Gericht: Selmer in Erklärungsnot - Reue bewahrt ihn vor dem Gefängnis

Bewährung

Er wollte seiner Liebsten etwas bieten können und arbeitete als Paketbote – ohne Führerschein. In Lünen kippte das Ganze auf und brachte den Selmer (30) nun vor Gericht in Erklärungsnöte.

von Sylvia Mönnig

Selm

, 21.08.2021, 12:57 Uhr / Lesedauer: 1 min
Bei einer Polizeikontrolle (Symbolbild) war aufgefallen, dass der Selmer Paketfahrer keinen Führerschein besaß.

Bei einer Polizeikontrolle (Symbolbild) war aufgefallen, dass der Selmer Paketfahrer keinen Führerschein besaß. © picture alliance/dpa

Seine Gefühle ließen den einschlägig vorbestraften Mann aus Selm einmal mehr alle Bedenken vergessen. Der unter laufender Bewährung stehende Mann brauchte Geld und nahm deshalb die Stelle bei dem Paketdienst an. Ein kleines - allerdings für den Job überaus wichtiges - Detail verschwieg er allerdings: Die Tatsache, dass er keine Fahrerlaubnis besaß.

Am Nachmittag des 14. Januar flog er auf. Auf der Kurler Straße in Lünen geriet der 30-Jährige in eine Kontrolle und dabei kam ans Licht, dass er gar nicht hinter dem Steuer des Lieferwagens hätte sitzen dürfen.

Mann zeigte sich vor dem Amtsgericht Lünen einsichtig

Vor dem Amtsgericht Lünen zeigte er sich nun einsichtig und betonte, er wisse, dass er nicht fahren dürfe. Damals habe er nur seiner Freundin und deren Kind etwas bieten wollen. Nun suche er einen anderen Job, wolle sein Leben auf die Kette kriegen.

Seine Reue bewahrte ihn vor dem Gefängnis. Er erhielt mit drei Monaten Haft auf Bewährung, 30 Sozialstunden und einem Jahr Sperrfrist zur Erteilung der Fahrerlaubnis eine letzte Chance. Allerdings redete die Richterin Tacheles und sprach von einem „starken Stück“. Der Selmer scheine es nun aber begriffen zu haben – ansonsten drohe der Bewährungswiderruf. sam

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