Im Garten der Familie Nowak blüht es den ganzen Sommer. © Stephanie Tatenhorst
Gartenserie

Gartenserie: Bei den Nowaks in Selm wird der Garten zum Heimathafen

Wie vielfältig heimische Gärten sein können, präsentieren wir im Rahmen unserer Gartenserie. Bei den Nowaks aus Selm hat die Natur viel Raum, denn der Schnitt des Grundstück ist ungewöhnlich.

Dass im Garten von Klaus und Marita Nowak ein dicker Anker liegt, hat einen Grund: 22 Jahre fuhr der Selmer zur See. War unter anderem auf der Cap San Diego, die heute ein Museumsschiff im Hamburger Hafen ist, Funkoffizier. Die Liebe zum Meer ist noch immer vorhanden, aber heute ist der Garten das Refugium des 70-Jährigen.

Ein Trostpflaster für den Abschied von der Seefahrt: Aber nicht nur auf der Bank in der Laube hat Klaus Nowak einen neuen Heimathafen gefunden. © Stephanie Tatenhorst © Stephanie Tatenhorst

„Heimathafen – Mach mal Pause, Klaus“ steht daher auch auf der Rückenlehne der Bank, die der Hausherr zu seinem Abschied von der Schifffahrt bekam. Sie steht in einer der vielen Sitzecken, die es im Garten der Nowaks gibt. Der erinnert ein wenig an ein völlig verdrehtes Tetris-Puzzleteil, denn das Grundstück ist völlig verwinkelt und verschoben. Aus besonderem Grund.

Einst waren es zwei Grundstücke

Das Haus, das die Familie Nowak heute komplett bewohnt, war einst ein Zechen-Doppelhaus mit zwei unterschiedlichen Besitzern. Die vordere Haushälfte hatte einen kleinen Garten, von dem es über einen langen, schmalen Gang wie einen Flur in den eigentlichen Garten ging. „Das war, als hätte man einen Schrebergarten“, berichtet Marita Nowak. Der Garten der hinteren Haushälfte hingegen schmiegte sich L-Förmig an das Gebäude.

Ein schmaler Gang zwischen Garage und Efeuhecke: So gelangten die Nowaks früher in ihren Garten. „Das war wie ein Schrebergarten“, sagt die Hausherrin. Heute können sie den direkten Weg nehmen. © Stephanie Tatenhorst © Stephanie Tatenhorst

Heute ist alles eins, denn die Nowaks konnten vor einigen Jahren auch die andere Haushälfe erwerben und bauten den Garten entsprechend um. In der „Schrebergartenecke“ frönt Klaus Nowak seiner besonderen Liebe. Der dort angelegte Teich mit Seerosen hat aber weniger mit seiner Leidenschaft zum Meer zu tun als vielmehr mit Kindheitserinnerungen.

Die Seerosen stehen gerade in voller Blüte. © Stephanie Tatenhorst © Stephanie Tatenhorst

Teichmolche im eigenen Gartenteich

Die alten Tümpel und Teiche auf der stillgelegten Selmer Zeche zogen den jungen Klaus immer wieder an. „Da wimmelte es von Lurchen und Fröschen. Da bin ich zum Amphibienfreak geworden“, verrät er.

Der Teich mit den Seerosen ist an einer Seite ein wenig zugewuchert – aus voller Absicht. Das kommt den wilden Bewohnern des Gartens zugute. © Stephanie Tatenhorst © Stephanie Tatenhorst

Seit mehr als 20 Jahren leben auch in seinem Garten Teichmolche, die sich diesen selbst als neue Heimat aussuchten. „Deshalb belasse ich diesen Teil des Gartens auch äußerst naturnah.“ Das dichte Dickicht aus Schilf und wilden Astern freut auch andere Wildtiere wie Igel, Wiesel und Vögel, die regelmäßig vorbeischauen.

Rund um den Teich hat Klaus Nowak eine Sumpfzone mit entsprechenden Pflanzen angelegt. Die Tiere lieben das. © Stephanie Tatenhorst © Stephanie Tatenhorst

Im vergangenen Jahr legte Klaus Nowak um den Gartenteich noch eine Sumpfzone an, in der nun Sumpfvergissmeinicht, Sumpfdotterblumen und Blutweiderich wachsen. „Letzterer blüht erst im August – und das wirklich blutrot.“

Blütenparadies an der Terrasse

Direkt an der Terrasse blüht es aber gerade jetzt. Stockrosen stehen in voller Knospe, Rittersporn lugt hervor und Stauden in voller pinker Blüte, deren Name Klaus Nowak vergessen hat. „Ich bin eigentlich kein Gartenfreak“, sagt er. „Ich sitze hier, trink mein Bier und guck einfach, was so wächst.“

Aufgrund der zahlreichen Stauden, die es im Garten gibt, ist das auch gut möglich. „Ich dämm deren Wuchs immer nur ein wenig ein. Natürlich zupf ich auch mal Unkraut, wo es stört. Aber das sind ja eigentlich Wildkräuter – daher dürfen die oft auch stehen bleiben. „Ich möchte den Garten möglichst naturbelassen haben.“

Die alte Schwengelpumpe in einer Ecke des Gartens ist lediglich Zierde. © Stephanie Tatenhorst © Stephanie Tatenhorst

Täglich ist ein anderer Ausblick möglich

Um die Ecke, wo es früher mal einen Wintergarten gab, steht heute ein aufblasbares Schwimmbecken. Bis vor kurzem stand es noch auf dem Rasen, wie an diesem unschwer zu erkennen ist, aber die Nowaks stört das nicht. „Wir fühlen uns hier pudelwohl“, sagt Marita Nowak.

Auch in den Kübeln verschiedenster Größe blüht es derzeit. © Stephanie Tatenhorst © Stephanie Tatenhorst

Ob auf der Terrasse, im Strandkorb oder auf den Relaxliege, auf der Heimathafen-Bank unter der überdachten Pergola oder im vorderen Bereich des kleinen Gartens, den man früher hatte: Jeden Tag können die Nowaks woanders sitzen – und stets aufs neue einen völlig anderen Blick auf ihren Garten haben.

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