Prachtallee zum Schloss Cappenberg „im beklagenswerten Zustand“?

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Normalerweise ist die Freiherr-vom-Stein-Straße in Cappenberg eine prächtige Allee, die direkt zum Schloss Cappenberg führt. Prächtig? Das sieht nicht jeder so.

Cappenberg

, 01.08.2020, 20:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer von Westen kommend die Freiherr-vom-Stein-Straße entlang fährt, ahnt nach einigen Metern, dass sich am Ende dieser Straße etwas Besonderes verbirgt: das Schloss Cappenberg nämlich, dessen Eingangstor schon zu sehen ist. Eines der wichtigsten Kulturgüter im Kreis Unna. Da ist es doch schön, dass eine prächtige Allee die Besucher Richtung Schloss führt. Der Cappenberger Joachim Andrös jedoch bemängelt den derzeitigen Zustand der Straße.

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„Diese Allee befindet sich zwischen Frühjahr und Herbst, dann wenn alles wächst, in einem beklagenswerten Zustand“, erklärt er in einer Mitteilung an die Redaktion. Aus welchem Grund auch immer sei es wohl nicht möglich nicht nur den Randstreifen „gelegentlich“ zu mähen, „sondern natürlich auch das wuchernde Gras/Unkraut zwischen den Bäumen zu mähen und zu entfernen“.

Als Kulturgut wichtig für Selm

Seine Kritik geht weiter: „Ausgerechnet die Straße zum Schloss, welches doch als Kulturgut für Selm so wichtig ist und gerade für Millionenbeträge für unser Jubiläum saniert wird, ist es uns nicht wert in einem Zustand zu erhalten, der einen nicht abstößt. Was denken wohl die Schlossbesucher, die durch diese eigentlich wunderbare Allee fahren? Sie denken wahrscheinlich, dass wir nicht in der Lage oder Willens sind, die ererbten Schätze unserer Vorfahren zu hegen und zu pflegen.“

Dabei sei der Aufwand überschaubar, meint Andrös. „Das war vor vielen Jahren auch völlig anders aber uns (wer immer das ist) ist wohl der Blick für dieses Chaos verloren gegangen. Besuchen Sie die Schlösser im Münsterland und da brauchen Sie nicht weit fahren, so etwas gibt es nirgendwo.“

Wir haben die Stadt mit der Kritik konfrontiert. Antwort aus der Pressestelle: „Laut Auskunft der Stadtwerke ist der Kreis Unna zuständig.“

Also haben wir die Kritik von Joachim Andrös an die Pressestelle des Kreises Unna weitergeleitet. Pressesprecherin Constanze Rauert hat den Leiter des Tiefbaubereiches beim Kreis Unna, Jürgen Busch, eingeschaltet. Und der hat sich der Redaktion gegenüber zur Kritik von Joachim Andrös geäußert: „Ich bin erstaunt über die Kritik. Es handelt sich um eine Kreisstraße. Und die haben wir natürlich im Pflegeprogramm. Wir pflegen alle unsere 215 Kilometer Kreisstraßen. Wenn man die Straßenränder nimmt, kommen wir auf 430 Kilometer.“

Ganz normaler Pflegeturnus

Es sei politisch so vorgesehen, dass an allen Bundes-, Landes- und Kreisstraßen schon seit mehr als 20 Jahren die Pflegeschnitte zweimal im Jahr erfolgen. Vor 30, 40 Jahren sei auch dreimal im Jahr geschnitten worden. Der 1,50 Meter breite Bankettstreifen werde zweimal im Jahr gemäht. Was dahinter liege, die sogenannte Sukzessionsfläche, werde im Herbst gemäht. Das sei der ganz normale Pflegeturnus des Kreises Unna.

Laut Kreis Unna werden die Bereiche rund um die Bäume an der Freiherr-vom-Stein-Straße zum Herbst hin gemäht.

Laut Kreis Unna werden die Bereiche rund um die Bäume an der Freiherr-vom-Stein-Straße zum Herbst hin gemäht. © Arndt Brede

„Das heißt ja nicht, dass nicht noch mehr gemacht werden könnte, aber das wäre Gemeindeaufgabe, nicht Aufgabe des Kreises, wenn man mehr für die Sicht und für die Gestaltung haben möchte“, sagt Busch. Dass es rund um die Bäume derzeit nicht so sauber aussieht, liege eben daran, „dass wir jetzt erst vor dem eigentlichen Schnitt im Herbst stehen“. Vor August/September mache das keinen Sinn.

Und wie wäre es, wenn die Freiherr-vom-Stein-Straße wegen des besonderen Kulturguts Schloss Cappenberg in der Pflege-Prioritätenliste hochrutschen würde? „Wir fahren Straßenzug für Straßenzug mit dem Mähgerät mit Auslegermäher am Unimog von Schwerte bis Selm ab. Gestartet wird am Kreis-Bauhof an der B1 in Unna.“ Da nehmen sich die Mitarbeiter dann feste Touren vor. „Es macht da überhaupt keinen Sinn, zu springen“, erklärt Jürgen Busch. Diese Arbeit müsse ja auch wirtschaftlich sein.

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