Erstes Fest in der neuen Flüchtlingsunterkunft Selm

An der Industriestraße

Die Sonne scheint, die Wurst brutzelt, die Hüpfburg wackelt und die Torwand steht unter ständigem Beschuss - gute Laune und Harmonie sind spürbar: Die Bewohnern und Mitarbeiter feierten mit Gästen das erste Sommerfest in der Flüchtlingsunterkunft in der Industriestraße.

SELM

von Magdalena Schulz

, 17.09.2017, 17:24 Uhr / Lesedauer: 2 min

Stefanie Krampe, seit Anfang September Leiterin der Einrichtung, bereut es ganz und gar nicht, sich vor drei Wochen gemeinsam mit der Stadt für die Planung eines kurzfristigen Festes entschieden zu haben.

„Das Ziel ist vor allem der Austausch“, da sind sich Stefanie Krampe und Sylvia Engemann, Beigeordnete der Stadt, einig. Auch an anderen Tagen sei jederzeit jeder willkommen, betont Engemann – es sei allerdings eine Anmeldung erforderlich.

Leider wenig Andrang

Und man sehe auch heute schon einige Nachbarn im Austausch mit den Geflüchteten – leider blieb es dabei. Roman Munko, zuständig im Amt für Soziale Dienste in Selm, hatte mit mehr Andrang gerechnet. „Ich dachte, die Selmer wären ein bisschen offener. Aber vielleicht liegt es auch an der kurzfristigen Planung oder die Leute haben andere Verpflichtungen“, vermutet er.

Er lobt das große Angebot, das das Fest bietet – von Kinderschminken über Wurfspiele bis hin zum heißen Draht und dem Spiel „Fäden ziehen“ war alles dabei. „Was hier auf die Beine gestellt wurde - Hut ab“, so Munko.

"Das hier einfach mal angucken"

Und wer besucht die Unterkunft heute als Gast? Viele kommen, weil sie Familie oder Freunde haben, die hier arbeiten, oder weil sie selbst ehrenamtlich tätig sind. Wer einfach so das Fest besucht, „wollte sich das hier einfach mal angucken“, so beispielsweise Irmgard Steinhoff. Die 82-Jährige und ihre Freundinnen trieb die Neugierde her. „Wir haben auch schon einige begrüßt, aber uns nicht besonders viel unterhalten. Wir können ja kein Englisch“, erzählt sie.

„Die Berührungsangst ist noch da“, stellt Martina Kurz, Tochter einer Mitarbeiterin der Einrichtung, fest. Die Bremerin vermutet, dass dies an der ländlichen Lage liegen könnte. „Es ist ein kleiner Ort, da fällt jeder, der anders ist, viel mehr auf“, sagt die 35-Jährige.

Stimmung immer so wie bei dem Fest

Im Moment wohnen um die 160 Menschen in der Einrichtung, die Anlage ist auf 200 Menschen ausgelegt. Es gibt viele Familien mit Kindern, aber auch alleinstehende Männer und Frauen. "In Anbetracht der Tatsache, dass sie aus 23 verschiedenen Nationen kommen, ist es erstaunlich, wie unproblematisch es hier abläuft. Im Grunde ist die Stimmung hier immer so, wie heute beim Fest", so Leiterin Stefanie Krampe. 

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