Fotoverbot: Selmer Freibad schützt Badegäste

Einzelfälle werden berücksichtigt

Das Freibad ist ein sensibler Ort, wenn es ums Fotografieren geht. Immer mehr Bäder achten darauf, wer wann wen fotografiert - auch bei großem Besucherandrang. Wir haben mit dem Betreiber und dem Personal des Selmer Freibads darüber gesprochen, wie man mit auffälligen Fotografen umgeht und in welchen Situationen knipsen geduldet wird.

SELM

, 25.06.2017, 05:45 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wer zu lange im Schwimmbad fotografiert oder sich auffällig verhält, bekommt im Selmer Freibad Hausverbot.

Wer zu lange im Schwimmbad fotografiert oder sich auffällig verhält, bekommt im Selmer Freibad Hausverbot.

Nur mal eben das Enkelkind auf der Wasserrutsche knipsen: kein Problem im Selmer Freibad. Aber eigentlich haben Handys und Kameras im Schwimmbad nichts zu suchen – um die Gäste vor Spannern zu schützen. Im Freibad Selm steht es sogar in der Badeordnung: Lichtbildaufnahmen sind dort nur „in Ausnahmefällen und mit Genehmigung des Badepersonals“ gestattet.

„Unser Badepersonal ist auf solche Situationen sensibilisiert“, erklärt Markus Jungeilges, Geschäftsführer der Stiftung Bürgerfreibad. „Aktuell haben wir damit aber keine Probleme.“ Alle Gäste hätten Verständnis dafür, dass im Schwimmbad nicht wie an anderen Orten frei fotografiert werden könne.

Personal hofft auf "gesunden Menschenverstand"

Das Badepersonal, das ist zum Beispiel Schwimmmeister Dirk Gerstner mit seinem Team. Selbst wenn sich an schönen Sommertagen über 1.500 Gäste im Wasser tummeln, behält er den Überblick. Am Freitag allerdings war nicht viel los; nur drei Kinder und eine erwachsene Schwimmerin sind im Becken. „Mit dem Fotografieren, das ist ein sehr sensibles Thema, aber der gesunde Menschenverstand hilft einem dabei“, erklärt der 42-Jährige. Denn natürlich lese nicht jeder Gast ausführlich die Badeordnung durch, bevor er das Freibad betritt.

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Die drei Kinder beginnen bereits, sich umzuziehen; offensichtlich frieren sie. „Sagt eurem Papa, er soll euch abholen“, ruft Gerstner ihnen zu. „Nächstes Mal dürft ihr dann umsonst rein!“ Die unerschrockene Schwimmerin ist mittlerweile aus dem Wasser gekommen. Sie heißt Birgit Schemmel. Auch sie hält das Foto-Verbot im Schwimmbad für sinnvoll. „Wenn Leute Bilder von ihren eigenen Kindern machen, okay. Aber ansonsten finde ich das überflüssig“, sagt die 56-Jährige.

Das sagt der Schwimmmeister Dirk Gerstner zum Fotoverbot:

Wie rigoros wird bei Ihnen das Bilderverbot umgesetzt? Es ist immer eine individuelle Lösung gefragt. Es ist etwas anderes, wenn ein Opa sein Enkelkind auf der Rutsche fotografiert. Aber wenn jemand dauernd mit dem Handy um das Becken läuft, sprechen wir ihn auch an.Was ist die Konsequenz? Zunächst weisen wir auf die Badeordnung hin. Aber wenn jemand da völlig uneinsichtig ist, muss man Konsequenzen ziehen und ein Hausverbot aussprechen. Davor scheuen wir uns auch nicht.

Haben alle Gäste Verständnis für das Verbot? Natürlich. Schließlich wollen wir unsere Gäste ja schützen, und das wissen sie auch. Gerade im Bereich Planschbecken ist so eine Regel wichtig, und sie wird auch akzeptiert.

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