleemann ist trotz Urlaub um 7 Uhr auf dem Solawi-Acker, um Kohlrabi zu ernten. © Marie Rademacher

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