Meinung

Feuerwehren sind darauf angewiesen, dass sich Menschen stark engagieren

Die Feuerwehren in NRW und auch in Selm sind insgesamt gut durch die Corona-Pandemie gekommen. Die Entwicklung verdient Respekt, ist aber zugleich Herausforderung, findet unser Autor.
Üben, üben, und nochmals üben: Die Frauen und Männer in der Feuerwehr opfern viele Stunden Freizeit, um fit für den nächsten Einsatz zu sein. © Stephanie Tatenhorst

Viele Vereine in der Region haben in der Pandemie Mitglieder verloren, teilweise droht sogar die Auflösung. Überraschend kam der Aderlass nicht, denn bereits vor Corona fanden sich in vielen Vereinen immer weniger Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren und Verantwortung übernehmen wollten – oder auch konnten. Gegen diesen Trend haben sich die Feuerwehren erfolgreich gestemmt.

Die Zahl der freiwilligen Feuerwehrleute in NRW ist im vergangenen Jahr sogar gestiegen, um 1,7 Prozent auf mehr als 90.000 Frauen und Männer. Das ist gut für uns alle. Aber trotz der positiven Entwicklung ist Vorsicht geboten. Die Pandemie hat das Verhalten vieler Menschen stark beeinflusst.

So erlebten Tierheime einen riesigen Ansturm. Homeoffice und eine Katze oder ein Hund schienen eine perfekte Kombination. Doch die Zeiten haben sich geändert. Homeoffice war gestern, heute ist Präsenz in vielen Firmen wieder angesagt. Und damit haben die Neu-Hunde- oder Katzenbesitzer plötzlich ein Problem. Die Folgen sind längst sichtbar. Plötzlich wissen Tierheime nicht mehr wohin mit den Tieren, die abgegeben werden..

Es bleibt nur zu hoffen, dass sich diese Entwicklung nicht bei so wichtigen Aufgaben wie bei der Feuerwehr wiederholt. Ohne Frauen und Männer, die sich hier ehrenamtlich engagieren, haben wir alle schnell ein riesiges Problem.