Fundsachen waren im Feuerwehrhaus heiß begehrt

Versteigerung in Bork

„Zum ersten, zum Zweiten und zum Dritten..." - die Fundsachenversteigerung der Stadt Selm präsentierte wieder einmal reichlich heiß begehrte Ware. Insgesamt 41 Räder, drei Sporttaschen, eine Armbanduhr und zwei Stichsägen gingen dabei im Feuerwehrgerätehaus Bork unter den Hammer. Wir haben uns bei der Versteigerung mal umgeschaut.

BORK

21.10.2016, 16:11 Uhr / Lesedauer: 2 min
Horst Jungmann in seinem Element. Als Auktionator versteigerte er alle vorrätigen Gegenstände.

Horst Jungmann in seinem Element. Als Auktionator versteigerte er alle vorrätigen Gegenstände.

Eigentlich gingen die Fundgegenstände nicht unter den Hammer, sondern unter den gelben Kugelschreiber. Den hielt Auktionator Horst Jungmann nämlich fachmännisch in der Hand, als es darum ging, dem Höchstbietenden den Zuschlag zu geben. „Es ist nicht zu glauben, was die Leute alles liegen lassen und nicht wieder abholen. Selbst hochwertige Autoschlüssel bleiben häufig hier“, berichtet Jungmann.

Räder für Flüchtlinge

„Ich bin für die Fahrräder gekommen. Alte und kaputte Exemplare bringe ich nämlich selbst auf Vordermann, um sie später Flüchtlingen oder Asylsuchenden zu spenden“, erzählt Heiwi Schaeper, der das Schrauber-Gen von seinem Vater geerbt hat. „Mein Vater hatte früher einen Fahrradladen hier in Bork, das ist auch der Grund, wieso mich das Zweirad so begeistert.“ Am Ende wird er fünf Räder zu einem Preis von 16 Euro ersteigert haben.

Weniger Glück haben Jürgen Padermann und Töchterchen Maylin aus Olfen, „Heute habe ich nichts Passendes gefunden. Aber ich achte auch darauf, kein Rad zu ersteigern, in das noch zig Ersatzteile gehören, denn die Kosten können nachher immens in die Höhe schießen“, erklärt Padermann seine Zurückhaltung.

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Blick ins Fundbüro

Bald ist wieder eine Versteigerung der Sachen, die im Fundbüro abgegeben wurden und deren Besitzer sich nicht gemeldet haben. Wir warfen einen Blick auf die im Bestand gelagerten Dinge: Fahrräder, Ohrringe, Taschen, Brillen, Handys......
21.06.2013
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Ein goldener Ehering wird am Donnerstag versteigert.© Foto: Matthias Münch
In diesem dicken Buch hat Margret Kapuschenski vom Selmer Ordnungsamt alle Fundstücke verzeichnet, die jetzt versteigert werden.© Foto: Matthias Münch
Schirme, Jacken, Turnschuhe: Wer diese Dinge gebrauchen kann, sollte am nächsten Donnerstag zur Fundsachenversteigerung kommen.© Foto: Matthias Münch
Dieses Autoradio gehört zu den Fundsachen, die am Donnerstag versteigert werden.© Foto: Matthias Münch
Auch diese Damenhandtasche wird am Donnerstag versteigert.© Foto: Matthias Münch
Diese Armbanduhren sind im Angebot der Auktion.© Foto: Matthias Münch
Diese in Selm gefundenen Handys dürfen aus Datenschutzgründen nicht versteigert werden.© Foto: Matthias Münch
Auch dieser Laubsauger wird versteigert.© Foto: Matthias Münch
Fünf Werkzeugkoffer kommen unter denn Hammer.© Foto: Matthias Münch
48 Fahrräder jedweder Qualität sind im Auktionsangebot.© Foto: Matthias Münch
Dieses fast neue Alurad ist der Star der diesjährigen Fundsachenversteigerung.© Foto: Matthias Münch
Wie immer, stehen Fahrräder auch in diesem Jahr im Mittelpunkt der Fundsachenversteigerung.© Foto: Matthias Münch
Dieses Fahrrad - vermutlich Marke "Eigenbau" - kommt ebenfalls unter den Hammer.© Foto: Matthias Münch
Ohne Sattel dürfte dieses Fahrrad wohl nur ein paar Euro bei der Versteigerung erzielen.© Foto: Matthias Münch
Auch dieser Kinderroller wird versteigert.© Foto: Matthias Münch
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Zwischenzeitlich schallt es immer wieder „Wer bietet mehr? Da vorne jemand?“, durch die Halle. Horst Jungmann hat soeben ein schwarzes Damenrad für 55 Euro versteigert. Doch keine fünf Minuten später bricht ein grüner Flitzer alle Rekorde: Für 150 Euro geht das Mountainbike über die Theke und ist damit der diesjährige Bestseller.

Fahrrad für zwei Euro

„Das ist ja richtig spannend hier“, bemerkt Claudia Kirchberger. Gemeinsam mit ihrer Schwester ist sie zum ersten Mal bei der Versteigerung dabei. „Ich bin überrascht, wie hoch die Preise teilweise gehen“, entgegnet Vera Batzdorfer. Sein neues Eigentum abgeholt hat inzwischen Sadin Omeirat. „Ich habe 18 Euro bezahlt und das Laub gab es gratis dazu“, sagt er grinsend und zeigt in den Fahrradkorb mit den Herbstblättern. „Es wird natürlich repariert“, versichert der 19-Jährige.

„Ich will auch eins haben“, sagt seine Schwester Asia und macht sich auf den Weg zurück ins Gerätehaus, wo Horst Jungmann derweil alles gibt. „Zum ersten, zum Zweiten und zum Dritten“, verkündet er lautstark und das nächste Kinderrad ist verkauft, für schlappe zwei Euro. Die rote Uhr für neun Euro und die Stichsägen für jeweils fünf und zwölf Euro gehen da fast unter.

Gisela und Klaus Koischwitz sind für heute durch, sie haben ihr Rad bereits bezahlt. „Das kriegen wir auf die Straße, die Bremsen laufen super nur am Licht werde ich noch werkeln müssen“, so Klaus Koischwitz über seinen zwölf Euro Drahtesel.

Am Ende ist alles verkauft

„Früher haben wir auch die Fundsachen, vor allem Taschen, des Regionalverbandes Münsterland mitversteigert. Leider werden die nicht länger an uns weitergeleitet“, erklärt Udo Roll vom Ordnungsamt. „Sonst wäre heute garantiert noch mehr versteigert worden.“ Aber auch so bleibt das Ergebnis erfreulich, am Ende kam auch der letzte Gegenstand unter den Hammer, quatsch Kugelschreiber.

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