Ganztagsplätze in Selm: Wie würde sich ein Rechtsanspruch ab 2025 auf Selm auswirken?

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Die Schülerzahlen in Selm werden steigen und auch der Bedarf an Ganztagsplätzen. Das Jahr 2025 könnte eine weitere einschneidende Veränderung mit sich bringen.

Selm

, 15.12.2019, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dr. Hubert Seier, Mitglied der UWG-Fraktion und Vorsitzender des Ausschusses für Schule, Kultur und Sport, hat in der Dezember-Ausschusssitzung ein Thema angesprochen, das die Stadtverwaltung bereits perspektivisch in die Planungen mit aufnehmen solle: den Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz ab dem Jahr 2025, der gesetzlich in Form gegossen werden soll.

Auch Christine Jücker, Rektorin der Overberg-Grundschule hat bereits gegenüber dieser Redaktion erklärt, dass die Zeichen auf einem verbindlichen Ganztag stehen.

Nun ist die Verwaltung gerade dabei, Schülerzahlprognosen sowie die Entwicklung bei den Zahlen für die in Selm geltende Offene Ganztagsbetreuung und die Übermittag-Betreuung von Schülern mit einem Raumprogramm auszukleiden, das den zukünftigen Bedürfnissen gerecht wird. Stehen die derzeitigen Analysen zu Räumen der Schulen im Zusammenhang nicht nur mit der wachsenden Schülerzahl und des wachsenden Bedarfs an Ganztagsplätzen, sondern auch mit dem 2025 vorgesehenen Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz?

Planung berücksichtigt jetzt schon multifunktionale Möbel

Diese Frage haben wir Stadtsprecher Malte Woesmann gestellt. Seine Antwort: „Die derzeitigen Raumanalysen stehen noch nicht im direkten Zusammenhang zum Rechtsanspruch OGS 2025. Die integrierte Jugendhilfe- und Schulentwicklungsplanung umfasst allein den Planungszeitraum bis 2024. Bei künftigen Umgestaltungen von Räumlichkeiten wird allerdings bereits schon jetzt auf Multifunktionalität geachtet.“

Um diesem Rechtsanspruch ab 2025 gerecht zu werden, dürfte seitens der Verwaltung dann ja noch mehr getan werden als bereits jetzt getan wird. Eine genaue Strategie hängt von weitergehenden Prüfungen ab. Malte Woesmann sagt dazu: „Im Hinblick auf den Rechtsanspruch 2025 müssen zunächst weitergehende Prognosen und Analysen erfolgen, um daraus Handlungsoptionen und finanzielle Konsequenzen abzuleiten. Hiermit wird sich die Verwaltung gemeinsam mit den Schulen entsprechend beschäftigen.“

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Elternbeiträge könnten entfallen

Sollten die Zeichen für Selm tatsächlich auf einem verbindlichen Ganztag stehen, stellen sich weitere Fragen: Was genau bedeutet das für Selm? Konkret: Wie würde sich ein verbindlicher Ganztag vom jetzigen offenen Ganztag unterscheiden? Was bedeutet verbindlicher Ganztag für die Eltern und Kinder? „Soweit mit verbindlichem Ganztag ein sogenannter gebundener Ganztag gemeint ist, lassen sich hier noch keine verlässlichen Aussagen treffen“, erklärt der Stadtsprecher. Ein gebundener Ganztag würde laut Woesmann bedeuten, dass die Teilnahme für jedes Kind der Primarstufe verpflichtend wäre und die Eltern hier kein Wahlrecht mehr hätten. „Gleichzeitig entfiele die Elternbeitragserhebung, da es sich damit um eine pflichtige Schulveranstaltung handeln würde.“

In Selm hat der Verein Ganz Selm die Ganztagsbetreuung übernommen. Würde der Verein Ganz Selm weiter die Ganztagsbetreuung stemmen, wenn der verbindliche Ganztag für Selm kommt? „Wir müssen zunächst die rechtlichen Regelungen in diesem Bereich abwarten“, sagt der Stadtsprecher.

Pilotschulen und -klassen denkbar

Was aber Fakt ist: Die Stadt hat in Sachen Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz ab 2025 schon einige Ideen. Beigeordnete Sylvia Engemann: „Im Vorfeld des Rechtsanspruchs auf einen Ganztagsplatz ab 2025 machen wir uns schon Gedanken dazu, ob man die Rhythmisierung des Ganztags schon vorher erproben kann.“ Gemeint ist, dass in Zukunft möglicherweise Ganztagsbetreuung nicht aufgeteilt wird in Unterricht und dann Betreuung ab mittags, dass Unterricht und Betreuung eher fließend ineinander übergehen. Eventuell könne mit Pilotschulen und -klassen gearbeitet werden, sagte die Beigeordnete.

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