Feuerwehr gibt Tipps zur Reanimation per Telefon

Notrufnummer 112

Ein Szenario, das man am liebsten nicht erleben möchte: Jemand kollabiert und man soll helfen, womöglich gar die Person wiederbeleben. Damit Helfer nicht überfordert sind, bietet die Feuerwehr unter der Notrufnummer 112 im Kreis Unna Hilfe per Telefon an - um zu helfen, bis die Einsatzkräfte vor Ort sind. Wir erklären, wie das abläuft.

KREIS UNNA

, 01.08.2016, 06:50 Uhr / Lesedauer: 1 min
Von der Rettungsleitstelle des Kreises Unna aus werden die Einsätze der Feuerwehren koordiniert.

Von der Rettungsleitstelle des Kreises Unna aus werden die Einsätze der Feuerwehren koordiniert.

Mein Kind oder meine Mutter ist plötzlich bewusstlos? Schlägt das Herz noch? Was ist zu tun? Am besten ist, die Notrufnummer 112 zu wählen. Die Mitarbeiter der Rettungsleitstelle des Kreises Unna wissen, was zu tun ist und geben bei Bedarf auch Tipps am Telefon bis dann der Rettungsdienst vor Ort eingetroffen ist. Wir haben ein Audiointerview mit Achim Baumhör, dem stellvertretenden Leiter der Rettungsleitstelle geführt.

Was einer Frau vor einigen Tagen in Düsseldorf passierte, war der blanke Horror. Ihre zweijährige Tochter war bewusstlos. Die Frau wählte die 112 und hatte einen Feuerwehrmitarbeiter am Telefon, der ihr Schritt für Schritt Anweisungen gab, wie sie ihr Kind wiederbeleben könnte. Solch ein Fall kommt im Kreis Unna nicht häufig vor. Wenn er dann aber eintrifft, wissen die Mitarbeiter der Leitstelle, was zu tun ist. Stichwort: Telefon-Reanimation.

Keine Angst vor lebensrettenden Schritten haben

„Im Rahmen der Aus- und Fortbildung wird auch die Telefon-Reanimation gelehrt“, sagt Achim Baumhör. „Wenn Sie bei uns einen Notruf absetzen und der Kollege erkennt anhand des Abfragesystems, dass es sich auf der anderen Seite um einen Reanimationsfall handelt, bekommen Sie eine Reanimationsanleitung.“

Angst vor diesen weiteren Schritten müsse niemand haben: „Eine Herz-Druck-Massage, um den Kreislauf im Gang zu halten, kann jeder.“ Wichtig sei, Ruhe zu bewahren, auch wenn es stressig wird, den Mitarbeitern der Leitstelle genau zuzuhören. Falsch machen könne man bei den Wiederbelebungsmaßnahmen nichts, denn: „Wenn Sie nichts machen, ist der Patient tot.“

Rettungsdienst erreicht den Notfallort in wenigen Minuten

Wichtig für die Bürger zu wissen: Sobald der Notruf eingegangen ist und der Leitstellenmitarbeiter den Ort des Geschehens erfragt hat, alarmiere er den nächsten freien Rettungstransportwagen. Innerstädtisch erreiche der Rettungsdienst den Notfallort in der Regel innerhalb von acht Minuten, im außerstädtischen Bereich innerhalb von zwölf Minuten.

Ersthelfer-App für Smartphones
Es gibt auch eine Ersthelfer-App für Smartphones. Die Idee: Es geht um schnelle Hilfe von nebenan. Menschen, die eine berufliche Qualifikation mitbringen wie zum Beispiel Krankenpflegekräfte, Feuerwehrleute, Arzthelfer, Rettungssanitäter, Rettungsschwimmer, Polizisten oder Ärzte werden per App auf ihrem Smartphone über einen in der Rettungsleitstelle eingegangenen Notruf informiert. Sie könnten dann die ersten Minuten bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes durch Erste Hilfe, wie eine Herz-Druck-Massage, überbrücken. Wer über das notwendige Fachwissen verfügt und noch mitmachen möchte: Eine Registrierung ist zum Beispiel im Internet möglich unter

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