Gastronomen in Selm und der erneute Lockdown: Hoffen und der Blick nach vorn

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Was viele Gastronomen und Kunden befürchtet hatten, wird Wirklichkeit: Ab Montag, 2. November, dürfen Restaurants, Bars, Kneipen vorerst nicht öffnen. Was macht das mit den Betroffenen in Selm?

Selm

, 29.10.2020, 20:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Montag, 2. November, markiert einen erneuten Einschnitt ins tägliche Geschäft der Restaurants, Kneipen und Bars auch in Selm. So wie im Frühjahr schon einmal dürfen sie nicht mehr öffnen. Da sollte man annehmen, dass pure Verzweiflung bei den Gastronomen herrscht. Irrtum. Die Erfahrungen mit dem Lockdown im Frühjahr nützen vielen Betroffenen. Denn Liefer- und Abholservices, die zum Teil sehr kreativ ins Leben gerufen wurden, laufen seit dem ersten Lockdown gut. Und auch nach der neuen Verordnung zur Vermeidung von Coronainfektionen sind Lieferung und Abholung ja erlaubt.

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Mit dem Abholservice aus dem Fenster heraus hatte das Restaurant Jakobsbrunnen im Frühjahr eine beliebte und gut genutzte Möglichkeit gefunden, den Gästen die Speisen zumindest zum Außer-Haus-Verzehr präsentieren zu können. Nun also der zweite Lockdown. Die Reaktion der Betreiber des Jakobsbrunnens: „Wir hoffen einfach mal, dass daraus keine Trilogie oder womöglich eine mehrteilige Serie wird. Wir sind gleichzeitig enttäuscht. Denn unsere Ideen und unser Konzept sind bis heute aufgegangen, mit der Konsequenz einer weiteren Zwangspause von 4 Wochen. Anfragen seitens des Gesundheitsamtes bezüglich Kontaktnachverfolgung vom ersten Tag der Wiederöffnung bis heute: Fehlanzeige.“

Auf Lockdown 2 vorbereitet

Die Betreiber danken den Gästen zunächst einmal. Sie hätten „maßgeblich dazu beigetragen. Wir haben uns gemeinsam an die Spielregeln gehalten und das Beste aus der Situation gemacht. Wir setzen alle Hoffnungen in die Entscheidungen der Politik, dass die kommenden Maßnahmen wirksam sind. Natürlich haben wir uns auf einen möglichen Lockdown Teil 2 vorbereitet. Bedeutet konkret: Ab heute gibt es eine neue Speisenkarte für Annette’s Abholschalter“.

„Wir geben nicht auf“, heißt es von Seiten der An-Bar auf Facebook. Gleichwohl: „Obwohl wir alle Vorgaben der Bundesregierung konsequent umgesetzt haben und das RKI auch bestätigt, dass es in der Gastronomie kein „Gefahrenpotenzial“ sieht, gehen wir ab Montag, den 2. November 2020 in den Lockdown 2.0.“ Allerdings werde das Cocktailtaxi nach wie vor Cocktails nach Hause liefern. „Man kann telefonisch bestellen oder im Online Shop unter shop.an-bar.de“, berichtet Geschäftsführerin Kaira Eistel.

Möglichst ohne Finanzhilfen vom Bund

Die Mitarbeiter im Hotel seien seit März in Kurzarbeit und werden nach Bedarf eingesetzt. „Die Mitarbeiter in der Bar sind alles Aushilfen und wir hoffen, dass das Cocktail Taxi weiter gut läuft damit wir keinen entlassen müssen.“ Hofft sie nun auf die vom Bund angekündigte 75-Prozent-Kompensation für Einnahme-Ausfälle? „Es wäre natürlich schön, wenn wir die Hilfe nicht in Anspruch nehmen müssen und es aus eigenen Kräften mit dem Cocktail Taxi schaffen“, sagt Kaira Eistel. „Wir haben unsere Flyer schon in Selm, Bork, Cappenberg und Capelle verteilt und sind gerade dabei, in Südkirchen und Nordkirchen die Flyer in die Briefkästen zu werfen.“

Anders sieht es in der Gaststätte Klähr in Netteberge aus. „Wir werden ab Montag geschlossen haben“, sagt Wirtin Margret Hettstedt auf Anfrage der Redaktion. Ein Abholservice sei zwar während des Lockdowns erlaubt, „aber das hat sich für uns auch beim ersten Lockdown nicht gelohnt“, sagt sie. „Wir liegen einfach zu weit vom Schuss.“ Sie hoffe nun, dass sie nach dem Ende des Lockdowns wieder öffnen darf.

Das wünscht sich auch Astrid Vogt, Chefin des Hotel-Restaurants „Zum alten Feld“. Zwar werde es auch während des zweiten Lockdowns einen Abholservice in ihrem Restaurant geben. „Aber ich hoffe, dass wir, wenn sich alle Menschen jetzt zusammenreißen, wenigstens ein Weihnachtsgeschäft haben.“

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