Flüchtlinge bezogen Zeltstadt einen Tag früher

500 Neuankömmlinge eingezogen

Einen Tag eher als erwartet sind am Sonntag rund 500 Flüchtlinge in die Zeltstadt auf dem Ausbildungsgelände der Polizei in Bork gezogen. Wir haben mit den Betreuungsdiensten gesprochen und waren vor Ort dabei. So verliefen der Einzug und der erste Tag für die Neuankömmlinge.

SELM

, 30.08.2015, 19:51 Uhr / Lesedauer: 2 min

"Auch, wenn wir einen Tag eher starten mussten, können wir hier die ersten Menschen einziehen lassen“, sagt Jürgen Hecker von den Betreuungsdiensten des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Westfalen-Lippe. Im Registrierungszelt wurden Fotos von den Angekommenen gemacht und sie erhielten einen Bewohnerausweis sowie Handtücher und Bettwäsche. Danach wurden sie von DRK-Mitarbeitern zu ihren Zelten gebracht.

„Im Moment haben wir noch gar keine Uniformen für unsere Mitarbeiter, weil alles so schnell gehen musste“, sagt Jürgen Hecker. Und das sei nicht die einzige Stelle, an der noch nachgebessert werden müsse: „Wir haben hier noch keine Verwaltung eingerichtet. Außerdem fehlen noch ein Lageplan, ein Stadtplan und die Beschilderung, damit sich die Menschen hier besser zurechtfinden können“. Auch Trennwände, um die einzelnen Parzellen voneinander abzugrenzen und etwas mehr Privatsphäre zu ermöglichen, seien noch nicht aufgestellt worden. „Sind alle bestellt, aber noch nicht geliefert“, sagt Hecker. Jetzt müsse man sich erstmal einspielen, den Tag reibungslos überstehen: „In acht bis zehn Tagen können dann die nächsten 500 Bewohner kommen“.

Mittagessen und Abendessen

Seit 1.30 Uhr am Morgen waren an diesem Sonntag auch André Ahlhorn und seine Mitarbeiter der Van-der-Valk Catering GmbH im Mensazelt zu Gange. Dort verpackten sie Salate und Brötchen und fertigten insgesamt 700 Lunchpakete an. „Wir wissen ja nicht, wie viel Hunger die Leute haben. Sie bekommen ein Mittagessen und später noch Abendessen. Damit jeder satt wird, gibt es noch die Lunchpakete mit Brötchen und Wasser“, sagt Geschäftsführer André Ahlhorn.

22 neue Festanstellungen habe es extra für die Versorgung der Flüchtlinge gegeben. In drei Schichten arbeiten sie in dem Mensa-Zelt in den nächsten Monaten. Die Notunterkunft wird vom Deutschen Roten Kreuz im Auftrag der Landesregierung betrieben. Sie ist eine der ersten in NRW eröffneten Zeltstädte mit einer maximalen Kapazität von 1000 Flüchtlingen. In 15 Wohnzelten mit einer Größe von je 250 Quadratmetern haben jeweils 75 Personen Platz. Im Innern sind die beheizbaren und belüfteten Zelte mit Trennwänden in Parzellen für sechs bis acht Personen unterteilt.

Einrichtungsleiter ist der 27-jährige Dortmunder Ozan Kubat. Er arbeitet mit einem Leitungsteam mit fünf sogenannten Teamleitern zusammen, die wiederum eigene Fachabteilungen mit speziellen Schwerpunkten leiten: Medizinisches zum Beispiel oder Soziales. Rund 100 feste hauptamtliche Mitarbeiter sind in der Notunterkunft beschäftigt. Sie kümmern sich um den 24-Stunden-Sicherheitsdienst auf dem Gelände und auf den benachbarten Straßen, die Verpflegung, die Reinigung, die medizinische Versorgung, die Verwaltung und Organisation. Viele von ihnen haben Arbeitsverträge über ein halbes Jahr unterschrieben – man erwartet aber jetzt schon, dass die Zeltstadt länger in Betrieb sein wird.

Das Land NRW investiert allein an diesem Standort mehrere Millionen Euro. Das Landesamt für Aus- und Fortbildung der Polizei hat für die Zeltstadt einen Parkplatz von 2200 Quadratmetern Größe für Schüler und Studenten aufgegeben.

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