Flüchtlingsfamilie aus Armenien darf vorerst bleiben

Abschiebung gestoppt

Die Abschiebung der armenischen Familie aus Cappenberg ist verhindert. Das hat der SPD-Landtagsabgeordnete Rainer Schmeltzer am Mittwoch auf Anfrage der Redaktion mitgeteilt. Demnach habe der Petitionsausschuss, der sich zuletzt am NRW-Landtag in Düsseldorf mit dem Thema beschäftigt hatte, die Abschiebung stoppen können.

CAPPENBERG

, 08.07.2015, 16:01 Uhr / Lesedauer: 1 min

Rainer Schmeltzer sagte am Mittwoch: „Meines Wissens nach ist der Mann aus der Abschiebehaft entlassen.“ Auch die Ehefrau habe die LWL-Klinik mittlerweile verlassen und die Eltern seien wieder mit ihren Kindern vereint.

Das Verfahren verlaufe jetzt wieder in ordentlichen Bahnen, so der Landtagsabgeordnete weiter. Eine Familie dürfe nicht ohne Weiteres auseinander gerissen werden, außerdem stünden bei einem Abschiebeverfahren auch gesundheitliche Aspekte im Vordergrund, sagt Schmeltzer. Diese seien im Fall der armenischen Familie offensichtlich nicht beachtet worden. 

Pater machte den Fall öffentlich

Die Familie, die mehrere Jahre in Cappenberg gelebt hat, hatte am 19. Juni einen Termin bei der Ausländerbehörde des Kreises Unna. An diesem Tag wurde dem Ehepaar aus Armenien mit seinen vier Kindern verkündet, dass eine Abschiebung in die Heimat nun vollzogen würde.' type='' href='http://www.ruhrnachrichten.de/staedte/selm/Wir-haben-versagt-Abschiebeurteil-reisst-sechskoepfige-Familie-auseinander;art931,2744811 Diese Ankündigung kam für die Armenier offenbar überraschend.

Pater Altfried Kutsch hatte die Familie am 19. Juni zufällig begleitet. Er wurde Zeuge, wie der Vater in Abschiebehaft genommen wurde, wie die Mutter daraufhin einen Nervenzusammenbruch erlitt und in eine Klinik eingeliefert werden musste.

Brief an den Bundespräsidenten

Zusammen mit den zwei Kindern, die das Paar mit nach Unna genommen hatte, fuhr Kutsch zurück nach Cappenberg. Säugling und Kleinkind übergab er dort einer Pflegefamilie, die beiden älteren Kinder - die in Cappenberg geblieben waren - mussten nach Werne ins Heim.

Der Pater schrieb daraufhin einen Brief an Bundespräsident Joachim Gauck, in dem er sich für eine Aufhebung der Abschiebung einsetzte.' type='' href='http://www.ruhrnachrichten.de/staedte/selm/59379-Cappenberg~/Fluechtlingsfamilie-auseinandergerissen-Wegen-Abschiebung-Pater-schreibt-Brief-an-Gauck;art931,2745613

 

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