Geburtstagsfeier endete mit 17 Messerstichen

Blut floss in Strömen

An seinen 18. Geburtstag erinnert sich jeder gerne. Nicht so eine Selmerin: Nach ihrer Geburtstagsfeier im vergangenen August wurde ein Gast mit 17 Messerstichen niedergestreckt - von ihrem eigenen Freund.

SELM

von Von Heiner Höckmann

, 21.04.2013, 13:31 Uhr / Lesedauer: 1 min

 Als der Angeklagte mit seiner Freundin die Kneipe in der Ludgeristraße gegen 2 Uhr verließ, folgte der 60-Jährige, zog an den Haaren der jungen Frau und schlug ihr ins Gesicht. Der Freund schlug zurück, zog sein Klappmesser und stach immer wieder zu. Das Blut floss in Strömen, schilderte eine Zeugin.  Der Angeklagte konnte sich vor Gericht nicht an Einzelheiten erinnern. Ein Gutachten errechnete seinen Blutalkoholpegel zum Zeitpunkt der Tat mit 2,4 Promille. Die Frage, warum er zugestochen habe, beantwortete er nicht. Auch als der Richter ihm klar machte, wie wichtig das für das Strafmaß sei, sagte er dazu nichts.

 Das Opfer war sehr versöhnlich gestimmt. Er hege gegen den Angeklagten keinen Groll, es täte ihm vielmehr Leid, den Jungen da mit reingezogen zu haben, sagte der 60-Jährige. Lebensgefahr hatte trotz der vielen Verletzungen nicht bestanden.  Die Strafe fiel mit zwei Jahren – ausgesetzt zur Bewährung – und 150 Stunden gemeinnütziger Arbeit recht mild aus. Richter Ulrich Oehrle begründete das mit der blütenweißen Weste des Angeklagten. Er habe keine Vorstrafen und habe das Opfer auch nicht unnötig belastet. 

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