Gedränge beim Bringen? Schulbeginn in Corona-Zeiten an der Overbergschule

rnCorona-Regeln

Morgens um 7.45 Uhr vor der Overbergschule in Selm: Die Erstklässler kommen zum Unterricht. Allein oder mit einem Elternteil. Alles ganz diszipliniert. Wirklich? Peter Andrick meint: „Nein.“

Selm

, 26.08.2020, 21:27 Uhr / Lesedauer: 2 min

Jeden Morgen bringt Peter Andrick seinen Enkel zur Overbergschule. „Und jeden Morgen das selbe Bild“, sagt er im Gespräch vor Ort mit der Redaktion. „Bei schönem Wetter haben die Eltern Zeit, dann ist hier alles voll. „Hier“, das ist der Bereich vor dem Schulzaun. Was Peter Andrick kritisiert: „Viele Eltern kommen ohne Maske und halten keine Abstände ein.“ Er weiche dann immer mehr zurück. „Das ist schon ein ganz schönes Gedränge.“ Seine Idee, um die Situation zu entzerren: „Maskenpflicht auch vor dem Schulzaun.“

Wir haben die Leiterin der Overbergschule gefragt, ob eine solche Maßnahme überhaupt denkbar wäre. „Nein“, antwortet sie. „Das ist ja vor dem Zaun öffentlicher Raum, und da dürfen zehn Leute auch ohne Mundschutz zusammen stehen.“

Dass es ein solches Gedränge jeden Tag geben soll, wie es Peter Andrick schildert, verneint sie. „Die drängeln nicht, die verteilen sich. Ich persönlich finde es nicht schlimm. Was aber schon mal passiert, ist, dass schon Kinder vorm Tor stehen, wenn ich komme, also um 7.25 Uhr.“ Das liege meistens daran, dass die Eltern anfangen müssen, zu arbeiten, und ihre Kinder früher losschicken. Folge: Erstklässler, die erst um 7.45 Uhr reingelassen werden, sind 20 Minuten zu früh vor Ort.

Eltern auf Zeitfenster hingewiesen

Zum Schuljahresbeginn hat die Schulleitung den Eltern der einzelnen Jahrgänge Elternbriefe zur Kenntnis gegeben. „Bitte schicken Sie Ihr Kind zu Schulbeginn immer rechtzeitig, aber nie zu früh“, steht dort unter anderem. Der erste Jahrgang hat ein Zeitfenster fürs Ankommen von 7.45 bis 7.55 Uhr, ehe der Unterricht beginnt. Die Zeitfenster der anderen Jahrgänge: Jahrgang 2: 8 bis 8.10 Uhr; Jahrgang 3: 8.10 bis 8.15 Uhr; Jahrgang 4: 8.15 bis 8.20 Uhr.

Kleine Änderung vor Schulbeginn

Die Kinder sollen sich klassenweise aufstellen, um dann in ihre Klassen zu gehen. „Das hat seit Schuljahresbeginn gut geklappt“, sagt Christine Jücker. Jetzt folgt der nächste Schritt Richtung Selbstständigkeit: „Ab Montag, 31. August, werden sich nur noch die Erstklässler in ihrem bisherigen Zeitfenster klassenweise aufstellen.“ Die anderen Jahrgänge werden einen sogenannten offenen Anfang haben. Sie werden zwischen 7.55 und 8.10 Uhr aufs Schulgelände gelassen und dürfen allein in die Klassen gehen.

Eng wird es vor der Overbergschule nur, wenn die Gymnasiasten vorbeiströmen.

Eng wird es vor der Overbergschule nur, wenn die Gymnasiasten vorbeiströmen. © Arndt Brede

Das entzerre den Anfang, werde hoffentlich auch weiter dafür sorgen, dass es vor dem Schultor kein Gedränge gibt, und „wir trauen den Zweit-, Dritt- und Viertklässlern mehr Selbstständigkeit zu“, erklärt Christine Jücker.

Mittwoch, 26. August, um 7.50 Uhr: Von Gedränge vor dem Tor der Overbergschule keine Spur.

Mittwoch, 26. August, um 7.50 Uhr: Von Gedränge vor dem Tor der Overbergschule keine Spur. © Arndt Brede

Wir haben uns die Situation vor der Overbergschule am Mittwoch, 26. August, angeschaut. Die erste Mutter stand mit Kindern um 7.35 Uhr vor dem Schultor. Andere kamen etwas später an. Masken hatten nahezu alle auf. Abstände hielten sie ein. Nur, wenn ein Bus ankam oder die Fußgängerampeln auf Grün standen und Scharen von Gymnasiasten an den vor dem Tor der Overbergschule Wartenden vorbei liefen, wurde es eng. Jedenfalls war von Gedrängel ansonsten nichts zu sehen.

„Vorführeffekt“, sagt Peter Andrick und zuckt mit den Schultern.

Lesen Sie jetzt