Ganze Familie wegen sechsfachen Betrugs vor Gericht

Belastende Aussagen

Gleich eine ganze Familie aus Selm musste sich vor dem Schöffengericht in Lünen verantworten. Vorwurf war sechsfacher bandenmäßiger Betrug. Ausschlaggebend waren belastende Aussagen eines weiteren Familienmitglieds.

SELM

von Von Heinrich Höckmann

, 21.08.2013, 16:21 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Sache wäre sicherlich im Sande verlaufen, hätte nicht ein weiteres Mitglied der Familie, ein 28-Jähriger, belastende Aussagen gemacht. Gegen ihn hatte die Polizei wegen Brandstiftung ermittelt. Bei der Vernehmung hatte der 28-Jährige dann zudem einen Onkel belastet, der sich mittlerweile in den Libanon abgesetzt hat. Die Polizei ermittelte daraufhin mit großem Aufwand, schließlich waren 40 Versicherungsfälle durch die Aussage aufgetaucht. Sogar Telefonate hörten die Ermittler ab, ohne jedoch eindeutige Beweise zu bekommen. Außerdem fand die Polizei bei einer Hausdurchsuchung bei der Familie zwei Computer, die aus einem Einbruch stammten. Das brachte der Familie den Vorwurf der Hehlerei ein, der vor Gericht aber nicht zu beweisen war. In der Verhandlung am Mittwoch machte der 28-Jährige nun von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch.

Das hatte zur Folge, dass auch seine Aussage bei der Polizei nicht verwertet werden durfte. Das machte die Beweislage sehr dünn, wie Richterin Beatrix Pöppinghaus bemerkte. Die Sache mute sehr seltsam an, sagte sie. Die Schuld lasse sich aber mit objektiven Beweismitteln nicht eindeutig belegen. Daher erfolgte der Freispruch.

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