Für den Klimaschutz: Ghanaer zu Besuch in Selm

Austausch mit Afrika

Seit Mitte 2014 unterstützt die Stadt Selm das Dorf Busunu im Norden Ghanas in der kommunalen Entwicklung. Nachdem der Borker Projektkoordinator Tobias Althoff nun schon mehrere Male vor Ort in Afrika war, ist eine Delegation aus Busunu seit Sonntag zum Gegenbesuch in Selm zu Gast. Das sind die Hintergründe und Ziele.

CAPPENBERG

, 09.05.2016, 18:20 Uhr / Lesedauer: 2 min
Für den Klimaschutz: Ghanaer zu Besuch in Selm

Priester Lazarus Annyereh (rechts) ist in Busunu das Sprachrohr zu den Menschen, die im Dorf leben.

Mit einfachen Worten erklärt Tobias Althoff die Bedeutung des Besuchs der beiden Gäste aus Ghana. „Besuch bedeutet Austausch. Und das ist das Wichtige.“ Seit 2014 haben die Stadt Selm und das Dorf Busunu beschlossen, in eine sogenannte kommunale Entwicklungsarbeit zu treten.

Gefördert vom Land Nordrhein-Westfalen ist das langfristige Ziel dieser Zusammenarbeit der Aufbau von Selbstverwaltungsstrukturen und die Gründung von Stadtwerken in dem Dorf im Norden Ghanas. Sinn sei es nicht, den Menschen in Busunu fertige Lösungen zu präsentieren oder Handlungen vorzuschreiben, sondern vielmehr der gegenseitige Austausch.

Wichtige Gäste

In Selm zu Gast sind nun der Priester der St. Peters Canisius Gemeinde in Busunu, Lazarus Annyereh, und der Landrat des Verwaltungsbezirks West Gonja, Ali Bakari Kassim. Der Priester, der zum wiederholten Male in Selm ist, habe einen großen Einfluss in Busunu, erläutert Tobias Althoff.

Er kenne viele Menschen und könne das Thema der Zusammenarbeit gut vermitteln, da er selber in England studiert und viel Hintergrundwissen habe. Althoff bezeichnet ihn als „Sprachrohr in Richtung der Menschen im Ort“. Landrat Ali Bakari Kassim habe derweil die gleiche Funktion wie ein Landrat in Deutschland. Er koordiniere die Verwaltung und ist „quasi unser Sprachrohr Richtung Politik und langfristiger Planung“, so Althoff.

Was passiert nun in Selm?

„Ziel des Besuches sind die Stärkung der kommunalen Partnerschaft und der Klimaschutz“, sagt Stadtsprecher Malte Woesmann. Während des Besuches der Afrikaner sollen, so Woesmann, vor allem die Bereiche sauberes Wasser, erneuerbare Energien, Abfallwirtschaft und nachhaltige Infrastruktur zur Sprache kommen. Im Blick stünden die Ziele der Vereinten Nationen zur nachhaltigen Entwicklung.

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Geplant sind unter anderem Unternehmensbesuche in Selm und Umgebung. So wird es am Mittwoch, 11. Mai, ein Besuch mit Schulrundgang am Städtischen Gymnasium geben, am Donnerstag besichtigen die Gäste ein Biomassekraftwerrk in Lünen und schauen sich zudem die Ausbereitung von Kunststoffabfällen an.

Am Sonntag, 15. Mai werden die Ghanaer um 10 Uhr das Hochamt der Kirchengemeinde St. Johannes in Cappenberg besuchen, bevor am kommenden Dienstag ein Treffen mit Bürgermeister Mario Löhr ansteht. Die Gäste aus Busunu werden bis zum 20. Mai in Selm bleiben.

Die Beziehung zu Ghana
Seit 1998 gibt es zwischen der Kirchengemeinde St. Johannes in Cappenberg und der Kirchengemeinde St. Peter Canisius in Busunu eine Partnerschaft. Seit 2007 existiert ein Partnerschaftsabkommen zwischen Ghana und Nordrhein-Westfalen. Bisher wurden fünf Projekte mit dem Schwerpunkt der regenerativen Energieerzeugung in Busunu durchgeführt. Daraus entstanden sind eine kleine Biogasanlage, eine Photovoltaikanlage und ein Stromnetz, an das rund 150 Haushalte angeschlossen sind. Kosten für die Wartung und Reparatur der Infrastruktur müssen auf die Bewohner umgelegt werden. Da aber keine Selbstverwaltungsstrukturen im Dorf existieren, ist es notwendig, diese Strukturen langfristig aufzubauen und im Dorf gemeinsam mit den Bürgern umzusetzen.

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