Ein Neubau soll den Raumbedarf der Overbergschule, was die Offene Ganztagsbetreuung betrifft, abfedern helfen. Die alte Turnhalle (r.) muss weichen. © Arndt Brede (Archiv)
Offene Ganztagsschule

Erweiterung der Overbergschule in Selm: Umbau-Pläne werden konkreter

An der Overbergschule wird ein neues Gebäude gebaut. Die Grundschule soll mehr Platz bieten – vor allem für die Ganztagsbetreuung. Auch auf dem Schulhof soll etwas passieren.

Die Overbergschule wird erweitert. Um Plätze für die Offene Ganztagsschule (OGS) zu schaffen, will die Stadt Selm ein neues Gebäude bauen. Die Planungen sind in vollem Gange – und wurden noch einmal verändert. Der Zeitplan für den Bau steht dennoch.

Das zweigeschossige „OGS-Gebäude“ war ursprünglich als freistehendes Bauwerk auf dem Schulcampus geplant. Bei der letzten Sitzung des Schulausschusses erklärte Beigeordnete Sylvia Engemann, warum die Verwaltung sich schließlich umentschieden hat: Da das Bestandsgebäude bisher nicht barrierefrei zugänglich ist, sollen altes und neues Gebäude durch ein Treppenhaus miteinander verbunden werden. Ein Aufzug ermöglicht künftig dann den barrierefreien Zugang beider Bauten.

Der Erweiterungsbau (rot) soll über ein Treppenhaus mit dem Bestandsgebäude verbunden werden. Dafür muss die alte Turnhalle (grau) abgerissen werden. © Stadt Selm © Stadt Selm

Mensa für 200 Kinder

Für den Neubau muss die alte Turnhalle westlich des Bestandsgebäudes weichen. Im Frühjahr 2022 soll die Turnhalle deshalb abgerissen werden. „Nach dem Abriss der Turnhalle soll der Bau zeitnah beginnen. Die Bauzeit ist circa zwölf bis 15 Monate“, kündigt die Stadt an.

Durch den Standort des neuen Gebäudes sollen die bestehenden WC-Anlagen mitgenutzt werden können. Zudem sei die Nutzung des Schulhofes im größeren Umfang möglich, kündigt die Stadtverwaltung an.

Im Erdgeschoss der Erweiterung soll eine Mensa errichtet werden, die Platz für etwa 200 Kinder bieten soll. „Mit der Mensa soll eine multifunktionale Nutzung geschaffen werden,“ heißt es von der Stadtverwaltung.

Im Obergeschoss sind vier Klassenräume geplant. Auch die sollen laut Stadt unterschiedlich genutzt werden können: „Hier wird mit einem offenen Konzept mit größeren Klassenräumen geplant. Eine Aufteilung der Räume soll durch flexibles Mobiliar erfolgen.“

Wie das neue Gebäude von außen aussehen soll, steht dagegen noch nicht fest: „Die abschließenden Abstimmungen hinsichtlich der Fassadengestaltung und der Innenbereiche erfolgen in den kommenden Wochen.“

Freifläche wird umgestaltet

Auch die Freifläche zwischen Overbergschule und Gymnasium soll neu geplant werden. Hier weist die Stadt auf einen Stichtag hin: Bereits beantragte Fördermittel für eine Umgestaltung müssen bis Ende 2023 abgerechnet sein, da sie sonst verfallen.

„Bei der Freiflächenplanung stehen Themen wie Fahrradstellflächen, Verschattung, Versiegelung, Energieversorgung und Hochwasserschutz im Fokus“, so die Stadtverwaltung.

Um die genauen Bedürfnisse zu ermitteln, soll ein Beteiligungsverfahren mit Vertretern der beiden Schulen sowie der Elternschaft durchgeführt werden. Zur nächsten Sitzung des Selmer Schulausschusses am 6. Dezember will das beauftragte Planungsbüro die erstellten Entwürfe dann im Detail vorstellen und erläutern.

Während laut Sylvia Engemann bereits 200.000 Euro in „Planungsleistungen für das OGS-Gebäude“ geflossen seien, kann die Stadt zu den weiteren Kosten bisher keine Auskunft geben: „Die Baukosten können zum jetzigen Planungsstand nicht belastbar geschätzt werden.“

Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung

Der Neubau an der Overbergschule war nötig, um dem Bedarf an OGS-Plätzen in der Stadt gerecht zu werden. Ab dem Schuljahr 2026/2027 haben Grundschulkinder Anspruch auf ganztägige Betreuung.

„Hier fehlt zwar zurzeit noch die konkrete rechtliche Ausgestaltung. Die Stadtverwaltung geht jedoch aktuell davon aus, dass durch die Erweiterung am Standort Overbergschule der sukzessiv steigende Anspruch auf Ganztagsbetreuung erfüllt wird“, teilt Stadtsprecher Malte Woesmann auf Anfrage unserer Redaktion mit.

Für die anderen Schulstandorte sei aktuell eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben worden, welche Investitionen dort noch nötig sind, um den Rechtsanspruch zu erfüllen.

Über den Autor
Volontär
1989 im Ruhrgebiet geboren, dort aufgewachsen und immer wieder dahin zurückgekehrt. Studierte TV- und Radiojournalismus und ist seit 2019 in den Redaktionen von Lensing Media unterwegs.
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Dennis Görlich