Große Möbelspende für die Integration in Bork

Verein Schicksalshelfer

Nein? Das kann doch nicht… Wo kommen die denn her? Sprachlos schauen Erdal Macit und Figan Ucar-Macit zu, wie ein Karton nach dem anderen in ihre Räumlichkeiten gebracht wird. In den Kartons: Möbel im Wert von 5400 Euro. Gespendet. Eine Überraschung. Damit die Flüchtlingshilfe und deren Integration weitergehen kann.

BORK

04.03.2016, 18:20 Uhr / Lesedauer: 2 min
Große Möbelspende für die Integration in Bork

Ein Karton nach dem anderen wird in den Seminarraum getragen, die Vorfreude auf die neue Ausstattung ist groß.

Zur Erklärung: In Bork und Selm ist das Ehepaar Macit mittlerweile bekannt. Ihnen gehört ein kleines Lebensmittelgeschäft in Bork und, für die Beiden noch wichtiger, ein Café und ein Seminarraum im hinteren Teil des Gebäudes an der Hauptstraße, gleich neben der Sparkasse.

Macit nutzt den Raum für kostenlose Deutschkurse

Der Seminarraum wird schon für Deutsch-Alphabetisierungskurse genutzt: Flüchtlinge lernen hier lesen und schreiben. Er steht aber auch für Feste wie Geburtstagsfeiern, Weihnachten oder traditionelle Feste der Neubürger aus aller Welt zur Verfügung.

Die Kurse dort hält Erdal Macit – kostenfrei. Er und seine Frau engagieren sich allerdings auch außerhalb: als Dolmetscher oder Projektleiter diverser Hilfsmaßnahmen.

Ehepaar gründete den Verein Schicksalshelfer

Mit ihrem Engagement sind die Beiden allerdings nicht alleine: Sie haben mit Freunden den Verein Schicksalshelfer gegründet. Einst eine Facebook-Gruppe, inzwischen ein eingetragener Verein.

Dieser Gruppe gelang es jetzt, das Ehepaar zu überraschen – und zugleich eine gute Grundlage für die Flüchtlingsarbeit zu schaffen. 

Gruppe sammelt Spenden, um Möbel zu kaufen

Jeanette Ohlsson, über viele Ecken selbst zu den Schicksalshelfern gestoßen, arbeitet beim Möbelhaus Ikea und bekam mit, dass es einen Spendentopf in ihrem Unternehmen für solche Dinge gibt. Seitdem haben sie und die anderen Mitglieder daran gearbeitet, sich umgehört, geplant. Donnerstagabend: Vereinsmitglieder und Flüchtlinge tragen Stühle, Tische, Büroartikel, alles gespendet, nach und nach in den Seminarraum. Die beiden beschenkten sind sprachlos. Fast zumindest. „Da wird ein Traum wahr“, sagt Figan Ucar-Macit.

Neue Kursangebote im neuen Raum

Im neu ausgestatteten Raum können dann geplante Projekte umgesetzt werden. Einen Näh- und Malkurs soll es geben, aber auch Arabischunterricht.

„Denn“, so Anja Palmer, Mitglied des Vereins, „Sprache ist Dreh- und Angelpunkt, und wenn man nicht nur nebeneinander sitzen und sich höflich anlächeln möchte, ist es gut, wenn man ein paar Worte wechseln kann.“

Gruppe der Teilnehmer wächst - viele Minderjährige

Und: „Wenn man die Sprache eines Landes beherrscht, versteht man automatisch die Kultur besser.“ Die Gruppe, die Erdal Macit unterrichtet, ist mittlerweile auf 40 Teilnehmer gewachsen. 15 Asylbewerber sind Minderjährige, die ohne ihre Eltern hier sind.

Für sie sei es wichtig, in Kontakt zu kommen. „Wir wollen hier auch nicht nur ein Flüchtlingscafé sein, sondern international. Borks Bewohner sind gern gesehen, es kommen auch viele“, erklärt er.  

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