100 Jahre Löschgruppe Netteberge: Tafel würdigt Einsatz für die Menschen

rnFeuerwehrlöschgruppe Netteberge

Die Löschgruppe Netteberge feiert in diesen Tagen ihr 100-jähriges Bestehen. Die Einweihung der Gedenktafel am Sonntag, 14. Juli, war Teil eines größeren Ganzen.

Bork

, 14.07.2019, 16:04 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Festveranstaltungen erreichen vom 30. August bis 1. September ihren Höhepunkt. Zunächst aber war die Feier zur Einweihung der Gedenktafel auch eine Reminiszenz an die Anfänge.

Um sich Gehör zu verschaffen, blies Einheitsführer Benedikt Brünemann kräftig in das Horn, das damals als Signalgeber diente. Die Anfänge lagen in einem Schuppen, in dem die Handspritze untergebracht war.

Schnelles und tatkräftiges Eingreifen

Denn schon in der Urkunde wird belegt, dass sich die Gründer darüber im Klaren waren, dass schnelles und tatkräftiges Eingreifen wichtig war. Darum wurde am 14. Juli 1919 der Feuerwehrlöschzug Netteberge in der Gaststätte Klähr gegründet.

Fünfzig Männer fanden sich dazu bereit. An den Häusern Schlering, Baumeister (jetzt Reher), Laar (Alte Feld) und Sobbe (Grunewald) wurden Feuermeldestellen eingerichtet. Die erste Probe wurde für Sonntag, 27. Juli 1919, nachmittags um 17 Uhr am Geräteschuppen festgelegt.

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Die Feier zur Einweihung der Gedenktafel zum 100-jährigen Bestehen der Löschgruppe Netteberge

Die Feuerwehr-Löschgruppe Netteberge begeht in diesem Jahr ihren 100. Geburtstag. Am Sonntag, 14. Juli, weihte die Löschgruppe eine Tafel ein, die an 100 Jahre Einsatz für die Menschen erinnert. Wir haben Fotos von der Feier.
14.07.2019
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Die Löschgruppe Netteberge feiert ihr 100-jähriges Jubiäum.© Antje Pflips
Die Löschgruppe Netteberge feiert ihr 100-jähriges Jubiäum.© Antje Pflips
Die Löschgruppe Netteberge feiert ihr 100-jähriges Jubiäum.© Antje Pflips
Die Löschgruppe Netteberge feiert ihr 100-jähriges Jubiäum.© Antje Pflips
Die Löschgruppe Netteberge feiert ihr 100-jähriges Jubiäum.© Antje Pflips
Die Löschgruppe Netteberge feiert ihr 100-jähriges Jubiäum.© Antje Pflips
Die Löschgruppe Netteberge feiert ihr 100-jähriges Jubiäum.© Antje Pflips
Die Löschgruppe Netteberge feiert ihr 100-jähriges Jubiäum.© Antje Pflips
Die Löschgruppe Netteberge feiert ihr 100-jähriges Jubiäum.© Antje Pflips
Die Löschgruppe Netteberge feiert ihr 100-jähriges Jubiäum.© Antje Pflips
Pater Paulouse verteilt Weihwasser an alle Anwesenden.© Antje Pflips
Die Löschgruppe Netteberge feiert ihr 100-jähriges Jubiäum.© Antje Pflips
Die Löschgruppe Netteberge feiert ihr 100-jähriges Jubiäum.© Antje Pflips
Die Löschgruppe Netteberge feiert ihr 100-jähriges Jubiäum.© Antje Pflips
Die Löschgruppe Netteberge feiert ihr 100-jähriges Jubiäum.© Antje Pflips
Heinrich Kleihege (3.v.l.) ist seit mehr als 70 Jahren Mitglied der Löschgruppe Netteberge. Benedikt Brünemann, Christoph Laarmann-Quante und Christian Kemmler begrüßten ihn.© Antje Pflips
Das Gerätehaus von 1949.© Antje Pflips
Die Löschgruppe Netteberge feiert ihr 100-jähriges Jubiäum.© Antje Pflips
Benedikt Brünemann bläst ins historische Horn.© Antje Pflips
Die Löschgruppe Netteberge feiert ihr 100-jähriges Jubiäum.© Antje Pflips
Die Löschgruppe Netteberge feiert ihr 100-jähriges Jubiäum.© Antje Pflips
Bürgermeister Mario Löhr gratuliert der Löschgruppe.© Antje Pflips
Die Löschgruppe Netteberge feiert ihr 100-jähriges Jubiäum.© Antje Pflips
Pater Paulouse weihte die Ehrentafel ein.© Antje Pflips

Pferd zog Pumpe auf einer Karre

Ein eigenes Fahrzeug für die Pumpe gab es allerdings noch nicht. „Mit Pferd und auf der Karre haben wir die Pumpe transportiert“, erinnert sich Heinrich Kleihege. Ein Veteran der Freiwilligen Feuerwehr Selm. Seit mehr als 70 Jahren ist er Mitglied bei der Löschgruppe Netteberge. Nach 30 Jahren wurde der alte Schuppen abgerissen und 1949 ein neues Gerätehaus in Dienst genommen. „Das haben wir neben unserer Arbeit in Eigenhilfe erbaut“, erzählte er.

Es steht heute noch gleich neben dem aktuellen Gerätehaus. Das alte Gebäude hatte auch einmal einen Turm, aber den gibt es nicht mehr. „Darin hingen die Schläuche zum Trocknen“. Kleinhege kann sich noch gut an seine ersten Einsätze erinnern. Ob bei Pötter, Ross, Vormann oder Wiesmann - schnell rückten die wagemutigen Männer aus, um Schlimmeres zu verhindern. Den Befehl dazu erhielten sie über die Sirene auf dem Dach der Gaststätte Klähr. Einmal aber auch nur per Zufall, als es bei Ross brannte: „Es war ein starkes Gewitter mit Donner und Blitzen. Wir saßen beim Dienstabend zusammen. Da kam einer mit dem Moped vorbei und benachrichtigte uns“.

100 Jahre Löschgruppe Netteberge: Tafel würdigt Einsatz für die Menschen

Die Resonanz auf die Feier der Löschgruppe war groß © Antje Pflips

30 Pfennig pro Monat

Auch der Monatsbeitrag wurde festgelegt: 30 Pfennig zahlte jedes aktive Mitglied, Ehrenmitglieder sollten mindestens 5 Mark pro Jahr zahlen. Die Kaufkraft einer Mark entsprach da noch etwa heutigen 1,60 Euro. Doch die große Inflation stand schon vor der Tür. 1920 kostete ein Pfund Butter 20 Mark. Heute liegt der Jahresbeitrag bei 20 Euro.

Der erste Brandmeister, Fritz Baumeister, erhielt einen Feuerwehranzug. Die Armbinden und Signalhörner wurden von der Borker Wehr beschafft. 1945 wurden die Feuerwehruniformen beschlagnahmt. Auch Kleinhege erinnert sich: „Wir hatten einen blauen Arbeitsanzug als Uniform“. Seine erste offizielle Jacke, erhielt er von einem Schneider aus Alstedde. „Die war mir viel zu groß, das war fast ein Mantel“.

Heute verfügt die Löschgruppe Netteberge, die mit der Löschgruppe Cappenberg den Löschzug 3 bildet, über ein gut funktionierendes Gerätehaus mit Halle und mehreren Räumen. Hier fanden nun auch die Feierlichkeiten zur Einweihung statt. Die Einheitsführer Christoph Laarmann-Quante, Christian Kemmler und Benedikt Brünemann dankten allen Helfern und Gönnern der Löschgruppe, die zur Gestaltung des Jubiläums beigetragen haben.

Dank gilt auch den Partnern

Auf einigen Schautafeln sammelten sie Fotos und Schriftstücke aus der 100-jährigen Geschichte des Löschzugs. Sie begrüßten Vertreter der Selmer Feuerwehren, Thomas Krotki als Vertreter der Volksbank Selm-Bork und viele Netteberger Bürger. Bürgermeister Mario Löhr blickte zurück auf die Anfänge und erinnerte an die selbstlosen Einsätze der Männer.

„Sie waren dann unterwegs, wenn wir unser Eigentum sichern wollten. Sie selbst stellten ihre Interessen zurück.“ Wehrführer Thomas Isermann dankte nicht nur den Kameraden für ihren Einsatz, sondern auch den Partnern für ihr Verständnis bei Einsätzen und Dienstabenden. Heute sind 30 Kameraden im aktiven Dienst, elf in der Ehrenabteilung und drei in der Jugendabteilung.

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