Maskenpflicht und Abstandsregelungen sind in Dortmund zuletzt gelockert worden. Nehmen deshalb Erkrankungen, abgesehen von Corona, wieder zu? (Symbolbild) © dpa
Meinung

Gesundheit ist nicht selbstverständlich – das sollte jetzt jeder kapieren

Die Corona-Pandemie ist das Schlimmste, was unsere Gesellschaft seit Jahrzehnten durchstehen musste. Aber unsere Autorin glaubt auch, dass wir etwas Positives mitnehmen können.

Die Corona-Pandemie ist das Schlimmste, was unsere Gesellschaft in den vergangenen Jahrzehnten durchmachen musste. Das steht völlig außer Frage. Viele Menschen starben. Viele wurden schwer krank und leiden an langfristigen gesundheitlichen Folgen. Wirtschaftsbetriebe mussten schließen, andere kämpfen noch immer ums Überleben. Arbeitsplätze gingen verloren, finanzielle Sorgen nahmen zu. Familien und Verwandte wurden über Monate getrennt. Alleinstehende vereinsamten. Das soziale Gefüge litt.

Aber: Das aktuelle Geschehen in den Kitas stimmt mich zuversichtlich, dass wir alle aus der Pandemie lernen und etwas Positives aus dieser Zeit mitnehmen werden. Nämlich, dass Gesundheit nicht selbstverständlich ist. Dass Kontakte, Freundschaften und ein Miteinander kein Automatismus sind, sondern gepflegt werden müssen. Wir sind so weit, dass kranke Kinder nicht mehr in die Kita geschickt werden.

So stecken sie keine anderen im Schnellballsystem an. Gleiches passiert hoffentlich auch bei kranken Erwachsenen: Der gern genutzte Spruch „Mit einem Schnupfen bleibt man nicht Zuhause!“ ist überholt. Der schon lange vor Corona von Betriebsärzten kritisierte „Präsentismus“, wenn sich kranke Mitarbeiter wegen vermeintlicher Unabkömmlichkeit zur Arbeit schleppten, muss ein Ende haben. Wenn das als Corona-Effekt in die Geschichte eingeht, wäre das gut.

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