Gewerkschafts-Vorsitzender Püngel zurückgetreten

Polizei-Affäre

Die Polizei im Kreis Unna kommt nicht zur Ruhe: Eine Woche nach der Enthüllung der Knöllchen-Quote ist nun auch der Kreisvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Klaus Püngel zurückgetreten.

KREIS UNNA

von Von Alexander Heine

, 03.12.2010, 14:04 Uhr / Lesedauer: 1 min
Klaus Püngel, Kreisvorsitzender der Polizeigewerkschaft, ist zurückgetreten.

Klaus Püngel, Kreisvorsitzender der Polizeigewerkschaft, ist zurückgetreten.

Ihren Anfang nahmen die stürmischen Zeiten in der Kreispolizeibehörde mit Bekanntwerden der Knöllchenquote: ein internes Papier, in dem die Beamten aufgefordert werden, mehr Strafzettel auszustellen. Polizisten hatten sich anonym an die Medien gewandt, um ihren Frust über hohen Krankenstand und wachsende Verpflichtungen öffentlich zu machen. Dass nun auch Klaus Püngel als Chef der Polizeigewerkschaft im Kreis Unna mit dem Rücktritt auf die in die Öffentlichkeit getragene Diskussion antwortet, überrascht. Zumal der erfahrene Beamte das Amt bereits seit acht Jahren innehatte und eigentlich noch bis 2014 gewählt war. Von einer Rücktrittswelle will Wilhelm Kleimann aber keineswegs sprechen. Auch, dass in dieser Woche eine Personalversammlung stattgefunden hat, sei reiner Zufall. „Wir haben die schon vor geraumer Zeit einberaumt.“

Kleimann war bislang gemeinsam mit Ute Horstmann Stellvertreter Püngels, beide rücken nach dessen Rücktritt nun in die erste Reihe. Zumindest kommissarisch, bis im Frühjahr des kommenden Jahres eine Mitgliederversammlung stattfindet und die gut 450 Mitglieder des Kreisverbandes einen neuen Vorstand wählen. „Bis dahin ist mehr als gewährleistet, dass wir im Interesse der Beschäftigten auch weiterhin gute Arbeit leisten.“ Landrat Michael Makiolla war bisher für eine Stellungnahme zur Situation nicht zu erreichen.  

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