Feuerwehr Hassel: Einsatzkräfte müssen bei den Nachbarn parken

rnFreiwillige Feuerwehr

Wird die Feuerwehr Hassel gerufen, eilen sechs bis acht Einsatzkräfte mit Privatwagen zum Gerätehaus an der Püttstraße. Parken wird dann aber zum Problem: Es gibt nur drei Pkw-Stellplätze.

Selm-Bork

, 04.10.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Etwa 80 Mal im Jahr müssen die Freiwilligen Feuerwehrleute in Hassel ausrücken. Es ist klar vorgegeben, wieviel Zeit zwischen ihrer Alarmierung und ihrem Eintreffen am Einsatzort maximal vergehen darf, damit sie überhaupt eine Chance haben, Leben retten zu können. In diesen wenigen Minuten ist jede vergeudete Sekunde eine zu viel.

Nur drei Parkplätze für bis zu acht Autos

Etwa sechs bis acht Einsatzkräfte aus der 23-köpfigen Gruppe eilen bei einer Alarmierung mit ihren Privatwagen zum Gerätehaus an der Püttstraße - und finden dann nur drei Parkplätze vor.

Seit zwei Jahren hofft die Feuerwehreinheit Hassel im Zug 2 der Freiwilligen Feuerwehr Selm deshalb darauf, dass die drei vorhandenen Parkplatze am Gerätehaus an der Püttstraße aufgestockt werden. Wie das gehen kann, ist auch schon klar: „Wir haben da einen Grünstreifen“, erklärt Einheitsführer Frank Neumann. Der könnte weg und stattdessen könnten dort die benötigten Stellplätze angelegt werden.

Die Parkplätze von Blumen Ahland dürfen von den Feuerwehrleuten genutzt werden. Wenn dort allerdings viel Betrieb ist, ist auch der Parkraum schnell gefüllt.

Die Parkplätze von Blumen Ahland dürfen von den Feuerwehrleuten genutzt werden. Wenn dort allerdings viel Betrieb ist, ist auch der Parkraum schnell gefüllt. © Günther Goldstein

Dann müssten die anrückenden Feuerwehrkräfte nicht erst schauen, wo sie einen Parkplatz bekommen könnten. „Denn vor dem Hallentor können wir nicht parken, dann kommen wir mit dem Feuerwehrfahrzeug nicht mehr raus“, erklärt Neumann.

Stadt hat für den Umbau der Fläche kein Geld

Bislang hatte die Stadt für den Umbau der Fläche aber kein Geld. Die mögliche Alternative, dass die Feuerwehrleute die Parkplätze in Eigenleistung - wie schon in den Jahren 1991/1992 das Gerätehaus - bei Materialbeschaffung über die Stadt selbst erledigen, ist keine. „Wir sind ehrenamtlich für die Stadt und das Gemeinwohl ihrer Bürger im Einsatz“, betont Neumann. „Ich weiß nicht, ob es Sinn und Zweck der Sache wäre, wenn wir Feuerwehrleute auch so etwas noch selbst machen würden.“

Zusammenhalt in der Nachbarschaft

Zum Glück unterstützen aber die Nachbarn ihre Feuerwehr, wo es nur geht. Das Blumengeschäft Ahland direkt gegenüber habe zum Glück nichts dagegen, dass die Feuerwehrleute die Kundenparkplätze nutzen, wenn es nötig ist. „Aber vor Feiertagswochenenden wie Ostern oder Pfingsten sind die natürlich auch oft voll“, weiß Neumann um ein Problem. Dann parken die Feuerwehrleute auf dem Grünstreifen davor. Das wird zum Glück von allen Seiten geduldet.

Sind alle Parkplätze belegt, nutzen die Feuerwehrleute auch schonmal den Grünstreifen am Gewachshaus. Eine Dauerlösung ist das aber nicht.

Sind alle Parkplätze belegt, nutzen die Feuerwehrleute auch schonmal den Grünstreifen am Gewachshaus. Eine Dauerlösung ist das aber nicht. © Günther Goldstein

Dauerlösung muss her

Eine Dauerlösung ist das alles aber nicht, und so hofft die Feuerwehr weiter auf neue Parkflächen auf dem eigenen Gelände - zumal jetzt auch der Bolzplatz nebenan, der bis vor kurzem noch als Notparkplatz genutzt werden konnte, von der Stadt zur Nutzung an die Kita „Kleine Strolche“ übergeben wurde.

Der Bolzplatz konnte früher als Notparkplatz genutzt werden. Inzwischen gehört er zum Gelände der Kita und ist daher durch einen Zaun geschützt.

Der Bolzplatz konnte früher als Notparkplatz genutzt werden. Inzwischen gehört er zum Gelände der Kita und ist daher durch einen Zaun geschützt. © Günther Goldstein

Abgesichert durch einen Zaun, ist dort an Parken nicht mehr zu denken. Den guten Kontakten zur Kita tue das keinen Abbruch, betont Neumann. Doch es verschärft die Situation am Gerätehaus. „Wir sind aber darauf angewiesen, dass die Stadt Geld für den Umbau des Grünstreifens hat“, sagt Neumann - und hofft, dass sich im nun angebrochenen dritten Jahr etwas tut.

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