„Nur wegen Suer hier“: In der Selmer Gaststätte gab es zum letzten Mal ein großes Konzert

rnAbschiedskonzert

Ein letztes Mal mit Live-Musik feiern. Das stand an diesem Freitag bei der Gaststätte Suer an. Klar, dass viele Stammgäste kamen. Weniger klar ist, was kommt, wenn die Gaststätte schließt.

Selm

, 22.09.2019, 14:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zum 29. Dezember schließt das Gasthaus Suer nach 350 Jahren. Zum letzten Mal gab es am Freitag ein Konzert einer Band im großen Saal. „Wir haben uns für die Live Band „Export“ entschieden, weil es Selmer sind“, erklärte Stefan Suer, der an der Kasse die Besucher empfing.

Nochmal Fastnacht

Zahlreich kamen sie in die Gaststätte und füllten schnell den Saal. „Bis Ende Dezember haben wir aber noch einige Veranstaltungen“, versicherte Suer. Und auch Weiberfastnacht und Karnevalssamstag will er für seine Gaststätte noch öffnen. Aber dann ist endgültig Schluss.

„Wir gehen mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, erzählte Suer weiter, der die Gaststätte 32 Jahre lang führte. Zum einen geht eine Traditionsgaststätte verloren, zum anderen ergibt sich für Stefan und Mary Suer ein ganz neuer Lebensabschnitt. Beide freuen sich auf mehr Freizeit und Zeit für die Familie.

Das Umschauen nach Alternativen

Umdenken müssen auch die Stammgäste, die sich regelmäßig in der Gaststätte trafen. „Suer wird uns sehr fehlen“, meinte Brigitte Holterbork. Am Samstag traf sie sich mit Petra Dülberg, Nicole und Alina Irmer sowie Katja Nies an ihrem Stammtisch. Es gäbe keine Alternativen im Augenblick, stellten die Frauen gemeinsam fest.

„Nur wegen Suer hier“: In der Selmer Gaststätte gab es zum letzten Mal ein großes Konzert

Nicole Irmer, Petra Dülberg und Brigitte Holterbork treffen sich regelmäßig bei Suer. © Antje Pflips

So lange es gehe, wollten sie nun noch die Gastlichkeit spüren. Deshalb seien sie auch an diesem Abend „nur wegen Suer“ hier. „Wir haben hier alle unsere Familienfeste und den 1. Hochzeitstag gefeiert“, sagte Nicole Irmer. Auch für Klassentreffen war Suer die erste Wahl.

„Eine Katastrophe“ für die Stammkunden

„Bei Suer spielte sich eben immer alles ab.“ Umstellen müssen sich ebenso Bernhard Göke und Peter Wendt. Seit über 40 Jahren treffen sie sich jeden Freitag noch mit weiteren sechs Freunden zum Feierabendbier. In diesen vielen Jahren haben sie schon viel gesehen und gehört. Sie kennen die Familien- und Altstadtgeschichten und Entwicklungen im Hause Suer nur zu gut.

„Nur wegen Suer hier“: In der Selmer Gaststätte gab es zum letzten Mal ein großes Konzert

Bernhard Göke und Peter Wendt kommen seit über 40 Jahren freitags nach Suer. © Antje Pflips

Für sie sei die Schließung ebenso eine „Katastrophe.“ „Wir sind sehr traurig. Wo sollen wir uns denn dann treffen?“, fragten sie sich und gingen im Geiste geeignete Lokale durch. Gaststätten außerhalb des Stadtbezirks kämen kaum in Frage. „Es fahren ja keine Taxen mehr und selbst fahren können wir auch nicht“, erklärten die beiden Senioren. Die Entscheidung des Wirtsehepaares können jedoch alle gut nachvollziehen.

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