Flüchtlinge erkrankt: Windpocken in der Zeltstadt

Keine Neuaufnahme

An Windpocken sind zwei Flüchtlingskinder in der Zeltstadt in Bork erkrankt. Weil die rund 970 Menschen dort eng zusammenleben und sich Krankheiten schnell übertragen, werden die Bewohner jetzt geimpft. Für mindestens zwei Wochen werden zudem keine Neuankömmlinge angenommen.

Bork

, 03.09.2015, 14:58 Uhr / Lesedauer: 1 min
Flüchtlinge erkrankt: Windpocken in der Zeltstadt

Der Zeltstadt für Flüchtlinge auf dem LAFP-Gelände in Selm-Bork ist von vielen Bäumen umgeben.

Bei den beiden an Windpocken (Varizellen) Erkrankten handele es sich um zwei Kinder, wie es in einer Mitteilung des Kreises Unna heißt. Aus Vorsorge wurde die Neuaufnahme für mindestens 14 Tage gestoppt. Die Vorbereitungen für eine groß angelegte Impf-Aktion seien angelaufen, ab Freitag werden alle rund 970 Bewohner der Zeltstadt geimpft.

Ursprungsmeldung

Das Rote Kreuz und die medizinische Abteilung in der Zeltstadt in Bork mussten am Mittwochabend und in der Nacht zu Donnerstag schnell reagieren: Bei einem der Flüchtlinge, die in den vergangenen Tagen aufgenommen wurden, sind Windpocken diagnostiziert worden.

Das Rote Kreuz schottete zunächst das Wohnzelt der erkrankten Person ab und versorgte sie mit den nötigen Medikamenten. Kurz darauf gab es bei einer weiteren Person einen Verdacht auf Windpocken. 

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„Das Problem ist, dass fast keiner der Bewohner geimpft ist“, sagte Einrichtungsleiter Ozan Kubat auf Anfrage der Ruhr Nachrichten. Da das Gesundheitsamt vor Ort gesagt habe, dass die Infektion grundsätzlich eher unbedenklich sei, hoben sie die vorläufige Abschottung des Zeltes auf.

Die Bewohner werden jetzt geimpft

Stattdessen sind der Erkrankte und die Person mit Windpocken-Verdacht in Quarantäne. Die anderen Bewohner werden nun in 200er-Gruppen gegen Windpocken geimpft. Es gehe dabei aber ruhig zu. Gerüchte von einer ersten Epidemie und Unruhe in der Zeltstadt wies die Einrichtungsleitung zurück.

Die meisten Menschen in Deutschland sind gegen Windpocken geimpft: Nach Angaben der Ärtzekammer Nordrhein waren in NRW 2013 rund 80 Prozent der Kinder doppelt geimpft – die Quote stieg in den vergangenen Jahren.

In Schwerte gibt es Läuse

Wenn viele Menschen auf engem Raum zusammenleben, wie in Erstaufnahmeeinrichtungen und Zeltstädten für Flüchtlinge, kann eine Person schnell alle anderen anstecken. Das ist vor einigen Tagen erst in der Erstaufnahmerichtung in Schwerte passiert, in der bei 127 von 150 Menschen Läuse entdeckt wurden.

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