Gastronomie

Gastronomie in Selm: Drinnen will keiner sitzen, aber draußen ist alles voll

Seit dem Wochenende gelten deutliche Lockerungen beim Schutz vor dem Coronavirus. Das merken vor allem Gastwirte - und freuen sich, ihre Gäste endlich wieder von A bis Z bewirten zu dürfen.
Endlich wieder im Biergarten mit einem Frisch-Gezapften anstoßen: Dass am Wochenende nochmals viele Regeln gelockert wurden und auch das Wetter mitspielte, kam den Gastwirten wirklich entgegen. © Meike Holz

„Gott sei Dank. Es geht wieder los.“ Diese Satz von Katerina Kontou kommt aus tiefstem Herzen – und der Stoßseufzer dahinter ist ebenfalls echt. Sieben Monate lang hatte die Chefin ihr Restaurant Olympia geschlossen, konnte weder Gäste an den Tischen begrüßen noch Kegelclubs zur Ausübung ihres Sports einlassen. „Wir haben Außer-Haus-Service angeboten, aber das ist doch etwas anderes“, sagt die Wirtin.

Dass es zum Wochenende neuerliche Lockerungen bei der Corona-Schutzverordnung gab merkte die Wirtin deutlich. „Letztes Wochenende mit Tests, das war schlimm“, sagt Katerina Kontou, denn sie musste genau kontrollieren und dokumentieren, wer sich ausgewiesen hatte – und wer dies nicht wollte, musste wieder gehen. Seit diesem Wochenende ist die Testpflicht weggefallen – „und das ist eine große Erleichterung“, sagt die Wirtin.

Kegelclubs kommen auf das erste Bier vorbei

Da am Wochenende auch das Wetter weitestgehend mitspielte, war der Biergarten vom Restaurant Olympia schnell gefüllt. „Es war alles schön besetzt“, freut sich Katerina Kontou. „Auch die Kegelclubs sind vorbeigekommen und haben ein Bier getrunken“, freute sich sich über das Wiedersehen mit den Stammkunden. Bis die Kegler jedoch wieder eine mehr oder weniger ruhige Kugel schieben können, wird noch etwas Zeit vergehen. „Das läuft erst langsam wieder an“, sagt die Wirtin.

Doch schon nach dem ersten guten Wochenende für den Betrieb merkt die Olympia-Wirtin vor allem eins: „Die Leute waren alle so freundlich.“ Jeder wäre froh gewesen, wieder zum Essen und Trinken ins Restaurant gehen zu können. „Das hat wirklich allen Spaß gemacht, auch uns“, sagt Katerina Kontou. „Es war schön, alle Gäste wiederzusehen. Es war so eine lange Zeit.“ Doch noch etwas bemerkte die Gastronomin: „Drinnen will keiner sitzen, aber draußen ist alles voll.“

Erleichterung wegen weniger strenger Auflagen

Beim Jakobsbrunnen ist man mit einem ersten Fazit noch vorsichtig. Aber dort gibt es am heutigen Dienstag auch schon wieder ein Beerdigungskaffeetrinken. Geschlossen ist jedoch noch immer die Gaststätte Klähr – hier muss die Wirtin nach Krankheit und Fuß-Operation erst wieder richtig auf die Beine kommen, um einen Gastbetrieb stemmen zu können.

Froh sind alle jedoch über die geringen einzuhaltenden Auflagen, die bei der aktuellen 7-Tages-Inzidenz von unter 35 gilt: Die Testpflicht ist weggefallen, die Maske kann bei der zulässigen Nutzung gastronomischer Einrichtungen am Sitz- oder Stehplatz sowie zur notwendigen Einnahme von Speisen und Getränken vorübergehend abgelegt werden. Die Abstands- und Hygieneregeln gelten ebenso weiter wie die Erfassung von Besucherdaten zur Nachverfolgbarkeit. Für letzteres stehen aber diverse Wege, analog wie digital, zur Verfügung.

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