Gedenkfeier erinnerte an im Dienst getötete Polizisten

Wächter-Denkmal

Vor über zwölf Jahren, am 14. Juni 2000, wurden in Dortmund und Waltrop drei Polizeibeamte von einem gebürtigen Borker erschossen. Am Donnerstag fand die diesjährige Gedenkfeier für alle im Dienst getöteten Polizisten am Landes-Polizei-Institut (LAFP) in Bork statt.

BORK

von Von Anna Gellner

, 04.10.2012, 19:43 Uhr / Lesedauer: 1 min

Etwa 300 Polizisten und Behördenleiter, Polizeipräsidenten, Landräte und Pensionäre waren zusammengekommen, um der Verstorbenen mit einem Schweigemarsch zum Wächter-Denkmal auf dem Gelände des LAFP zu gedenken und Blumen niederzulegen. „Der Beruf des Polizisten ist nach wie vor eine gefährliche Tätigkeit“, betonte der Vertreter von Landrat Michael Makiolla, Rainer Stratmann. Der Mord der drei Polizisten vor zwölf Jahren habe klarer denn je gezeigt, dass immer etwas passieren kann – auch während einer alltäglichen Routinehandlung. „Nun müssen wir dafür sorgen, dass die Opfer nicht vergessen werden.“

Der Abteilungsleiter des Ministeriums für Inneres und Kommunales Nordrhein-Westfalen, Wolfgang Düren, schloss sich diesen Worten an. Er plädierte dafür, in jedem Jahr eine Gedenkveranstaltung auszurichten. „Keine soll wie die andere sein. Wir müssen eine Erinnerungskultur begründen.“

Annette Kurschus, Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, betonte die Wichtigkeit, traurige Momente auszuleben. Ein Denkmal sei dafür der richtige Ort. Für eine angemessene musikalische Begleitung zwischen den Ansprachen sorgte das Landespolizeiorchester „Harmonie- und Bläser-Ensemble“. Die Studierenden des LAFP und die Ratsanwärter hatten Kerzen angezündet, die sie nach dem Marsch vor dem Denkmal niederlegten. Betroffenheit war in allen Gesichtern zu lesen. 

FOTOSTRECKE
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Einweihung der Gedenkstätte im LAFP

Eine Gedenkstätte für getötete Polizisten wurde auf dem Gelände des Polizeiausbildungsinstituts in Bork eingeweiht. Der Düsseldorfer Künstler Anatol schuf das Denkmal "Der Wächter".
15.06.2011
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Bewegende Momente: Junge Kommissaranwärter legen am Mahnmal "Der Wächter" je eine Rose für jeden im Dienst getöteten nordrhein-westfälischen Polizisten nieder.© Foto: Matthias Münch
Zehn Minuten warten hieß es für die Teilnemer an der Gedenkfeier, weil Innenminister Ralf Jäger mit seinem Wagen im Stau stand.© Foto: Matthias Münch
Das Harmonie-Ensemble der Landespolizeiorchesters gab der Feier ihren musikalischen Rahmen.© Foto: Matthias Münch
Zehn Minuten warten hieß es für die Teilnemer an der Gedenkfeier, weil Innenminister Ralf Jäger mit seinem Wagen im Stau stand.© Foto: Matthias Münch
Kurz vor seiner Rede feilt Innenminister Ral Jäger noch einmal an seinem Manuskript.© Foto: Matthias Münch
Künstler Anatol, der das Mahnmal für die im Dienst getöteten Polizisten schuf, war selbst 40 Jahre lang Polizeibeamter.© Foto: Matthias Münch
Diethelm Salomon, Vorsitzender der Polizeistiftung NRW, hat für die Finanzierung des Mahnmals gesorgt.© Foto: Matthias Münch
Künstler und Beuys-Schüler Anatol, wie sein Lehrmeister mit Hut, auf dem Weg von der Feier in der Mensa des Polizei-Landesamtes zur Einweihung seines Kunstwerks.© Foto: Matthias Münch
"Ein Stahlkoloss mit Schild und Sonnenscheibe": So bezeichnet der Düsseldorfer Künstler Anatol selbst seinen "Wächter".© Foto: Matthias Münch
Die jungen Polizisten, die derzeit in der Ausbildung sind, standen bei der Einweihungsfeier des Mahnmals in Reih und Glied.© Foto: Matthias Münch
Einer fünf Findlinge, die um das Mahnmal gruppiert sind.© Foto: Matthias Münch
Einer fünf Findlinge, die um das Mahnmal gruppiert sind.© Foto: Matthias Münch
Innenminister Ralf Jäger (r.) und Diethelm Salomon, Vorsitzender der Polizeistiftung NRW, unterzeichnen die Schenkungsurkunde für das Mahnmal "Der Wächter", das damit in den Besitz des Landes NRW übergeht.© Foto: Matthias Münch
Dieter Schmidt, Direktor des Landesamtes für Aus- und Fortbildung der Polizei, erinnerte auch an die Angehörigen der getöteten Polizisten und an die vielen im Dienst verletzten Polizeibeamten.© Foto: Matthias Münch
Dieter Schmidt, Direkor des Borker Landesamtes der Polizei, und Familienmitglieder des 1975 im Dienst getöteten Polizisten legen Blumen am Mahnmal nieder.© Foto: Matthias Münch
Bewegende Momente: Junge Kommissaranwärter legen am Mahnmal "Der Wächter" je eine Rose für jeden im Dienst getöteten nordrhein-westfälischen Polizisten nieder.© Foto: Matthias Münch
Bewegende Momente im Juni 2011: Junge Kommissaranwärter legen am Mahnmal "Der Wächter" je eine Rose für jeden im Dienst getöteten nordrhein-westfälischen Polizisten nieder.© Archiv-Foto: Matthias Münch
Als Ehrengäste nahmen die Mutter und Geschwister des 1975 im Dienst getöteten Polizeihauptwachtmeisters Michael Reckels an der Gedenkfeier teil.© Foto: Matthias Münch
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Einmal jährlich findet eine Gedenkfeier für die am 14. Juni 2000 im Dienst gestorbenen Polizeibeamten die Polizeibeamten Thomas Goretzky, Yvonne Hachtkemper und Matthias Larisch von Woitowitz statt. Gestorben waren die drei Polizisten durch die Schüsse eines 31-jährigen gebürtigen Borkers. Der Mann hatte zunächst in Dortmund den Polizisten Thomas Goretky angeschossen, der schließlich seinen Verletzungen erlag. Später, an einer Kreuzung zwischen Waltrop und Bork, hatte der 31-Jährige die Beamten Yvonne Hachtkemper und Matthias Larisch von Woitowitz erschossen.  

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